Donnerstag, 23. März 2017

Schneller als jede Jahreszeit


Was ist nur los mit uns ? Können wir denn gar nicht mehr richtig genießen . Der Frühling naht und man könnte jetzt die ersten zarten Wildkräuter für einen Salat zupfen. Die sind nicht nur unbezahlbar, sondern kostenlos. Den oft überstrapazierten Bärlauch findet man regional auch schon in verwertbarer Größe.



Aber nach Bärlauch auf jedem Teller den man seit 4 Wochen  schaut, haben wir ihn schon wieder satt, im wahrsten Sinn des Wortes. Und so muss schnellstens Neues Glück gefunden werden. Habt ihr sie schon gekauft, die ersten Erdbeeren ? So schön sehen sie aus, auf Torten, auf Müslis und den vielen Dessertkreationen. Kein Foto ohne die schöne Frucht, obwohl man Glück braucht, eine richtig rote zu finden. Das sie schmecken wie ein unreifer Kohlrabi und auch dieses Mundgefühl verursachen, ist doch egal. Das sie unter Einsatz einer Unmenge an Energie halbwegs gereift sind, wen kümmerts.

Aber weiter gehetzt im Jahresreigen. Denn wenn alle Erdbeeren haben, dann kann man doch schon mit dem ersten Rhabarber punkten. Der ist auch schön anzusehen und mit dem kocht und bäckt doch noch keiner. Also nichts wie los ! Kaufen, egal woher, egal wie er schmeckt.

Unser nächstes Opfer ist der Spargel. Früher, ganz früher, als man Obst und Gemüse noch gegessen hat als es reif war, ging die Spargelzeit von Ende April bis zum 24.Juni, dem Johannistag. Und dass nicht etwa weil ihn dann keiner mehr wollte, oder irgendwelche Gifte in die Pflanze einschossen, sondern weil die Pflanze eine Schonzeit brauchte. Und unser Körper wahrscheinlich auch. Aber jetzt steht er nach dem wegtauen des letzten Schnees auf dem Speiseplan und in den Supermarkt Regalen noch bis zum Eintreffen der ersten Weintrauben. Obwohl Weintrauben... Und woher haben bloß Mairübchen ihren Namen, wenn man sie auch im Oktober kaufen kann ? Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren - wissen wir heute noch wann die eigentlich reif sind ?

Diese Beispiele kann man fortsetzen durch das ganze Jahr. Und wir bringen uns mit dieser Art Ess- und Kaufverhalten um jeden Genuss. Denn auch wenn sie freilich importiert sind, sie schmecken nicht. Mir nicht, die ich mich an den Geschmack noch erinnern kann.

Wir machen einmal gemeinsam eine kleine Übung, ja ? Wir schließen die Augen und denken uns, wir stehen in einem Garten. Vielleicht dem von der Oma ? Es ist Juni und wir dürfen die erste reife Erdbeere pflücken. Die knirschelt ein bisschen, weil sie nicht ganz sauber ist. Und wir drücken sie nur leicht mit der Zunge zusammen und schon haben wir den unvergleichlichen wunderbaren Geschmack, von einer Süße, die ist schon überirdisch und in uns ruft es mehr,mehr,mehr.

Oder wir beamen uns in den gleichen Garten und beißen in einen frischen Apfel vom Baum. Davon ganz abgesehen, dass es da noch Sorten gab, die heute kein Mensch mehr kennt, können wir uns nur zu gut erinnern, wie uns der Saft beim reinbeißen das Kinn herunterläuft. Haben wir diese Geschmäcker heute noch bei dem Obst, welches wir kaufen ?

Es liegt ein bisschen auch an uns. Denn die Nachfrage bestimmt nicht nur den Preis, und das ist ein Aspekt von dem ich noch gar nicht geschrieben habe, sie bestimmt auch das Angebot. Mein eindeutiger Appell also ist, lassen wir der Natur doch Zeit sich zu entfalten, wenn der richtige Zeitpunkt ist, schmeckt auch alles so, wie es schmecken soll. Nicht alles was früher war ist überholt, verstaubt, muffig und altmodisch. Urban Gardening finden wir doch auch total chick !

