Sonntag, 15. Januar 2017

Die Giftigeblonde zu Gast mit frischem Hefegebäck

Guten Morgen, das erste Mal im neuen Jahr aus Österreich.

Ich habe euch ja letzens versprochen dass ich Kärntner Zuckerreinkale mitbringe.


Dieses Vorhaben gestaltete sich nicht so einfach wie ich dachte, ich hatte ja den Geschmack noch im Kopf, wie ich das haben wollte.

Das erste Rezept das ich versucht habe, hat zwar wunderbar geklappt, auch ganz gut ausgesehen, aber es hat nicht so geschmeckt wie es in meiner Erinnerung war.

Also habe ich weiter Rezepte gewälzt, wieder verworfen, umgeändert und schließlich hatte ich dann doch Reinkale wie ich sie haben wollte, was mir auf Instagram ein lautes Halejula entlockte-

In Kärntnen wird das Zuckerreinkale genauso wie der Kärntner Reindling zur Weihe in die Kirche mitgenommen, vor Ostern, nach der Fastenzeit trägt man körbeweise Speisen in die Kirche um die segnen (=weihen) zu lassen, um dann nach der kargen Zeit eine gscheite Osterjause genießen zu können.
Außer Germ(Hefe)teiggebäck gibts da noch allerlei Geräuchertes, Eier, geräucherte Würstel soweit ich weiß.
Hier bei uns im Osten Österreichs ist mir das nicht so bekannt, wobei man auch hier eine Osterjause zu sich nimmt, aber dann eher eine wo ein schöner Striezel oder auch eine Osterpinze auf den Tisch kommt.

Ich werde mir für Ostern überlegen, ob ich euch da auch ein typisches Osterrezept mitbringe.

Heute aber zum Zuckerreinkale, das isst man natürlich das ganze Jahr über, sonst hätte ich vor Weihnachten nicht überall welche angeboten bekommen.

Man könnte sagen, es ist ähnlich Zimtschnecken, sie bestehen auch aus Zimt, Hefeteig und Zucker, viel Zucker. Der Teig kommt ohne Ei aus, ich glaube bei den schwedischen Zimtschnecken ist auch ein Ei im Teig,

Hier ist nun das Rezept, das ich für gut befunden habe, die Anregung dazu habe ich auf ichkoche.at bekommen, ich habe es noch umgebaut.



Zutaten:
Teig:
40 g weiche Butter
20 g frische Germ/Hefe oder die entsprechende Menge Trockengerm
250 g glattes Mehl
125 ml lauwarme Milch
20 g Zucker für den Teig 
Abrieb der Schale einer Bio Zitrone
Fülle:
wenig flüssige Butter
1 Tl. Selbstgemachter Vanillezucker
Reichlich Kristallzucker und gemahlenen Zimt 

Eine runde Form, etwas kleiner als eine 26er Tortenform, am besten eignet sich eine runde Auflaufform
Butter zum Bestreichen der Form

Die Form mit der flüssigen Butter gut ausstreichen und mit Kristallzucker ausstreuen.

Aus den Zutaten für den Teig einen schönen Germteig herstellen, diesen 1-2 Stunden an einem nicht zugigen, warmen Ort aufgehen lassen.

Dann wird der Hefeteig nochmal gut durchgeknetet und dann mit einem Nudelholz zu einer Platte  von ca. 1 cm Dicke ausgewalkt.

Auf diese Platte streichen wir nochmal flüssige Butter und bestreuen großzügig mit Kristallzucker und Zimt.

Jetzt wird das Ganze so eingerollt wie ein Strudel.
Aus diesem ca. 5 cm dicke Scheiben runterschneiden und in die ausgezuckerte (was für ein Wort ggg) gestellt, also die Schnittstellen sind oben und unten.

Nochmal 20 Minuten gehen lassen.
In der Zwischenzeit das Backrohr 180° Ober/Unterhitze vorheizen.

Die Zuckerreinkale werden dann ca. 20 Minuten gebacken, meine ein bissal länger, mir waren sie zu blass nach der angegebenen Backzeit.

