Sonntag, 24. Juli 2016

Koch dich in den Urlaub: Heute Japan

Seit 1982 Richard Champerlaine als John Blackthorne in der Fernsehserie Shogun über den Bildschirm flimmerte, vermute ich, dass die japanische Kultur eine großartige ist. Für uns undurchschaubar, vieles ist aus der Ferne unverständlich.
Das Buch „Schwierigkeiten beim Verständnis der Narayama-Lieder“ von Shichiro Fukazawa hat mich 1987 gefesselt und aktuell war Roman und Film Die Geisha von Arthur Golden eine Geschichte, welche ich verschlungen habe. 

japanische Küche

Leider also nur Begegnungen in Film und Buch. Eine Reise nach Japan ist ein lang gehegter Wunsch, den ich mir aber bisher nicht erfüllen konnte. Als Optimistin schreibe ich das aber noch nicht ab und denke, dass ich irgendwann diese einmalige Kultur, Architektur und Design life erleben kann. Und seit ich mich in den vergangenen Jahren auch intensiv mit Ernährung und kochen beschäftige, rückt auch die japanische Kochkunst mit in den Vordergrund.

Bis vor einigen Jahren gab es in Erfurt ein japanisches Lokal an der Langen Brücke und dort war ich oft zu Gast. Hier hatte ich meine ersten Begegnungen mit Sushi und den würzigen japanischen Suppen. Auch Hühnchen oder Fisch  in Teryaki Soße war ein großer Favorit von mir.

Japanische Küche Miso Suppe

Die japanische Küche hat einige Besonderheiten. Alles, außer Reis und Nudeln, ist in Japan "Okazu" (Beilage). Ich mag besonders Soba ,die Buchweizennudeln. Fleisch wird selten verarbeitet, da dieses über Jahrhunderte verboten war. Dafür stehen Fisch, Meeresfrüchte und auch  Algen auf dem Speiseplan. Viele der Gerichte werden roh, oder nur kurz gegart gegessen. Das ist auf alle Fälle im Hinblick auf die Inhaltsstoffe sehr gut.

Ein wichtiger Bestandteil der japanischen Küche sind Suppen. Grundlage der meisten Suppen ist Dashi, eine klare Brühe auf Basis von Tunfisch-Flocken. Dazu kommen dann Gemüse, Fisch, Fleisch, Tofu oder Nudeln. Als Nationalgericht Japans gilt die Miso Suppe. Hierfür wird die Dashi-Brühe mit Miso, einer Paste aus Sojabohnen, verrührt und mit Gemüse oder Tofu serviert. Außerdem beliebt ist Ramen, eine Nudelsuppe auf Fleisch- oder Fisch-Brühenbasis. Suppen isst man in Japan ebenfalls mit dem Stäbchen und die Brühe wird aus der Suppenschale getrunken.

Japanische Miso Suppe

Wie viele andere Dinge, z.B. das trinken von Tee, hat Essen in Japan schon beinahe zeremoniellen Charakter. Sashimi ist die tradtionellen Zubereitungsweise für frischen rohen Fisch (nur ganz kurz angebraten, innen roh) und Sushi ist ja nun längst auch bei uns in (fast) jeder Munde. In Japan zählt es allerdings nicht zur alltäglichen Küche und wird eher bei besonderen Anlässen gegessen.

Ebenfalls in unseren Speiseplan integriert ist die Zubereitung im Tempora Teig (Ei, Weizenmehl, Eiswasser). Meeresfrüchte, Fisch oder Gemüse wird darin gewendet und frittiert. Diese Art der Zubereitung kam aber eigentlich von den Portugiesen.


Bei den Besonderheiten der japanischen Küche darf man natürlich das Kobe-Beef nicht vergessen. Das Fleisch des Wagyu-Rindes ist besonders zart und extrem marmoriert. Es gilt in unseren Breiten als fast unbezahlbare Delikatesse und wir bekommen hier ohnehin nur von Nachzüchtungen, aus den USA und mittlerweile auch aus Deutschland, zu kaufen.

Für mich stand also der Plan, mit einem Essen heute sozusagen eine Reise mit dem Kochtopf  nach Japan anzutreten. Suppen mögen wir auch und so kam ich auf die Idee mit der Miso Suppe. Die isst ein bisschen geschummelt, aus zweierlei Gründen. Zum einen hatte ich die Thunfisch Flocken nicht für Dashi und zum anderen konnte ich Herrn pe. nicht von der Einnahme von Tofu überzeugen. Aber geschmeckt hat es ganz schön japanisch ;)


Also habe ich eine kräftige Brühe von einer Entenkarkasse gekocht, aus der ich auch noch etwas Fleisch Einlage gewinnen konnte. Die Gemüse wurden kurz blanchiert. Hier landeten in der Suppe Karotten, braune Champignon, Mangold und Frühlingszwiebeln. Die Brühe habe ich bei ca. 1,5 Liter mit zwei großen Esslöffeln Miso Paste verrührt. Die Buchweizennudeln wurden nach Packungshinweis gekocht.