Es gibt schon Dinge in der Welt die sollte es nur geben, wenn es an der Zeit ist. Und das trifft nicht nur für Obst und Gemüse zu. Geduld haben wir verlernt. Alles muss, wenn wir es wollen. So ein bisschen Vorfreude und Sehnsucht nach einem Genuss, kann ihn doch noch multiplizieren.
Das soll nun hier aber kein Wort zum Sonntag werden, sondern nur ein eindeutiger Appell zur Entschleunigung. Ein Wort,welches in aller Munde ist. Vielleicht fangen wir einfach mit unserem Essen an.

Montag, 20. März 2017

Kartoffelwaffel mit Kräuterquark Dipp

Einfaches Abendessen am Montag, aber ein bisschen Extra-Mühe gibt man sich ja dann doch. Es gab Kartoffelwaffeln mit Kräuterquark Dipp. Nicht so viele Kalorien, frühlingsfrisch und knusprig. Das Rezept für die Waffeln kann man auch mitnehmen, um mit anderen Zutaten zu kombinieren. Da fällt mir auch gleich Lachs ein, oder ein Rindertatar. 

Kartoffelkwaffel mit Kräuterquark

Nach einem wieder mal erlebnisreichen Wochenende in Berlin, bin ich wieder zurück in Weimar. Der Tag im Olympiastadion war wirklich sehr bemerkenswert. Als Gast beim Halbfinale des Cookingstar 2017, dem bundesweiten Wettbewerb für Hobbyköche, habe ich mich sehr entspannt dem Wettbewerb als Zuschauer widmen können. Nachdem wir beim Berliner Vorentscheid aus dem Wettbewerb ausgeschieden sind, war das einmal eine ganz neue Erfahrung. Darüber schreibe ich aber einen, dem Anlass gebührenden, extra Blogbeitrag.

Neben dem aufregenden Kampf um den Einzug ins Finale, gab es für uns als Zuschauer ein wirklich ganz exquisites Catering, zubereitet vom Unternehmen des Olympiastadions. Von vielen kleinen Softdrinks, über süßes und herzhaftes als Vorspeise, warmen kleinen Speisen, wie Pikata vom Kalb, Ochsenbäckchen und Trüffelravioli, dann als Dessert fruchtiges und cremiges und am Nachmittag schönen Kuchen. Alles in kleinen Mengen gereicht,  konnte man schon vieles davon genießen. 
Es gab großartigen Champagner von Taittinger, einen guten Riesling und den hervorragenden Kaffee von Miele. Ein Barkeeper aus Zypern zauberte mit viel Phantasie alkoholische und alkoholfreie Drinks. Es blieb kein Wunsch offen.



Gekrönt wurde der Tag für mich noch durch die sehr interessante Führung durch das Olympiastadion. Mehrere Etagen unter dem eigentlichen Stadion, von der Aufwärmhalle für Leichtathleten mit einer 100 Meter Bahn inklusive Sprunggrube, die auch gleich für die bekannten Pressekonferenzen zur Champions Lease genutzt wird, bis zu den Umkleidekabinen und der mit Blattgold ausgeschlagenen Kapelle. Diese hat alle staunen lassen, denn die Buchstaben für den im goldenen ovalen Raum an den Wänden in mehreren Sprachen  dargestellten Bibeltext, wurden einzeln von Hand ausgeschnitten. 




* mehr Fotos am Ende des Beitrages 


Rezept Kartoffelwaffeln

für 4 Personen

Kartoffelkwaffel mit Kräuterquark


1 kg Kartoffeln
4 Eier
8 EL feinere Haferflocken
Salz, Pfeffer
4 EL Mehl
optional: 1 Schalotte

Die Kartoffel fein reiben. Die entstandene Flüssigkeit abgießen. Haferflocken, Eier und Gewürze unterrühren. Mit 4 El Mehl binden, ggf. etwas mehr. Es sollte eine schöne breiige Konsistenz haben, nicht zu flüssig sein. Eine sehr klein geschnittene Schalotte verleiht dem ganzen noch ein bisschen einen Touch von "Kartoffelpuffer/Reibekuchen",nur nicht so fettig! 

Das Waffeleisen aufheizen, mit Öl einpinseln und die Waffeln so dünn wie möglich aufstreichen. Die Kartoffelwaffeln backen bis sie gar und knusprig sind. Das dauerte bei meinem Standard Waffeleisen 15 Minuten pro Gang (2 Waffeln). Im Ofen warm halten bei 80 Grad.