Schmecken köstlich gleich warm zu einem Espresso, aber natürlich sind die auch kalt noch sehr gut, wenn euch denn was überbleibt, ich hab nur die halbe Menge gemacht, so war das ziemlich rasch aufgegessen von meinem Mann und mir.

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Jänner, und freue mich schon auf Feber, schließlich kommen wir dann dem Frühjahr immer näher!


Samstag, 14. Januar 2017

Über den Tellerrand geschaut : Serbische Gibanitza

Mit einem alten Kochbuch der Jugoslawischen Kochkunst bewaffnet, habe ich den Heimweg angetreten. H. + G. haben mich irgendwie angesteckt mit dem Schwärmen von der sehr guten Küche dieses nicht mehr existierenden Landes. Die Zeit hat es überholt, wie so manchen sozialistischen Zusammenschluß,  aber die traditionellen Rezepte werden bleiben. In diesem Buch wurde quasi schon eine Teilung des Landes vorhergesehen, denn die Rezepte sind nach Kategorien der einzelnen jetzt selbständigen Länder gegliedert, wie Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina und so weiter.

Original serbische Gibanitza

Bei näherem hinsehen bzw. hinlesen, entpuppen sich die Rezepte als sehr interessant und die Lust zum nachkochen kommt auf. Vieles erinnert mich an orientalische oder mediterrane Küche, wie Hammel, Weinrebenblätter und Risotto. Aber auch die österreichisch-bömische Küche könnte Pate gestanden haben, bei Tatschkerl und Strudel und Griessknödel. Ein wirklich buntes Kaleidoskop der Küchen der Welt.

Das Buch hat einige Erkenntnisse für mich gebracht und ich werde wohl noch ein paar mal darin stöbern und etwas für uns finden. Heute aber das, worauf mich ein ein Foto von H. und die folgende Beschreibung neugierig gemacht hat. Gibanitza, die mit Käse geschichteten luftigen Teigblätter, die goldbraun gebacken werden. Gibanitza ist vergleichbar mit Lasagne.

Original Gibanitza

Bevor es richtig los geht, noch ein paar Anmerkungen zu den Zutaten. Kajmak wird als "reif und fest" beschrieben und ist auf Nachfrage bei G. zu vergleichen mit Schmand oder Mascarpone. Ich hatte das Glück einen Becher Kajmak zum Rezept dazu zu bekommen und vermute von der Konsistenz die nähere Verwandtschaft zu Crème double, die einen Fettgehalt von etwa 50% hat, oder besser zu Mascarpone der mit seinen 80% Fettgehalt genau dem des Kajmak entspricht. Es kommt sicher auf einen Versuch an, ob man ein ähnliches Produkt ebenfalls im türkischen Handel findet.

Der zweite Käse wird als "fetter serbischer Käse" beschrieben und lässt viel Spielraum zur Interpretation. Ich habe mich für Bergkäse entschieden. Parmesan könnte auch passen, ist aber viel kräftiger und da würde ich das Salz weg lassen. Man kann auch mischen, denke ich.

Die Herstellung der Teigplatten ist ebenfalls beschrieben, ich führe das im Rezept mit auf, habe aber fertigen Filoteig verwendet. Mit einer Packung mit 10 Blättern (Größe 30x31)  konnte ich meine Tarteform (Größe 20x25, mit abnehmbarem Boden) mit 16 Schichten füllen, wobei ich zehn ganze Blätter hatte und ein paar Lagen auch gestückelt habe. Das war von der Höhe her aber auch ausgereizt. 

Original serbische Gibanitza

Beim Unterrühren der Milch unter die Ei-Käse Masse, erschien mir ein Liter Milch relativ viel und so habe ich weniger verwendet. Das Ergebnis war sehr gut wie du siehst. Es steht dir frei, den Teig flüssiger oder etwas dicker zu verarbeiten. 
Wenn du die 500 gr. Teigplatten in einer großen Form zubereiten möchtest (also doppelte Menge wie hier bei mir), brauchst du den ganzen Liter, damit der Teig auch aufgeht bzw. gart. Die konzentrierte Version, die ich mit 250 gr. Teig zubereitet habe, kam mit weniger Milch aus.