Die Eier habe ich schon am Morgen hart gekocht und nach dem Abschrecken die Schale etwas angeschlagen und auf dem Brett ein bisschen gerollt. Dann habe ich sie bis zum Abend in Sojasauce eingelegt und sie waren besonders gut als Suppeneinlage.

Japanische Küche

Und wenn ich irgendwann einmal in Japan lande, freue ich mich riesig auf die Kultur und das Essen. Und das erste was es für mich geben wird, ist eine der großartigen Suppen.

Freitag, 22. Juli 2016

Fastfood oder Slowfood : Burger im Asia Style

Sagt man, man isst einen Burger, kommt man schnell in den Verruf sich mit Fastfood abzugeben. Oder sagen wir, dass war in den Zeiten noch so, als diese Domäne allein den Ketten mit den großen M und dem B vorbehalten war. Inzwischen hat sich für den Burger eine anti-Zubereitungsart zum schnellen Essen und Zubereiten entwickelt, die man durchaus als sehr positiv betrachten kann.

Burger mit Noodles Bun und Aprikosen Chutney


In fast jeder Stadt, sogar im beschaulichen, provinzielle Weimar gibt es kleine Läden, die sich der Zubereitung von Bürgern verschrieben haben, die man mit viel Appetit und gutem Gewissen essen kann. Was sich nicht auf die Kalorien bezieht, sondern auf die Zutaten. Da gilt beim Pattie nicht mehr "Der (Fleisch)Wolf heiligt die Mittel", sondern die Verwendung von Fleisch aus ökologischer Tierzucht bringt Geschmack. Die Buns werden mit viel Phantasie selbst gebacken, dass ist Ehrensache und es kommen auch nicht mehr nur der klassische "Royal TS" ins Brötchen, sondern ganz andere phantasievolle Varianten.

Da bleibt es kein Wunder, dass die Zubereitung von Burgern bis in unsere heimischen Küchen reicht und der Wettbewerb, etwas gaaaanz anderes zwischen Pattie und Bun zu bringen, hat längst begonnen. Das geht vom Krautsalat zum Fenchel und vom Erdbeerketchup zum saftigen Burger mit Sauce Hollandaise. Und die nächste Welle schwappt gerade auf unsere Teller, die Buns durch alternative "Materialien" zu ergänzen. Die Sache mit den Nudeln ist ja nun schon fast ein alter Hut und so hinke ich vielleicht ein bisschen hinterher.


Der Burger im Asia style mit Aprikosen-Chili-Ingwer-Chutney, Noodles Bun, grüner Gurke und Koriander 


Burger im Asia Style

Aber trotzdem war es das, was ich längst probieren wollte. Kommt Besuch vom Enkel, kann ich mit einer solchen Mahlzeit immer punkten und so hatte ich alle Zutaten schon in der Hinterhand. Da ich Mie Nudeln verwenden wollte, die sind so hübsch lockig, lag die weitere Gestaltung nahe in Richtung Asia Style zu gehen.

Für 4 Burger habe ich 4 Aprikosen im Blitzhacker zerkleinert. In einem Topf habe ich einen TL braunen Zucker karamellisiert und die Aprikosen dazu gegeben. Mit Salz + Pfeffer abgeschmeckt und dazu kamen klein geschnitten 2 cm frischer Ingwer und eine frische Chilischite, aus der ich die Hälfte der Kerne entfernt habe, damit es nicht zu scharf wird. Ein Spritzer Limettensaft und ein bisschen abgeriebene Schale rundeten das ab. Das Chutney durfte kalt werden.

Als Pattie empfehle ich Rindfleisch, am besten selbst gewollft und leicht gewürzt mit S+P und etwas Soja Soße. Ich hatte heute Patties vom Wagyu, welche ich als Test bei einem Lieferanten fertig bestellt habe. Fazit: Das kann man machen, aber ein frisches Pattie vom heimischen Rind würde ich in jedem Fall vorziehen. Vielleicht auch eines halb und halb mit fettigerem Fleisch gemischt.