Kartoffelkwaffel mit Kräuterquark




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Freitag, 17. März 2017

Die Rettungsgruppe feiert Geburtstag mit einem Brunch und von mir gibt es eine Sandwichtorte mit Frischkäse

#wirrettenwaszurettenist - diese Einleitung gab es hier schon bei vielen Blogbeiträgen. Die Rettungsgruppe hat sich auf die Fahnen geschrieben, Speisen ohne Geschmacksverstärker, Emulgatoren, Farbstoffe, Konservierunsgstoffe und dem ganzen anderen Fertigzeugs zuzubereiten. Sina und Susi sind die Initiatorinnen und die erste Rettungstat liegt nunmehr 3 Jahre zurück. Das muss gefeiert werden und deshalb treffen sich alle Retter und Retterinnen zu einem Brunch der besonderen Art. Alles was auf dem Tisch steht wird selbst gemacht sein.

Sandwichtorte mit Frischkäse

Da ich immer schon einmal Frischkäse selbst machen wollte und gerade noch eine so appetitliche Frischkäse-Sandwich-Torte in der E&T gesehen habe, habe ich meinen ursprünglichen Plan sofort über den Haufen geworfen und mich ans Werk gemacht.

Drei Liter Vollmilch aus dem Bio Markt habe ich nach Hause geschleppt und ein paar Zitronen. Neben einem großen Topf braucht man nämlich zur Zubereitung nichts weiter. Das Rezept schreibe ich euch für die Menge von einem Liter auf, denn ich habe es auch in mehreren Schritten gemacht, weil der Kühlschrank sonst keinen Platz geboten hätte.


herzhafte Frischkäsetorte


Frischkäse selbst gemacht

Zutaten
Für  200 g Frischkäse

1 l frische Milch (keine H-Milch)
30 ml Zitronensaft

Einen Topf gründlich säubern und mit kaltem Wasser ausspülen. Milch hineingeben und erhitzen, bis sie gerade anfängt aufzusteigen.

Den Topf vom Herd ziehen und den Zitronensaft zufügen, dadurch gerinnt die Milch. Vorsichtig umrühren, zurück auf den Herd stellen und unter vorsichtigem Rühren bei Mittelhitze einige Sekunden köcheln lassen.

Die Milch etwas abkühlen lassen. Ein Sieb mit einem Geschirrtuch auslegen, in eine Schüssel stellen und geronnene Milch in das Sieb gießen. Die aufgefangene Molke soll klar sein. Ist sie noch milchig wurde zu wenig Säure hinzugefügt. Über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag befindet sich der Frischkäse im Geschirrtuch und kann in Brocken abgehoben werden. Ist die Konsistenz zu trocken, kann man etwas Sahne hinzufügen

Die Molke muss nicht entsorgt werden. Sie enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und ist fettarm. Bei 200 g Frischkäse ergeben sich 800 ml Molke, die man trinken kann.


Sandwichtorte mit Frischkäse


Sandwichtorte mit Frischkäse

Rezept nach E&T / für 4 Personen

600 gr. Frischkäse
9 Scheiben Toastbrot
1/2 rote Paprika
1/2 Bund Petersilie
Meerrettich frisch oder aus dem Glas
150 g Lachsschinken vom Metzger
6 Radiesschen
1/2 grüne Gurke
2 Beete Kresse
Salz, Pfeffer, Zucker, 
Chili, Paprikapulver Edelsüß,

Die drei Frischkäseportionen habe ich jeweils mit der geschälten und in kleine Würfel geschnittenen Paprika, zusammen mit Chili und Paprikapulver, mit der fein gehackten Petersilie und mit dem Meerrettich vermischt und gut gewürzt.

Das Toastbrot kann man auch selbst backen. Hier habe ich einen Link für dich, schau mal bei Giftigeblinde, wie man Buttertoast selbst backen kann. Vom Toastbrot wurde die Rinde abgeschnitten. Auf eine Platte kamen 3 Scheiben eng aneinander und darauf wurde der Frischkäse mit Petersilie geschmiert. Die Radieschen und die Gurke wurde ganz fein in Scheiben geschnitten und darauf gelegt. 

Darauf kamen wieder 3 Toastscheiben und diese wurden mit dem Frischkäse mit Meerrettich bestrichen. Darauf kam der Lachsschinken, den ich in Streifen geschnitten habe, damit es sich später besser schneiden lässt. Drauf kamen die restlichen 3 Toastscheiben.

