Was gibts den heute ? Fragen über Fragen.

Was gibts denn heute ? Diese klassische Frage, bevorzugt gestellt kurz nach dem Frühstück, gibt es bei uns fast nicht mehr. Sie wurde abgelöst durch eine ebenso klassische, nämlich Was soll ich denn heute kochen ? Du merkst sofort, dass der Fragesteller ein anderer bzw. eine andere ist. Und noch etwas ist anders geworden: Auf diese Frage bekomme ich sehr selten eine qualifizierte Antwort. Das liegt nicht daran, dass Herr pe. keine Appetite hat. Wenn er hat, dann kommen schon genauere Bezeichnungen wie Rouladen, Schnitzel oder Bratkartoffeln. Meistens kommt nix und wenn, dann vielleicht so .... mach mal was mit Fisch.

Fisch mit Kartoffelbrei und frischen Erbsen

Ich kann mir vorstellen, dass diese Szene kompatibel ist in fast alle Foodblog-Haushalte. Der nicht bloggende Ehegattenteil ist Kummer gewöhnt. Er oder sie hat sich dem Umstand ergeben, dass der Speiseplan des Hauses oft ganz anderen Einflüssen unterliegt. Wie kann man auch Rouladen machen, wenn gerade ein Blog Event ansteht, in dem es um Suppen geht und wie kann es Bratkartoffeln geben, wenn auf dem Blog schon lange ein Beitrag über Pasta fällig ist. 

Da hat sich also diese Umschreibung ergeben und wenn sich Herr pe. etwas mit Fisch wünscht, dann stehen der Blogger-Phantasie ja Tür und Tor offen. Da kann es von Suppe bis Pasta alles sein. Und es wird ja schmecken und wird hübsch angerichtet sein, zumindest auf meinem Teller. Ja, den Fototeller nehme ich mir. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern der Fototeller hat eben den Nachteil, dass nicht mehr alles warm ist. Vor einiger Zeit habe ich schon mal geschrieben, dass ich Herrn pe. immer damit tröste: Früher hab ihr vorm Essen gebetet und heute wird eben vorm Essen fotografiert ;)

Also hier einmal ein Lob auf die Geduld und das Verständnis der Familie, wenn in dem Haus ein Blogger sein Unwesen treibt. Denn das was gekocht wird und wie, ist ja nicht das Einzige, was diesen Haushalt von anderen unterscheidet. Ich denke nur an die Unmengen von Geschirr, Besteck, Dekoration und Kleinteilen, die die Schränke verstopfen. Und damit verbunden die ständige Jagd nach neuen Untensilien auf Flohmärkten, bei Nachbarn, Freunden und im großen Internet.

Mach mal was mit Fisch war kein Problem. Es war ja schließlich Freitag und Fisch war sowieso schon in Planung. Dieses mal ein schwarzer Heilbutt und er sollte sich mit ...irgendwas mit Erbsen... auf dem Teller tummeln. Ein Gericht ist herausgekommen, welches mit großem Genuss und mit dem Löffel gegessen wurde. Das liebe ich ! Fruchtige Soße, in der der Fisch langsam gar gezogen wurde, zarter Kartoffelbrei und die Erbsen sowohl knackig frisch als auch als sanftes Espuma.


Heilbutt mit Kartoffelpüree und Erbsen

Heilbutt mit Kartoffelbrei, frischen Erbsen und fruchtiger Soße

Zutaten

400 gr. Schwarzer Heilbutt
300 gr. Kartoffeln
2 EL Butter
1 kleine Zwiebel, klein geschnitten
1 Schale Salzzitrone, sehr klein geschnitten
1 TL Tomatenmark
250 ml. süße Sahne
100 ml Weißwein
200 gr Firschkäse
S+P
400 gr. frische Erbsenschoten, ausgepellt
frische Kräuter, hier Bohnenkraut und Lakritztagetes
optional: Kapernäpfel

Die Zwiebel in einem EL Butter glasig schwitzen. Das Tomatenmark mit anrösten und mit Weißwein ablöschen. Die Zwiebeln weich kochen und mit einem Pürierstab pürieren, anschließend  durch ein Sieb streichen. Mit 150 ml Sahne auffüllen und etwas einkochen lassen. Mit S+P abschmecken, die Salzzitrone dazu geben und die Soße auf 80 Grad abkühlen lassen. Auf sehr kleiner Flamme die 80 Grad halten und den Fisch dazu geben. Öfter mit der Soße übergießen und gar ziehen lassen.

Die Kartoffeln weich kochen, durch eine Presse geben und mit einem El Butter und mit 100 gr Frischkäse mit dem Kochlöffel etwas aufschlagen. Mit Salz abschmecken. Im Nachhinein kann ich mir vorstellen, dass man dafür auch einen Kräuterfrischkäse verwenden könnte.

Eine Handvoll Erbsen beiseite lassen und die restlichen mit etwas Bohnenkraut weich kochen ohne Salz und gleich in kaltem Wasser abschrecken wegen der Farbe. Mit 100 ml Sahne pürieren. Mit S+P abschmecken, erwärmen, nicht kochen und im ISI mit zwei Patronen aufschäumen. Gut durchschütteln. Die übrigen Erbsen in einer Pfanne in Butter kurz schwenken.

Alles anrichten mit Kapernäpfeln und etwas Lakritztagetes, ggf. auch Schnittlauch.







Kommentare

  1. Wieso kommt mir das nur so sehr bekannt vor ;-) ich habe Herrn pe. quasi vor Augen ;-) , wobei die Aussage "Fisch" ja schon eine klare Ansage ist. Den Teller würde ich jetzt gerne genauso leerputzen, egal ob mit Löffel oder Gabel, nicht ein Fitzelchen würde drauf beleiben.
    Schönen Gruß aussem Büdchen

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  2. Eijeijei, das kommt mir sehr bekannt vor bei mir sind es 2 Männer:) die sich meinen Kochleidenschaften anschließen sollten müssen oder was, naja, sie mögen es. Der Fisch und so ist absolute Spitze und ich hoffe ich bekomme morgen den Heilbutt. Ich nehme das Rezept gerne mit und danke und es kommt in meine Sammlung "Freitagsfisch" den man ruhig auch mal mitten in der Woche essen kann.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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