Den scharf gebratenen Burger haben ich komplettiert mit knackiger grüner Gurke und einer Scheibe krossem Schinkenspeck. Statt Salat habe ich Blätter der glatten Petersilie und Blätter vom Koriander verwendet (Verhältnis 2:1)

Asia Style


Den Nudel Bun habe ich mit den eingeweichten Mie Nudeln zubereitet. Aus dem heißen Wasser gezogen, mit Salz und Pfeffer gewürzt und nachdem sie etwas abgekühlt waren, habe ich ein geschlagenes Ei darunter gemischt, um etwas Bindung zu erhalten. In einer Pfanne habe ich eine etwa 2 cm dicke Schicht fest eingedrückt, von beiden Seiten knusprig gebraten und mit einem Kreis-Ausstecher die Buns ausgestochen.

Alle zusammen auf den Teller geschichtet, wie oben gesehen, und schön genussvoll und gemütlich verspeist. Sicher gibt es professionell bessere Varianten, aber L. und ich, wir beide waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Herr pe.  verweigert solche Kost, er weiß ja nicht, was ihm entgeht.

























Donnerstag, 21. Juli 2016

Typisch Juli : Für uns das Leben im Garten

Heike, die überaus sympathische Südtirolerin die ich im Juni in Salzburg zur Salt in the City kennen gelernt habe, möchte von uns wissen, was typisch für den Monat Juli ist. Das kann  ich  in einem Satz zusammenfassen: Wir leben eigentlich im Garten.

Da wir das Glück haben, trotz Stadtgebiet über einen schönen großen Garten am Haus zu verfügen, ist es relativ einfach zu organisieren. Alle Mahlzeiten werden im Korb nach draußen getragen und ein großer Teil direkt im Garten zubereitet. Der Begriff "Außenküche" wäre ein bisschen hochgestapelt, aber mit wenig Aufwand funktioniert alles prima. 



Gebraten und gebacken wir mit dem Kugelgrill, von den obligatorischen Thüringer Bratwürsten bis zum Steak und Roastbeef im ganzen Stück und auch bis zur Pizza und zum kleinen Beilagenbrot. Pizza und Brot kommen natürlich auf den Pizzastein. Für Fisch gibt es eine Holzplanke und einen Salzstein, für ganze Fische die Metallhalter. Auch Gemüse fühlt sich wohl, entweder direkt auf dem Grill oder in der Schale. Ebenfalls Bratkartoffeln im alten Eisenschaffen ("Schaffen" nennt man bei uns die Pfanne).

Für kleinere Brat- bzw. Kochvorhaben gibt es eine Induktionsplatte. Ein Arbeitstisch mit Waschbecken macht die Sache komplett. das Becken ist an den Gartenschlauch angeschlossen, der auch heißes Wasser zum abwaschen liefert, wenn es schön warm ist. Das Ganze neben der Terrasse mitten im Grünen und ein bisschen mit Sichtschutz zu den Nachbarn. Die recken dann schon immer die Nase, was bei uns wohl wieder so gut riecht.



Auch abends brauchen wir im Sommer selten Fernsehen. Bei Lust und Laune reicht das Radio oder einfach nur der Abendgesang der Vögel, wenn wir noch bis es dunkel wird bei einem netten Getränk sitzen. Ich oute mich mal als GinTonic Fan, auch ein leichter kühler Rosé ist willkommen oder ein Hefeweizen, aber das immer alkoholfrei. Alkohol gibt es nicht jeden Abend, das Tonic schmeckt nämlich mit Limette oder grüner Gurke und Eis auch alkohollos.




Bei Regenwetter sitzen wir auch gern draußen unter dem schützenden Dach einer kleinen Laube. Da riecht es immer so schön nach Regen und unsere Tiere, Hund und Katzen, sitzen neben uns im Trockenen und genießen das so wie wir.



Ja, Heike, ich denke bei dir ist es ähnlich oder besser bei jedem, der Natur und Garten liebt und gleich in greifbarerer Nähe hat. Und weil zu deinem Aufruf natürlich auch gehört das ich dir zeige was wir dann typisches essen, gibt es heute etwas vom Grill:


Geschmolzene Tomaten, Portweinschalotten, Wildkräuterbutter, Rosmarinkartoffeln, American Beef Hanging Tender Steak


Ein paar Hinweise zur Zubereitung sind eigentlich schnell gemacht. Die Tomaten werden in einer kleinen flachen Form mit reichlich Olivenöl, reichlich Knoblauch, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Kräutern einmal quer durch Rosmarin, Thymian und Salbei, auf den Grill gestellt und bleiben bis zum servieren drauf. 

Die Butter ist weich und wird mit allem was die Wildkräuterfraktion im Garten bietet (hier: Brunnenkresse, Löwenzahn, Giersch, Knoblauchsrauke, Wegerich, Brennnessel), etwas Bronzefenchel, Petersilie, Bibernelle und Lakritztaketes - alles schön klein hacken - verknetet, zu einer Rolle geformt und im Kühlschrank aufbewahrt bis sie wieder fest ist.