Zur Gibanitza gab einen grünen Salat, mit viel Zitrone und Dill. Ein hervorragendes Essen, welches unsere Speisekarte sehr bereichert hat. Bis du bereit ?  Los geht es mit

Serbische Gibanitza

Teigplatten
500 gr. Mehl, ein wenig Salz und einen Löffel Öl, mit lauwarmen Wasser zu einem nicht zu weichen, elastischen Teig verarbeiten. Den Teig gut durchkneten und in fünf gleiche Teile teilen. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen. Auf den Tisch ein Tischtuch legen und mit Mehl bestäuben. Die Teigkugeln in dünne 3-4 mm starke Blätter auswalken. Die Teiglagen ein wenig trocknen lassen und in Größe der Form zuschneiden, die man für die Zubereitung verwendet. Jedes Teigblatt wird im Backofen auf einem vorher gut erhitzen Backblech  hell gebacken.

Weiter wie hier gezeigt

500 g Filoteigblätter (hier 250 g - siehe oben)
250 g Kajmak
250 g serbischen Käse (hier Bergkäse - siehe oben)
etwas Öl
5 Eier
Salz
1 L Milch (hier 375 ml - siehe oben)

Käse nicht zu grob reiben und unter den mit der Gabel etwas zerquetschten Kajmak rühren. Die Eigelb unterrühren und das Eiweiß steif schlagen. 1 Liter Milch (375 ml) unterrühren und gut vermischen. 1/4 TL Salz dazu geben und das geschlagene Eiweiß unterheben.

Die Teigblätter auf die Form zuschneiden. Die Form gut ausfetten. Die Teigblätter durch die Ei-Käse Masse ziehen, oder jeweils mit 2-3 EL der Masse bestreichen. In der Form immer abwechselnd schichten und etwas andrücken. 3 Blätter als Deckschicht auflegen und die restliche Masse darüber verteilen. Mit dem restlichen Öl die Oberfläche bespritzen.

Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Ober-Unterhitze 45 Minuten backen. Die Oberfläche sollte goldbraun sein. Warm servieren.

Serbische Gibanitza, gibanica







Donnerstag, 12. Januar 2017

Einfache Familienrezepte: Heute Pfeffernudeln

Diese Pfeffernudeln haben  mit Pfeffer so viel zu tun, wie Kalbsleber mit Kalbsleberwurst. In normaler Dosis ist er vorhanden, aber beileibe nicht das vorherrschende Element. Den Namen hat meine Oma erfunden, die Creater des Gerichts war, welches es aber sicher so, oder so ähnlich, auch bei euch in der Familie geben kann. Es war zu der Zeit als meine Oma hauptsächlich den Kochlöffel bei uns geschwungen hat, das mit Abstand modernste Gericht, das bei uns auf den Tisch kam. Und wir haben es geliebt !

Einfaches Essen mit Nudeln und Hackfleisch

In unserer Familienküche hatten Nudeln meistens ihren Platz in der Suppe, da waren sie immer selbst gemacht. Später gab es auch einfache Makkaroni mit Gulasch oder süß mit Obst. Solche "modernen" Sachen wie Farfalle, Fusilli oder Orecchiette waren unbekannt, da eine Reise ins sonnige Land der guten Pasta nicht auf dem Plan stand. Die gute alte Kartoffel war eigentlich immer der favorisierte Sattmacher. 

Kurzerhand hat die Oma die Nudeln mit der Zutat Fleisch zusammen gebracht, in Form von Hackfleisch. Da war sie sich ja sicher, dass die Familie dafür zu haben sein wird. Das wahrhaft exotische machte die Kombination von Tomatenmark, Zwiebel, Knoblauch, Kümmel und natürlich Salz und Pfeffer aus. Ja, lacht nicht. Es gab eine Zeit vor dem kochen mit frischen Tomaten, Chili und zehn verschiedenen exotischen Pfeffersorten.