Obenauf kam der Frischkäse mit dem Paprika und für rundherum hatte ich noch welchen mit Petersilie übrig. Die Sandwichtorte sollte jetzt wenigstens für 6 Stunden in den Kühlschrank. Vor dem servieren sehr großzügig mit der Kresse bestreuen.


Sandwichtorte mit Frischkäse

Sandwichtorte mit Frischkäse

Guten Appetit zum Brunch, oder wobei auch immer. Schaut mal, was auf unserem Buffet noch alles appetitliches gestanden hat, zum dritten Geburtstag der Rettungsgruppe




1x umrühren bitte aka kochtopf:Joghurt-Brötchen mit Sauerteig 
Anna Antonia: Sticky Buns 
auchwas: Egg-Benedict mit Homemade English Muffin 
Aus meinem Kochtopf: Klein und lecker: Zimtschnecken mit Apfel - Rezept und Tipps 
Barbaras Spielweise: Bananen-Zimt-Waffeln 
Brittas Kochbuch: Pastéis de Nata - Portugiesische Puddingtörtchen 
Brotwein: Schnelle Sonntagsbrötchen mit über-Nacht-Gare 
Cuisine Violette: Bananen-Pancakes 
Dynamite Cakes: Vegane Apfelmuffins ohne Soja 
Fliederbaum : Grüne Tartelettes 
German Abendbrot: Sandwich mit Lachs, Gurke und Remoulade 
giftigeblonde: Nussschneckchen 
Katha kocht!: Gebeizter Saibling auf Apfelsalat mit Salicorne 
kebo homing: Germkipferl 
Kochen mit Herzchen: Häppchen in Pink 
LanisLeckerEcke: Bärlauchpesto und Monkeybread zum Geburtstag 
lieberlecker: Brownie Ostereier 
our food creations: Gefüllte Eier und Kartoffel-Baguette 
Pane-Bistecca: Schweizer Weggli 
Paprika meets Kardamom: Wir retten das Brunch - Rosa Rote Bete-Heringssalat 
Prostmahlzeit, die Turbohausfrau: Geburtstagsbrunch 
Schönes + Leben: wirrettenwaszurettenist:ZitronenrührkuchenmitMohnundLemoncurd 
Summsis Hobbyküche: Focaccia zum Brunch 
The Apricot Lady: Bagel zum Geburtstagsbrunch der Rettungsgruppe 
Unser Meating: Geburtstagsbruch mit Graved Lachs
Bonjour Alasace: Einweißbrot
Münchner Küche: Obazda
Das Mädel vom Land: Brunch




Mittwoch, 15. März 2017

Die Giftigeblonde ist zu Gast und es gibt Erdäpfelknödel mit Füllung

Guten Morgen an alle!

Heute gibt’s noch ein eher winterliches Rezept, wobei der Bärlauch (danke an mein Hamstergen) den ersten Frühlingstouch einbringt. Erdäpfelknödel mit Grammel-Bärlauchfülle und Paprikakraut.


Ich habe im letzten Frühjahr mengenweise Bärlauch eingefroren. Nicht in der puren Form sondern in Form von Pesto und Bärlauchbutter. Und jetzt ist die richtige Zeit das aufzubrauchen, der neue steht schon in den Startlöchern.

Dasselbe gilt auch für meine Beeren und Marillen, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Tatsache ist jedenfalls ich bin ein richtiger Bärlauchfreak, gibt’s den zu finden in Wald und Flur ist die Sina nicht zu halten und streift bewaffnet mit einem Stofftascherl durch die Gegend.

Ich freu mich deshalb immer so, weil Bärlauch das erste wilde Grün ist, dass das neue Jahr bringt und bekanntermaßen mag ich ja den Winter nicht.

Aber nun kommen wir zum Rezept.

Solltet ihr keinen Vorrat an Bärlauchpesto haben, dann schaut vielleicht im Wald nach, ob es nicht schon welchen zu ernten gibt und macht das Pesto frisch.
Das geht ganz einfach:
Bärlauch waschen und mit einer Küchenrolle trocken tupfen. Mandeln, oder Pinienkerne oder auch Walnüsse (ich hab auch schon Sonnenblumenkerne verwendet), grob geschnittenen Grana Padana und reichlich Olivenöl mit einem Häcksler oder der Küchenmaschine zu einem Pesto verarbeiten. Je nach der Menge des Olivenöls wird das eher fester oder eher weicher, bzw. gar flüssiger, für die Fülle brauchen wir eher festeres.