Die Kartoffeln waschen und auf einem mit Papier ausgelegtem Backblech in Olivenöl wälzen und mit reichlich gehacktem Rosmarin bestreuen. Bei 180 Grad ca. 30 Minuten im Ofen garen. Das musste parallel geschehen, da der Grill offen sein musste für das Fleisch.

Die Portweinschalotten: Schalotten putzen und etwas zerlegen. In einer Pfanne 2 EL braunen Zucker karamellisieren, die Schalotten dazu geben und anziehen lassen. Mit 200 ml. Portwein ablöschen, S+P, 1 Lorbeerblatt, etwas Zitronenschale dazu geben und fast verkochen lassen. Vom Herd nehmen und mit Balsamicoessig mischen. Menge nach Geschmack, ich nehme etwa 4 EL.

Das Fleisch, ein wunderbar mit Fett-Adern gemasertes Stück Hanging Tender Steak, wurde 1 Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank geholt und mit Olivenöl eingerieben. Im Grill wurde die Hälfte mit Holzkohle gefüllt und diese zum glühen gebracht, bzw. zur weißen  Asche abgebrannt. Das Fleisch von allen Seiten auf der heißen Zone anbraten und ständig wenden. Dann etwas zur Seite ziehen und fertig garen lassen. Ich mache das immer mit der "Druck" Probe um zu sehen bzw. zu fühlen, wie durch es ist. Ich esse es gern medium rare, der Herr des Hauses gut medium. Das Fleisch dann vom Grill nehmen und ruhen lassen, bis alle anderen Zutaten auf dem Teller sind. In Tranken schneiden und wie hier z.B. mit einem schwarzen Lava Salz bestreuen.



Dies ist mein Beitrag zum Blog Event auf kebo homing 
mit dem Titel




Dienstag, 19. Juli 2016

Ein kleines bisschen autark: Das Projekt "Stadthuhn"

"Das Huhn" kehrt zurück in unseren Garten. Noch Anfang der 60er Jahre hat meine Großmutter hier im Garten des Hauses, in dem wir jetzt seit 3 Jahren wieder wohnen, Hühner gehalten. Sie dienten der Versorgung mit Eiern und ab und an wurde auch eines verspeist. Ich kann mich daran erinnern, dass ich als kleines Kind die Hühner mit gefüttert habe. Die einzige die psychisch in der Lage war sie zu schlachten, war auch die Oma und ich sehe sie mit dem Beil den Hof überqueren. Mit solchen  Erinnerungen habe ich überhaupt keine Probleme, denn wer Fleischesser ist, muss auch verkraften können zu wissen, wie die Tiere zu Tode kommen. 


Beginn der Hühnerhaltung war die Zeit des Krieges. Da gesellten sich zu ihnen auch noch Kaninchen und meine Oma hat oft  erzählt, dass die Haltung der Tiere so gut es ging geheim gehalten wurde, denn es gab genügend Menschen die auf der Suche nach Nahrung waren. Auch die Beete im Garten dienten dem anpflanzen von Gemüse und es gab eine Menge Obstbäume. Einkochen und verarbeiten der Früchte diente der Ernährung der Familie. In späteren Jahren feierte man die bessere Versorgung und alles wurde  abgeschafft. Der Garten wurde ein Ziergarten und der Hühnerstall später eine Voliere für Kanarienvögel. Selbstversorgung hatte man nicht mehr nötig, die Mühe konnte man sich sparen.

Wir haben bis vor drei Jahren auf dem Land gewohnt und wie selbstverständlich auch Hühner gehalten. Ausschließlich zur Versorgung mit Eiern. Unser Umzug in die Stadt hat eine Menge positives gebracht und das Einzige, was wir so richtig vermisst haben, waren die schönen frischen Eier. Das Ei, für mich eines der sensibelsten Lebensmittel, habe ich ungern gekauft. Auch nicht Bio, dass hat uns nicht wirklich beruhigt. Bei der industriellen Eierproduktion kann der Einsatz von Masthilfsmitteln und Futtermittelzusatzstoffen sowie der Einsatz von Tierarzneimittel zu Belastungen führen, wodurch Eier unerwünschte Stoffe enthalten. 


Hühnerhaltung in der Stadt ? Warum nicht.....