einfaches Essen mit Hackfleisch

Aber eins macht dieses einfache Gericht aus: Es schmeckt heute noch genauso gut wie von der Oma und die Kinder lieben es heute auch noch genauso. Und da heute mal wieder Tag mit dem Junior ist und der Junior Hunger hat, der möglichst schnell gestillt werden sollte, passt das hervorragend. Selbst hat er, zu meinem Leidwesen, im Moment keine Lust zum kochen. Aber ich bleibe dran 😉

Nudelpfanne mit Hackfleisch (Pfeffernudeln)


Zutaten für 4 Personen

1 Beutel Nudeln deiner Wahl, gern Fusilli oder kurze Makkaroni
1 kleine Dose Tomatenmark
500 gr. Hackfleisch ; Schwein, oder Halb und Halb mit Rind
2 große Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
Kümmel (ungemahlen)
1 TL Edelsüß Paprika
1 TL scharfer Paprika
Salz, Pfeffer


Nudeln mit Hackfleisch und Zwiebeln

Das Hackfleisch würzen, in der Pfanne mit der Gabel klein drücken und dabei scharf anbraten, damit das Fett ausgebraten wird. Die Zwiebeln und den Knoblauch klein schneiden und mit braten. Ist das Hackfleisch schön braun, das Paprikapulver dazu geben. Das Tomatenmark mit 1-2 TL Löffeln Wasser etwas aufrühren, damit es sich besser verteilen lässt.

Die Nudeln nach Packungshinweis bissfest kochen, abgießen und unter das gewürzte Hackfleisch mischen. Mit Kümmel und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. 

So einfach, so schnell, so preiswert und so gut ! Wer es gar nicht lassen kann, kann auch ein wenig Käse darüber streuen und untermischen. Aber ich vermisse ihn hier überhaupt nicht. Eure Kinder werden es mögen und ihr werdet bei der Zubereitung mehr naschen als gewohnt. Lasst es euch schmecken.

Montag, 9. Januar 2017

Kulinarischer Stadtrundgang durch Weimar

Petra Venske, Stadtführerin in Weimar, hat von Besuchen in anderen Städten eine Idee nach Weimar importiert: Ein Stadtrundgang, der die kulinarische Seite der kulturträchtigen Stadt Thüringens beleuchtet. Das ist  naheliegend, denn der durch die Straßen Weimars nach Hochkultur jagende Tourist, bekommt früher oder später auch einmal Hunger. Macht man also gleich einen Stadtrundgang der das leibliche Wohl berücksichtigt, hat man für alles vorgesorgt.


Eine Gruppe von 15 Personen traf sich zur vereinbarten Zeit, am Freitag Nachmittag, um den Gerüchen und Geschmäckern Weimars auf den Grund zu gehen. Petra Venske hatte mich eingeladen und so war ich als Insider mit der Gruppe unterwegs. Zu meinem Erstaunen war ich da nicht allein, denn zwei Ehepaare aus dem Weimarer Land taten mir gleich. Sie lösten ein Geschenk der Kinder ein die wohl meinten, die Eltern hätten da Nachholbedarf.

Neben der allseits bekannten Thüringer Bratwurst, ging es zu Beginn an das Erraten einer weiteren Grundfeste der Ernährung, der Wurst aus der Hausschlachtung. Diese durfte mit einem Stück Brötchen verkostet werden und so essend ging es zur nächsten Station.


Der Weg wurde genutzt, um Gebäude und Geschichte Weimars locker zu erklären und schon kamen wir zum nun folgenden Programmpunkt, einem Picknick im Goethepark. Das konnte wegen der schon vorgerückt kühlen Jahreszeit und späten Stunde, nur im Stehen absolviert werden, was dem Appetit der Anwesenden keinen Abbruch tat. Und bei wunderbarem Blechkuchen der Bäckerei Rose und einem Cidre von Thüringer Streuobstwiesen, hörten wir  von Anna Amalia und ihrer Affinität zu Goethe und der mit ihm geteilten Leidenschaft für gutes Essen und das Land Italien.