Erdäpelknödel:

ca. 10 Knödel, je nach Größe


700g in der Schale frisch gekochte, geschälte Erdäpfel
50 g Stärkemehl, Mais oder Erdäpfel ist egal
150 g Mehl
2 Eidotter
selbstgemachtes Kräutersalz, Pfeffer, frisch gemahlene Muskatnuss
Je nach Erdäpfel ist es möglich dass ihr vom Mehl ein bissl mehr braucht. Der Teig soll schön formbar sein und nur ganz klein wenig „picken“


Fülle:
70 g Grammeln (Griepen), fein zerkleinert
2 Schalotten, fein gehackt
Salz, Pfeffer
60 g Bärlauchpesto

Paprikakraut:
einen kleinen frischen Krautkopf, oder einen halben großen
etwas Schmalz oder Öl
1 große Zwiebel, fein gehackt
Kümmel, Salz, Pfeffer, Rosenpaprika (mildes Paprikapulver)
etwas Gemüsesuppe oder Wasser

Erst stellen wir die Fülle her, dazu einfach alle Zutaten vermischen und kühl stellen.
Feiner wird’s, wenn man die Schalotten fein hackt und mit den Grammeln anröstet. Wenn das abgekühlt ist, das Pesto hinzufügen und dann kalt stellen.

Für das Paprikakraut wird das Kraut und die Zwiebel auf einem Gemüsehobel fein gehobelt und im Schmalz angedünstet. Gewürze hinzufügen und mit ganz wenig Flüssigkeit aufgießen, bei halb offenem Deckel dünsten lassen.

Für den Erdäpfelteig alle Zutaten vermischen und zu einem Teig kneten. Dieser darf keinesfalls zu lange geknetet werden, da er sonst schmierig wird und sich nicht mehr verarbeiten lässt.
Jetzt teilt den Teig in 10 Stücke, formt sie erst zu einer Kugel, die ihr dann flach drückt, da kommt jetzt ein gut gefüllter Esslöffel Fülle drauf, zusammenschlagen und wieder zu einer Kugel formen.

Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, die Knödel einlegen, die Temperatur zurückschalten und die Knödelchen leise köcheln lassen. Fertig sind sie, wenn sie ein paar Minuten oben schwimmen.

Tipp: Bevor ihr den ersten  gefüllten  Knödel formt,   legt einen kleinen Probeknödel is kochende Wasser  ein, zerfällt er, gebt ihr in den Teig noch etwas Mehl oder Gries hinzu. Bleibt er im Ganzen ist der Teig genau richtig. Erdäpfelteig muss auch sofort  weiterverarbeitet werden, auf Vorrat kann man den also nicht machen.

Was man aber machen kann, die fertig gekochten Knödel abkühlen lassen und dann einzeln einfrieren, das habe ich auch gemacht, weil 10 Knödel essen mein Mann und ich bei aller Liebe nicht auf einmal.

Knödel aus dem Kochtopf holen und sofort auf dem Paprikakraut servieren.

Probierts aus, es schmeckt köstlich! Jede einzelne Kalorie ;-)





Samstag, 11. März 2017

Der Sonntagskuchen ist ein Thüringer Blechkuchen: Schwarzwaldmädel

Für den kommenden Sonntag habe ich einmal wieder in meinem Block ( das ist richtig geschrieben !) nach einem älteren Rezept gesucht. Mit Block meine ich meine fast lose, nur leicht geheftete Sammlung an Küchennotizen, aus der vormedialen Zeit.

Schwarzwaldmädel

Im Archiv der berüchtigten berühmten Thüringer Blechkuchen, habe ich das Schwarzwaldmädel gefunden. Mädel ist wohl etwas untertrieben, denn bei der Menge an Kalorien ist das eher was für gestandene Weiber. Aber wir scheuen uns nicht davor und werden das kleine Bömbchen genießen, ohne Reue. Und ab Montag sind wir wieder brav. Und die Männer bekommen natürlich auch ihr Fett weg Stück ab. In dem Fall nehmen sie das auch gern hin.