Und so wuchs in uns der Gedanke, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen und in unserem Garten Hühner zu halten. Nach zwei Jahren des gereiften Entschlusses, haben wir das "Projekt Stadthuhn" dieses Jahr im Urlaub in die Tat umgesetzt.
Das wir nicht allein solche Gedanken haben, hat sich schnell gezeigt. Bei allen Produkten, vom mobilen Hühnerhaus und Auslauf, bis zu diversem Equipment, war die Nachfrage via Internet sehr groß und zeigte sich in hohen Verkaufszahlen innerhalb eines Tages. Aber wir hatten ohnehin schnell einen anderen Plan, nämlich das anpassen des Geheges an das vorhandene Gelände und Verwendung teilweise artfremder Materialien. Wer Fragen dazu hat, gern helfen wir weiter, wenn wir die Lust bei euch geweckt haben.


Warum auch nicht ? Auf dem Land wird zubetoniert, in der Stadt immer mehr Grün gehegt und gepflegt. Stadt und Land gleichen sich an, in mancherlei Hinsicht. Und wo steht eigentlich geschrieben, dass man Hühner nur auf dem Land halten kann. Natürlich ist eine solches Vorhaben nur realisierbar, wenn man einen eigenen Garten hat der groß genug ist und nicht in einer Gartenanlage, da könnten die Nachbarn etwas gegen das gackern haben.  



Zwei nicht so schöne "Eckchen" unseres Gartens wurden also in den 3wöchigen Umbau einbezogen und vergangenen Samstag haben sie Einzug gehalten. Drei Hühner verschiedener Rassen, mit unterschiedlicher Ei-Farbe. Dunkelbraun (Maran), hellbraun (Sperber), grün (Grünleger) und in ein paar Wochen folgt noch ein viertes Huhn, welches weiße Eier legen wird.

Wilma war von Anfang an begeistert und hat sofort die Bewachung übernommen. Als Herdenschutzhund sah sie eine neue Aufgabe darin. Wenn die zwei erwachsenen Hühner das kleine Junghuhn ein bisschen mobben, geht sie auch mal an den Stall und lässt einen Beller los, dann ist sofort Ruhe ;) Boris, der Kater, hat einmal am Stall geschnüffelt und geht jetzt uninteressiert vorbei. Maxi, die Katze, war etwas angespannter und hat heute noch Beutegedanken. Alle drei kannten ja noch die Schar Hühner aus dem letzten Zuhause, aber ich weiß nicht, ob sich Tiere soweit erinnern.



Wenn wir das, was wir investiert haben umrechnen, auf die Menge der zu erwartenden Eier, sind sie sehr kostbar. Aber hier geht es nicht um Materielles, sondern um ein gutes Gewissen beim Verzehr des Frühstückseies. Und meine Großmutter würde sich mächtig freuen und wäre stolz darauf, dass sie dafür mal sozusagen den Grundstein gelegt hat.




Warum sollten wir Eier essen ? 

Natürlich mit Maßen, nicht in Massen....


Neben 74 Prozent Wasser enthält das Hühnerei unter anderem 13 Prozent Eiweiß, 11 Prozent Fett, sowie je ein Prozent Kohlenhydrate und Mineralstoffe (Kalzium, Selen, Eisen). Darüber hinaus finden sich im Ei essentielle Aminosäuren, Vitamine (A, B2, B12, D, K und Folsäure). Im Übrigen ist der überwiegende Anteil der Proteine (Eiweiß) nicht im „Eiweiß" (Eiklar) sondern im Eidotter enthalten. Ein Ei von 60 Gramm besitzt einen Energiewert von circa 96 kcal.  

Das Ei liefert 12% der täglich empfohlenen Eisenmenge. Es ist an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt und sorgt auf diese Weise für einen funktionierenden Sauerstofftransport von der Lunge in verschiedene Organe und Gewebe bis hin zum Gehirn.  Das Ei gilt als Hauptlieferant für Selen. Ein Ei trägt 10-20 Prozent zum empfohlenen Menge bei. Selen ist ein Radikalfänger und besitzt eine wichtige Funktion beim Zellschutz. Vitamin D ermöglicht den Einbau und die Speicherung von Kalzium in den Knochen. Ein Ei der Klasse Large kann circa 35 Prozent der täglich wünschenswerten Vitamin D-Menge abdecken.  Folsäure dient der Blutbildung und Zellteilung. Das Eiweiß ist für den Aufbau der Muskelmasse von Bedeutung. - 


Neben den erwähnten Mikronährstoffen macht die hohe Eiweißqualität das Hühnerei so wertvoll. Es besitzt die höchste biologische Wertigkeit, die ein Einzellebensmittel haben kann. Sprich aus 100 Gramm Hühnereiweiß kann der Mensch 100 Gramm körpereigenes Eiweiß herstellen.






Sonntag, 17. Juli 2016

Dîner en Blanc Weimar 2016: Das weiße Orchester spielte auf !