Gespickt mit kleinen Anekdoten und Wissenswertem über die Essgewohnheiten der Goethezeit ging es weiter, über den Frauenplan und die weihnachtsmarktlich belebte Schillerstraße, zum Palais und der Crêperie du Palais. Auch die Geschichte des Weimarer Hofes hatte Berührungspunkte mit Frankreich und so wurden wir dort zu Recht mit Köstlichkeiten aus diesem Land verwöhnt.


Unweit davon, am Donndorfbrunnen, befindet sich das ebenso genannte Café und dort gab es die Gelegenheit zu einer Verkostung der wunderbaren Schokolade und Pralinen aus der Goldhelm Manufaktur, die sich zwar in Erfurt befindet, deren Erzeugnisse aber in Weimar ebenso beleibt sind.


Nach einem kurzen Weg, aber kulinarisch und gedanklich großem Sprung, landeten wir in einem der derzeit angesagtesten Lokale Weimar, dem 36 Pho Co. Dort gab es eine sehr gute vegetarische Reisrolle und danach den Weg zum vermeintlichen Höhepunkt der Thüringer Küche, dem Kloß.


Der Thüringer Kloß, der im Sächsischen Hof durchaus gut zubereitet wurde, fand nicht  bei allen mitessenden Teilnehmern Zustimmung. Schon oft hab ich in Gesprächen mit außerthüringischen Genießern erfahren müssen, dass man ihn als trocken und zäh einstuft und die hohen Weihen in der Küche Thüringens nicht verstehen kann. Jedem Tierchen sein Plaissierchen und den Thüringern ihren Kloß, wie den Bayern ihre Knödel. Jeder wie er mag. So wurde der geplante Höhepunkt des Rundgangs eher ein Tiefpunkt, aber der letzte Programmpunkt der Stadtwanderung stimmte alle wieder versöhnlich.



Dazu ging es nämlich ins schöne Kirms Krackow Haus mit seinem netten Café, welches in Weimar zum Anlaufpunkt für den Genuss des wirklich guten Weines geworden ist, der in Weimar wächst. Die Anwesenden wollten es kaum glauben !  Hier habe ich über die Lage Weimarer Poetenweg schon ausführlich berichtet. Bei einem guten Tröpfchen lockerten sich nun auch ein bisschen die Zungen, der zunächst leicht verschlossenen Teilnehmer des Rundgangs und mit  mehreren Kostproben der Sorten des Weimarer Werkstücks klang der wirklich interessante Nachmittag aus.


Ein schöner und abwechslungsreicher Rundgang, den Petra Venske hier für die Weimarer Gäste geplant hat. Ich glaube, jeder der in Weimar wohnt, hätte auf Befragung eine andere Route eingeschlagen, bzw. andere Lokale besucht. Denn kulinarische Vorlieben sind eben auch etwas sehr persönliches.  Diese Tour aber als Gast Weimars mitzumachen lohnt sich in jedem Fall, denn das ist mal eine ganz andere Sicht auf die schöne Stadt und ihre (Ess)Kultur.

Freitag, 6. Januar 2017

Deftig, aber leicht: Gerollte Pasta mit Wirsing, Speck und Knoblauch

Der grüne, knackige Wirsingkohl hat mich echt angelacht. Liebe auf den ersten Blick. Und wenn man eine solche Schönheit nach Hause trägt, muss man über zwei bis drei Zubereitungen nachdenken, wenn man für zwei Personen kocht.  Rahmwirsing soll es werden. Aber darüber brauche ich hier nix schreiben, den macht ihr doch im Handumdrehen, ohne irgendwo nachzulesen. Eine nächste Variante sollen kleine Kohlrouladen werden, aber mit einer etwas anderen Füllung als Hackfleisch und die kommen bald hier auf dem Blog.


Wirsing und jedes andere Kraut, ist im Winter ein wichtiger Bestand unsrer Ernährung. Ihm haftet immer noch der Geruch des "Arme-Leute" Essens an und das im wahrsten Sinn des Wortes. Die Zubereitung von Kohl geht oft mit strengem Geruch einher, aber er ist unschlagbar mit seinen gesunden Inhaltsstoffen.