Das ist ein feiner Kuchen, der schon einmal auf die Liste der eventuellen Köstlichkeiten für Ostern wandern kann. Aber bis dahin warten wollte ich auf keinen Fall und deshalb ist er heute dran, der

Thüringer Blechkuchen: Schwarzwaldmädel

Thüringer Blechkuchen



Zutaten
für ein Backblech, bei Verwendung einer runden Form halbieren


Ober-/Unterhitze: etwa 180°C, Heißluft: etwa 160°C
Boden:
2 Pakete Blätterteig (ausgerollt)


Rührteig:
250 g weiche Butter
200 g Zucker
2 EL Vanillezucker
1 Pr. Salz
1 Bio Zitrone, Abrieb und etwas Saft
6 Eier (Größe M)
400 g Weizenmehl
3 TL Backpulver

etwa 4 EL Milch
2 EL Kakao

Belag:
1 Glas Sauerkirschen, entsteint

Creme:
500 ml Kirschsaft
60 g Zucker
40 g Stärke
2 Eigelb
250 g Butter


Schokoladenguss:
3 Eier
6 EL Zucker
3 EL Rum
4 EL Kakao
250 Hartfett (Palmin)


Butter in einer Rührschüssel mit einem Mixer (Rührstäbe), oder mit der Küchenmaschine, geschmeidig rühren. Nach und nach Zucker, Vanille Zucker, Salz und Zitronenabrieb sowie Saft, unter Rühren hinzufügen, bis eine gebundene Masse entsteht. Jedes Ei etwa ½ Min. auf höchster Stufe unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch in 2 Portionen kurz auf mittlerer Stufe unterrühren. 

Die Masse teilen. Bei einer Hälfte den Kakao unterrühren.

In der Form den Blätterteig als Boden auslegen. Darauf den dunklen Teig streichen und darüber den hellen. Die abgetropften Sauerkirschen darauf verteilen und backen.

Für die Creme den Kirschsaft mit Stärke, Zucker und Eiern zu einem dicken Pudding kochen. Mit Klarsichtfolie abdecken und abkühlen lassen. Die weiche Butter schaumig schlagen und den Kirschpudding nach und nach unterrühren. Die Buttercreme auf de erkalteten Kuchen streichen.

Für den Schokoladenguss 3 Eier schlagen, dazu den Zucker, den Rum und den Kakao geben. Das zerlassene Hartfett (nicht zu heiß) in kleinen Portionen nach und nach unterrühren. Auf dem Kuchen verteilen.

Schwarzwaldmädel

Thüringer Blechkuchen Schwarzwaldmädel


Sonntag, 5. März 2017

Schnittchen schmieren: Buffet mit frischen, kleinen Broten

Früher nannte man sie Kaltmamsell und ich glaube, heute auch noch. In der Gastronomie ist sie (oder wie würde man denn eine männliche Kaltmamsell nennen ? 😉) für die Zubereitung von rohen Speisen zuständig, also nicht nur kalten, sondern ungekochten.  

Schnittchen schmiere ich ganz gerne. Es gibt nichts Schlimmeres, als die kleinen Brote auf einer Platte, bei denen sich nach 2-3 Stunden die Ecken der Käsescheiben mit trockenem Rand nach oben biegen und der Schinken, mit dem Salatblatt um die Wette, müde vom Weißbrot hängt.

Wird also gefeiert und es soll etwas zum Sekt geben, empfehle ich immer gern, der Sache etwas mehr Zeit zu widmen. Die Vorbereitung der Aufstriche einen Tag im voraus ist kein Problem und als sehr gut erweist es sich, die einzelnen Platten im Takt des Wegessens immer wieder frisch zu belegen. Die Gäste werden es dir danken.

Je nach Größe der Feier und Anzahl der Personen, die ich hier auf etwa 200 geschätzt habe, braucht man zwischen 5 und 8 Stunden, um immer wieder nachzulegen, was weg gegessen wurde. Für den Aufwand gesamt, mit der Vorbereitung am Tag zuvor, muss man mit ca. 15 Stunden rechnen. Keine leichte Aufgabe, aber es soll ja schmecken und das Lob der hungrigen Gäste ist dir sicher. Geschätze 800 kleine Häppchen gingen über meinen Tisch und am Abend wusste ich, was ich getan habe.

Im hier beschriebenen Fall hatte ich den Gastgebern 6 verschiedene Varianten vorgeschlagen, die sich alle durch einen frischen, herzhaften Belag auszeichneten. Als Anregung, falls demnächst eine Feier bei dir ansteht, die einzelnen Schnittchen und ein paar Hinweise zur Zubereitung. Die hier genannten Mengen sind familientauglich. Für eine größere Feier musst du hochrechnen.