Das Dîner en Blanc ist ja so etwas ähnliches wie ein Flashmop. Verabredung über soziale Netzwerke, hier in Weimar unter Regie der Bürgerstiftung und der Grünen Wahlverwandtschaften, einem gemeinnützigen Verein, der in diesem Jahr  sein 10-jähriges Jubiläum feiert. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, "die Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung der historischen Garten- und Parkanlagen Weimars in ihrer Gesamtheit zu befördern und deren kulturhistorische, stadtbildprägende und ökologische Bedeutung ins öffentliche Bewusstsein zu rufen". 


Diner en Blanc Weimar 2016


Eine sehr lobenswerte Aufgabe. Auf der Seite des Vereins findet man zum Beispiel eine Liste der Gartendenkmale der Stadt Weimar und auch die Broschüre über den `Historischen und Neuen Friedhof in Weimar`, mit deren Erwerb man die Restaurierung historischer Grabstätten unterstützt, die vom Arbeitskreis Friedhofskultur organisiert wird.

Aber zurück zum Thema. Was ein Dîner en Blanc bedeutet brauche ich ja nicht mehr erklären, denn dazu habe ich hier schon einmal ausführlich geschrieben. Nach meiner Premiere im vergangenen Jahr, war ich gespannt auf die Örtlichkeit für das exclusive Treffen, die ja erst 24 Stunden vorher bekannt gegeben wird. Und es war eine wirklich schöne Sache, die Veranstaltung auf die Seebühne im Weimarhallenpark zu bringen. Ein großes Lob den Organisatoren/Innen.


Diner en Blanc Weimar 2016

Wie also auch im vergangenen Jahr trafen sich Weimarer, die befreundet, oder gar nicht oder nur vom Ansehen her bekannt sind, stellten mitgebrachte Tische in Reihen aneinander, deckten weiß ein und dekorierten mit Blumen, goldumrandeten Tellern, schönem Besteck und wunderbaren Leuchtern. Mitgebrachte Speisen standen auf dem Tisch und unter den schönen Klängen der begleitenden, französisch angehauchten Akkordeonmusik von Alexander Voynov, begann das Gelage.


Diner en Blanc Weimar 2016

Jeder kostete bei Jedem und der Grad der angebotenen Köstlichkeiten konnte unterschiedlicher nicht sein. Vom Schnittchen und dem klassischen Kartoffelsalat, bis zum komplett gekochten 3-Gang Menü war alles vorhanden. Auch die hinlänglich via Internet bekannte "PestoBlume" durfte nicht fehlen. Wein gab es auch, in den meisten Fällen natürlich weißen und der Ort des Geschehens gab dem ganzen wirklich ein besonderes Flair.


Diner en Blanc Weimar 2016

Diner en Blanc Weimar 2016

Mein Beitrag am Tisch bestand 2016 aus einem Salat von Orecchiette ("Öhrchen"-Nudeln) mit Blauschimmelkäse, Birne und Ruccola und Portweinpflaumen mit Zimtstreusel in kleinen Gläschen. Ich fand es lecker und die weiter gegebenen Kostproben wurden auch positiv bewertet.


Diner en Blanc Weimar 2016

Geschätzte 80 Personen nahmen an dem weißen Event teil und es bleibt zu wünschen, dass diese Veranstaltung einmal größeres Ausmaß annehmen wird. Die Veranstalter würde es freuen, aber dazu müsste die Tradition des weißen Diners müsste wohl noch bekannter  in Weimar werden. 



Eine Dame, die aus der gegenüberliegenden Weimar Halle in der Pause einer Veranstaltung ins Freie trat fragte staunend, für wen wohl das "weiße Orchester" gegenüber auf der Seebühne spielt. Ungeachtet dessen, dass sie wohl schnellstens den Optiker ihres Vertrauens aufsuchen sollte, war dieser Abend mehr der der leisen Töne. Aber das ist gut so.



Samstag, 16. Juli 2016

Koch dich in den Urlaub: Heute Türkei

Ich war ja schon ziemlich weit weg, in den wenigen "großen" Urlauben die ich bisher hatte. Als ich jung war fehlten die Möglichkeiten, als ich etwas älter war fehlte das Geld und in den letzten Jahren fehlte einfach die Zeit. So ist das, wenn man selbstständig ist, was ich ja über 30 Jahre lang war. Wie gesagt ein paar größere Reisen zu den Perlen im Indischen Ozean und auch in die USA. Spanien sowieso, von Mallorca bis zu den Balearen. 

Fladenbrot, Fallapfel und Börek

Aber so wie allen geht es uns, wenn auf unserer Liste der Urlaubswünsche noch einige stehen, die bisher unerfüllt sind. Deshalb habe ich uns in jeder unserer Urlaubswochen in ein anderes Land gekocht, welches wir irgendwann noch besuchen möchten.