Kohl ist die wichtigste Kulturpflanze der Kreuzblütengewächse. Er wird seit über 3000 Jahren angebaut  und in der Zeit haben sich aus dem Wildkohl zahlreiche eigenständige Gemüsearten entwickelt. Weiß-, Rot- und Spitzkohl, Wirsing, Chinakohl - aber auch Blumenkohl und der mit ihm verwandte Brokkoli, schließlich Rosenkohl, Grünkohl und Kohlrabi gehören alle zu seiner Familie, sogar Radieschen und Rettich sind entfernte Verwandte.

Kohl, das sind vor allem jede Menge Vitamine wie C und A, Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium und Kalium für ein starkes Herz sowie für die Verdauung wichtige Ballaststoffe


100 Gramm Grünkohl enthalten mehr Eisen als die gleiche Menge Schweinekotelett und fast genauso viel Kalzium wie ein Glas Milch. Auch die Folsäure, ein für den Zellstoffwechsel wichtiges B-Vitamin, ist in vielen Kohlarten in hohen Mengen enthalten. 100 Gramm Wirsing zum Beispiel decken fast ein Viertel des täglichen Folsäurebedarfs.

Das erste aber, was ich zubereitet habe, waren kleine Röllchen aus Nudelteig, mit etwas Speck und Knoblauch. Gegart im Ofen in einer Gemüsebrühe. Herr pe. kam in die Küche und fragte nur beiläufig, was ich wohl wieder spielen würde 😎 Die Idee kam mir in Erinnerung an die Röllchen, die mit Sauerkraut gefüllt werden. Ich habe heute den Pastateig mal nicht selbst gemacht, sondern auf gekaufte Lasagne Platten zurück gegriffen. Ich wollte probieren ob es so geht, falls jemand keine Zeit zum Teig zubereiten hat. 

Also es geht, man sollte nur ein paar Dinge berücksichtigen. Beim kurz abkochen der Teigplatten etwas Öl ins Wasser geben, nur kurz abspülen und dann sofort einzeln auf ein Holzbrett legen. Die Weiterverarbeitung zügig gestalten, damit der Teig nicht fest klebt. Besser fände ich in jedem Fall, mit frisch zubereitetem Pasta Teig zu arbeiten, aber wie ihr seht ging es auch so.

Gerollte Pasta mit Wirsing, Speck und Knoblauch



Zutaten für 24 kleine Röllchen
für eine kleine Auflaufform 

5 Blätter Wirsing
8 Teigplatten für Lasagne 
(oder Pastateig aus 200 gr Mehl,2 Eiern,2 EL Olivenöl)
12 schmale Scheiben Bacon
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Öl oder Butter zum anschwitzen
Salz und Pfeffer
etwas Parmesan gerieben
300 ml Gemüsebrühe


Die Zwiebel und den Knoblauch klein schneiden und in etwas Butter oder Öl glasig anschwitzen und weich werden lassen ohne zu stark zu bräunen. Die Masse im Blitzhacker zu einem streichfähigen Brei zerkleinern, ggf. etwas Brühe dazu geben, aber vorsichtig. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Speck auf die Länge halbieren. Die Wirsingblätter kurz blanchieren, den Strunk herausschneiden und in 3 lange Streifen teilen.

Die Teigplatten in kochendem Salzwasser  (mit einem Schuss Öl) nur weich werden lassen. Sofort abspülen und auf ein Küchenbrett legen. Je nach Höhe der Auflaufform teilen und nebeneinander legen. Bei mir war das 3 mal. Der Teig darf später nicht über die Form herausragen. 

Den Teig jeweils mit der Zwiebel-Knoblauch Creme bestreichen, mit einem Wirsingstreifen belegen und einer Lage Speck. So fest wie möglich aufrollen und in der gebutterten Auflaufform dicht nebeneinander schichten. Die Form muss komplett gefüllt sein.

Die Gemüsebrühe so hoch angießen, dass der Teig bedeckt ist. Im vorgeheizten Ofen bei Ober- Unterhitze (mittlere Schiene) 30 Minuten bei 165 Grad garen. Mit etwas Parmesan bestreuen und im ausgeschalteten Ofen noch 10 Minuten ruhen lassen. Beim servieren die Röllchen versuchen ganz heraus zu nehmen und auf den Teller noch ein paar Löffel der Brühe geben. Frischen Pfeffer aus der Mühle darüber geben.



Mittwoch, 4. Januar 2017

Neues Rezept für Huhn aus dem Ofen und eine Sammlung von 14 Rezepten zur Zubereitung von Huhn

Es gibt mal wieder Huhn. Irgendwie ziemlich oft bei uns. Wenn man ein gutes Produkt hat, möglichst Bio oder vom Geflügelzüchter dem man vertraut, ist das ein hervorragenderes Essen. Sehr geschmackvoll und leicht... obwohl, da entscheidet mehr die Zubereitungsart.  Heute bin ich über ein Rezept in der Zeitung Essen und Trinken gestolpert und die Liste der Zutaten gefiel mir gut. 

Huhn in Kokosmilch mir Chili, Zitronen, Tomaten, Knoblauch

Das Huhn kommt in den Ofen und wird mit Kokosmilch, Tomaten, Zironen, Knoblauch, Chili und Kaffirlimettenblättern geschmort. Klingt doch gut, findest du nicht ? Wir fanden das auch und haben es nicht bereut. Das Rezept für das karibische Huhn findest du gleich hier am Ende des Beitrages.

Da ich aber gerade so am überlegen war, dass es Huhn bei uns so oft gibt, bin ich mal in die Rezeptliste abgetaucht und war ziemlich erstaunt. Neben dem ganz normal gewürzten Brathuhn, welches bei uns immer noch liebevoll und nostalgisch als Broiler bezeichnet wird, gibt es noch 14 mehr oder weniger exotisch angehauchte Rezepte für die Zubereitung, inklusive von zwei Geflügelsalatrezepten.

Auch wenn in den vergangenen Tagen die Blicke aller mehr in Richtung größerer, geflügelter Braten gegangen sind, habe ich einmal eine Zusammenstellung der bisherigen Rezepte zum Thema Huhn gemacht, die du auf Obers trifft Sahne finden kannst. Wenn du  also demnächst mal über die Zubereitung eines Huhnes nachdenkst, schau hier rein und ich versichere dir, du hast die Qual der Wahl. Alle Rezepte ausprobiert und meist mehrfach zubereitet. 










Huhn in Buttermilch  






Marokkanisches Grillhuhn








Cajuhn Huhn











Zitronen Huhn







Zypriotisches Pastidsada







Baskisches Huhn








Orangenhuhn








Knoblauchhuhn








Knoblauch - Orange








Chickenwings








Reste als Geflügelsalat











Green Chicken Curry








Sommerlicher Geflügelsalat







Indonesische Hühnerfleischbällchen



Aber jetzt geht es los mit dem neu ausprobierten Rezept aus der Zeitschrift E&T


Kokos Zitronen - Huhn


Huhn aus dem Ofen in Kokosmilch

Zutaten für 4 Portionen

2 Hähnchenkeulen
1 doppelte Hähnchenbrust am Knochen
(bei mir ein komplettes Huhn, 1,8 kg)
1 Bio Zitrone
3 größere Tomaten
1 grüne Chilischote
3 EL Kokosöl
4 Knoblkauchzehen
350 ml Geflügelfonds
1 Dose Kokosmilch 400 g
2 Kaffirlimettenblätter
1 TL Kokosblütenzucker 
(alternativ brauner Zucker)
Salz und Pfeffer

Keulen mit einem schweren Messer im Gelenk zerteilen. Brust am Knochen längs in zwei einfache Brüste teilen und diese quer halbieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zitrone heiß waschen, in 4 Scheiben schneiden. Tomaten waagerecht halbieren. Chili längs einritzen, Kerne entfernen.

Kokosöl in einem Bräter erhitzen. Hähnchenteile, Knoblauch und Zitronenscheiben darin von allen Seiten braun anbraten. Aus dem Bräter nehmen und die Tomatenhälften mit der Schnittfläche hinein legen. Kürz anbraten und herausnehmen. Das Öl aus dem Bräter entfernen.