Dieses Jahr haben wir uns entschlossen, unseren Urlaub mit Arbeit zu Hause zu verbringen, so in aller Gemütlichkeit Dinge abarbeiten, die einfach schon zu lange auf Erledigung warten. Das klingt nicht so schön, verschaffte uns aber eine große Befriedigung und wir sind ein bisschen stolz, alles auf "erledigt" setzen zu können. Dazu noch ein Projekt, welches uns schon ein paar Jahre gedanklich umtreibt. Auch das ist geschafft und es ist würdig einen extra Post hier zu erhalten. Also demnächst.

Unser erster Wunsch nach einer Reise geht in die Türkei. Nach Troja und Ephesos und nach Kappadokien, dann einen ausgedehnten Badeaufenthalt an der türkischen Riviera. Vielleicht nach Aspendos in das Amphitheater und unbedingt nach Istanbul. Eine lange Reise würde das werden und irgendwann machen wir die auch.

Solange das also nur in Planung ist, habe ich uns mal in den Urlaub gekocht. Türkischer Abend sozusagen. Auf unserer Tellern landete ein noch lauwarmes Fladenbrot, Lammbratwürstchen, Falafel, Tomatensalat mit Schafskäse, Zigarren-Börek mit Schafskäse und Chili und Minzjoghurt. So könnte man ihn sich vorstellen, einen leckeren Abend in der Türkei und wir haben uns einfach mal eingebildet, wir wären gerade dort ;)

Hier noch ein paar Tipps bzw. richtige Rezepte zur Zubereitung. Rezepte für zwei vom arbeiten hungrige Personen:

Tomatensalat mit viel Zwiebeln, Schafskäse, Kräutern, S+P, Olivenöl













Lammbratwürstchen - dazu gibt es nicht viel zu sagen. Gekauft, gebraten und für sehr gut befunden !












Minzjoghurt - da verwende ich natürlich meinen Lieblingsjoghirt, den griechischen. Ich hoffe, dass ist dann politisch trotzdem noch korrekt ;) Gewürzt und mit viel frischer, fein gehackter Minze verrührt.... und schön kalt muss er sein.









                                                                             

 Für die Börek habe ich fertigen Yufka Teig verwendet.
Schafskäse habe ich zerkrümelt und mit frischer, in kleine Stücke geschnittenen  Chili  und Petersilie vermischt. Diese Mischung habe ich in den Teig eingerollt und die Enden eingeschlagen. Mit sehr wenig Sesamöl eingeölt und im vorgeheizten Airfryer für 15 Minutenbei 180 Grad frittiert.











Für die Falafel habe ich 150 gr. getrocknete Kichererbsen für (mind. 12 Stunden) 24 Stunden eingeweicht, dass Wasser entsorgt und durch den Fleischwolf gedreht. Dazu kamen 1 Knoblauchzehe
etwas glatte Petersilie
2 Stängel Koriandergrün
1 Zitrone (Saft und abgeriebene Schale)
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL edelsüßes Paprikapulver
frisches Berg-Bohnenkarut, etwas Chili, S+P, Wasser nach Gefühl für einen geschmeidigen Teig,

1 EL Mehl, 1 TL Backpulver


Die Masse gut verrühren. Die mit einem Esslöffel abgemessenen Kugeln habe ich in Sesam gewälzt und schwimmend im Fett (neutralem Öl) ausgebacken.


Für das Fladenbrot habe ich 150 ml lauwarmes Wasser mit einem TL Zucker und 1/4 Würfel Hefe gemischt und Bläschen bilden lassen. In der Zeit wurden ein TL Salz mit 225 gr Mehl vermischt. Dazu kam das Hefe-Wasser Gemisch und ein EL Olivenöl. 
Der durfte 60 Minuten an einem warmen Ort gehen, bis sich das Volumen verdoppelt hatte. 
Dann wurde der Teig zusammen gefaltet und auf einem mit Papier ausgelegtem Backblech zu einem Kreis geformt, Durchmesser ca. 20 cm. Jetzt durfte er nochmals 30 Minuten ruhen.

Mit der Rückseite des Messers wurden die charakteristischen Muster eingekerbt. Ein Eigelb wurde  dann mit 1 EL Olivenöl verquirlt und das Fladenbrot damit bestrichen. Obenauf kamen Schwarzkümmel und Sesam. Im vorgeheizten Backofen (230 Grad Umluft) wurde es 25 Minuten goldbraun gebacken.



Freitag, 15. Juli 2016

Die Giftigeblonde zu Gast: Heute gibt es einen Reisauflauf

Hallo und schönen guten Morgen nach Weimar!