Geflügelfonds mit Kokosmilch, Chili, Kaffirlimettenblättern, Zucker, Salz und Pfeffer und dem angebratenen Knoblauch aufkochen. Hähnchenteile mit der Hautseite nach oben in den Bräter legen, die Flüssigkeit dazu geben. im vorgeheizten Backofen bei 210 Grad Umluft (220 Grad Ober/Unterhitze, Gas Stufe 4) auf der 2. Schiene von unten 30 Minuten offen garen. Nach 20 Minuten Tomaten und Zitronen wieder dazu geben und zu Ende garen.

Bräter aus dem Ofen nehmen und die Hähnchenteile noch 5 Minuten ruhen lassen. Mit sesam- und zimtgewürztem Reis servieren.




Sonntag, 1. Januar 2017

Man nehme......

Ist es euch auch schon einmal so gegangen ? Ich habe Rezepte probiert und dann hat sich herausgestellt, dass die völlig falsche Angaben zu den Garzeiten hatten, oder Zutaten gefehlt haben und so war das Ergebnis miserabel.
Und wenn man mit ganz offenen Augen durch das weite Internet blättert, trifft man auch auf Anpreisungen wunderbarer, großartiger Gerichte, die beim lesen gleich den Gedanken aufkeimen lassen, dass der Verfasser sie nicht probiert hat. Früher sagte man Papier sei geduldig, da kannte man aber das worldwideweb noch nicht, denn es übertrifft in Sachen Geduld alles bisher da gewesene.

Foto: Christoph Riefenstahl

Copy & Paste, es geht so einfach. Schnell auch noch das passende Bildchen rausgesucht und schon ist ein Beitrag fertig. Das großartige Ergebnis als das eigene auszugeben ist doch so einfach. Das Internet ist groß. Aber der Zufall will es und so kommen uns manche Bilder bekannt vor und manche Texte. Dann weiß man aber auch, was man vom jeweiligen "Koch" zu halten hat. Und so multiplizieren sich falsche Angaben und die Stille Post der zum scheitern verurteilten Rezepte zieht weiter von Seite zu Seite.

Rezepte sind etwas ganz persönliches. Mit ein paar Worten schildern, wie man etwas zubereitet und der oder die das schreibt, hat es vor Augen und im Sinn, wie es funktioniert. Aber die Leser eines Rezeptes haben das nicht und so kommt es, dass Missverständnisse manchmal vorprogrammiert sind. Deshalb ist bloggen nicht nur lustig und abwechslungsreich, es ist auch so ein bisschen Verantwortung dabei. Andere Menschen dazu anzuregen, etwas nach zu kochen oder zu backen, da muss schon alles stimmen was man aufschreibt und anpreist.

Foto: Christoph Riefenstahl

In dem Sinn wünsche ich mir, vor allem bei den hier aufgeschriebenen Rezepten, nur fehlerfreie für 2017. Zumindest gebe ich mir Mühe damit und eines ist klar, gekocht und gegessen wurden die bei Obers trifft Sahne alle. Ein erstes habe ich euch aber mitgebracht, dass habe ich ausnahmsweise kopiert und eingefügt. Ich gestehe ! Aber ich bin mir zu 100% sicher, dass alle Angaben richtig sind und zum Gelingen beitragen.

Ein ganz klassisches Rezept, aufgeschrieben vor vielen Jahren : 


Man nehme...

Man nehme 12 Monate,
putze sie ganz sauber von Bitterkeit, 

Geiz, Pedanterie und Angst,
und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile,
so dass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.
Es wird ein jeder Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit
und zwei Teilen Frohsinn und Humor.

Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu,
einen Teelöffel Toleranz, 

ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt.
Dann wird das Ganze
sehr reichlich mit Liebe übergossen.

Das fertige Gericht schmücke man
mit einem Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten 

und serviere es täglich mit Heiterkeit!

Katharina Elisabeth Goethe 
(1731-1808), Mutter v. Johann Wolfgang von Goethe 

***

Foto: Christoph Riefenstahl