Im Moment schwelgen wir in frischen, heimischen Früchten, ein paar Erdbeeren gibts noch, die Marillen sind im Werden und Kirschen gibts ganz aktuell zu ernten und zu verspeisen.

Reisauflauf mit Kirschkompott

Ich mag Kirschen sehr gerne, ganz besonders diese schönen roten herzförmigen Früchte, die ich am liebsten im Burgenland kaufe, bei einer unserer Radtouren. Diese sind aber vom Baum einer Freundin sie hat mir ein paar zur Verfügung gestellt..dafür kriegt sie im Herbst vom Zwetschken- und Apfelsegen ab,..so wie es aussieht gibts heuer eine reiche Ernte bei unseren Bäumen.

Aber bleiben wir bei den Kirschen.

Eine meinern Kindheitserinnerungen ist der köstliche Reisauflauf meiner Oma, die leider vor ein paar Jahren mit 93 verstorben ist, sie war überhaupt keine Köchin, im Gegensatz zu meiner sizilianischen Oma, aber gewisse Gerichte waren bei ihr immer am besten, dazu gehört der Reisauflauf und auch Griesschmarren, aber auch Saftfleisch mit Rindfleisch, so eine Art Geschnetzeltes..herrlich. Bei ihr gabs den Reisauflauf entweder so wie bei mir heute für Euch mit Kirschenkompott oder im Winter gab sie eine Schicht Äpfel, nur geschält und entkernt, geblattelt geschnitten zwischen zwei Reismassen vor dem Backen rein.

Bei meinen Tartelettes passt nix zwischendrin rein, daher Kirschenkompott:-)

Reisauflauf mit Kirschkompott


Für 3 Personen

Reisauflauftartelettes (für den Rest Teig eine andere backofenfeste Form)

500 ml frische Milch
125 g Rundkornreis
eine Prise Salz
3 Eier
1 El. Selbstgemachter Vanillezucker
10 + 60 g Butter + zum Ausstreichen der Formen
Saft und Schale einer halben Bio  Zitrone
80 g Zucker

Kirschkompott:
1/2 kg Kirschen
1/2 Zimtstange (kann man weglassen)
Zucker, je nach Süße der Kirschen
Saft einer halben Zitrone
wenig Wasser
Kirschen halbieren, entkernen und mit den restlichen Zutaten köcheln bis die Kirschen die gewünschte Konsistenz haben.


Die Milch mit der Prise Salz und 10 g Butter zum Kochen bringen und den Reis einrühren, nochmal aufkochen lassen und ein paar Minuten köcheln lassen. Empfehlenswert dabei ist, dabei zu stehen und permanent zu Rühren. Das brennt leicht an leider, wie das bei heißer Milch so gern der Fall ist.
Dann den Topf vom Herd nehmen, einen Deckel draufgeben und so vollständig erkalten lassen.

Aus den Eidottern, den 60 g Butter und dem Zucker ein schaumige Masse rühren und den kalten Reis vorsichtig unterheben, nicht mehr mit dem Mixer, sonst zerstört man die Struktur vom Reis.
Zitronenschale und Saft unterheben.
Aus dem Eiklar einen festen Schnee schlagen
Der kommt nun zum Schluss zu der Reismasse.

Backofen auf 180° Ober-Unterhitze einschalten, oder wie bei meinem Multibackofen ein automatisches Dampfprogramm wählen, selbe Tempteratur und selbe Backzeit.

Die backofenfesten Formen mit reichlich weicher Butter auspinseln und die Masse einfüllen.
Diese dann auf ein Backofengitter stellen und backen.
Die kleinen Tartelettsformen waren in 15 Minuten fertig, dadurch die so klein sind, geht das sehr rasch. Die anderen verwendeten Formen gut beobachten, für mich ist Reisauflauf perfekt wenn er nicht knusprig ist, sondern auch die Oberseite schön hell und sich feucht anfühlt wenn er fertig ist.
Wenn Ihr das nicht so mögt wie ich, dann solange im Herd belassen, bis Euch die Farbe gefällt.

Reisauflauf mit Kirschkompott

Die Tartelettes sofort auf einen Teller stürzen und mit dem Kirschenkompott servieren,...

Und genießen,...ich hab immer den Geschmack von Kindheit vor Augen, wenn ich das esse, eines der wenigen Gerichte, die wirklich jetzt auch noch so schmecken wie ich sie in Erinnerung hatte,..

Ich hoffe, ich konnte Euch eine interessante Variante eines Auflaufs vorstellen und würde mich freuen, wenn der eine oder andere auch zum Kochlöffel greift und das nachmacht.

Ich freu mich schon auf August :-)