Meerrettich, Lachs, Kaviar und Dill



Unter dem Räucherlachs gibt es hier einen Frischkäse mit Meerrettich. Etwas Forellenkaviar und Dill machen das komplett. Unterlage war ein normales Weizenbaquette.

Putenschinken, Remoulade, Rettichsprossen



Die Unterlage hier ist ein Roggenschrotbrot. Es wurde sehr dünn mit Butter bestrichen. Die Majonäse wurde im Verhältnis 1 Vollei mit 150 ml neutralem Öl, etwas Senf, Zitrone, Salz und Pfeffer, mit dem Blitzhacker hochgezogen. 1 TL Sojasoße kam dazu, 1 TL Zucker und mit drei sehr klein geschnittenen Gewürzgurken und etwas klein geschnittenem Schnittlauch, wurde eine Remoulade hergestellt. Diese wurde aufgetragen und der leicht geräucherte Putenschinken bekam als Topping ein paar knackige Rettichsprossen.

Thunfischcreme mit Frischkäse



Die Thunfischcreme eigent sich nicht nur für kleine Schnittchen zu dem beschriebenen Anlass, sondern wir essen sie auch gern einfach mal so zum Frühstück oder Abendessen. Sie lässt sich ganz einfach herstellen aus: 200 gr. Frischkäse, 1 Dose Thunfisch Natur, 1/4 Knoblauchzehe, 1 klein geschnittene Schalotte, 1 Handvoll klein geschnittene Petersilie, etwas Zitronenabrieb und einem Spritzer Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Auf unserem Häppchen wurde sie gekrönt von einem Kapernapfel und etwas Ruccola. Die Unterlage ist ein Karotten-Körnerbrot.

Käsecreme mit Birne



Für die Käsecreme ( nach meiner Blogger-Freundin Eva ) habe ich 1 Becher Mascarpone mit 150 gr. klein geschnittenem Bergkäse vermischt und 30 gr. geriebenen Parmesan dazu gegeben. Pfeffer kam dazu und etwas Salz, sowie frischer Thymian. Beim salzen vorsichtig sein, je nachdem wie kräftig der Käse ist. Auf diese Menge kommen 3 Birnenhälften ebenfalls klein geschnitten, hier aus der Dose, aber auch frische sind natürlich gut. Die Häppchen bekamen als Krönung noch einen Parmesanchip und ein kleines ausgestochenen Birnenkügelchen, sowie frischen Thymian. Die Unterlage ist ein Sauerteigbrot.

Kräuterquark, Gurke, Radieschen, Kresse



Die einfachste Art ein frisches, saftiges Häppchen zuzubereiten. Es ist der Innbegriff des Frühlingsbrotes. Die Unterlage ist ein Roggen_Körnerbrot. Den Quark bereite ich aus gleichen Teilen Quark, Frischkäse und Joghurt zu. Dazu kommen klein geschnitten Zwiebel und Knoblauch, Salz und Pfeffer, unbedingt eine Prise Zucker, etwas Zitronenabrieb und die klein geschnittenen Kräuter, hier Dill, Petersilie, Schnittlauch, Estragon und Kerbel.

Tomatenbutter, Tomate, Mozarella, Basilikum und Tomantencrunch



Dieses Häppchen kam auf ein dunkles Baguette. Das Erwähnenswerte ist hier die Tomatenbutter, die ich aus 1 Stück  weicher Butter, 1/2 Tube Tomatenmark, etwas Chili, Salz und Pfeffer geknetet habe. Tomate, Mozzarella und Basilkum komplettieren hier die Caprese-Varinate und obenauf kam ein Brunch aus getrockneten Kirchtomaten und etwas frischer Pfeffer noch obenauf.


Donnerstag, 2. März 2017

Sam&James, Weimar : Pop up Restaurant in der Notenbank

Wer einen Platz im Pop up Restaurant von Sam& James gebucht hat und sich komplett überraschen lassen möchte, sollte hier jetzt bitte nicht weiter lesen. Oder sagen wir, erst nach der Schließung des temporären Genusstempels.


Wo fange ich an ? Was ist überhaupt ein Pop-up-Restaurant. Ein zeitlich begrenzt geöffnetes Restaurant, in dem von einem vorher nicht bekannten Koch, an einem kurz zuvor bekanntgegebenem Ort, ein sehr gutes Gastronomie-Angebot zu moderaten Preisen offeriert wird. Der kleine Bruder von ihm ist der Supper-Club, hier findet die Bewirtung immer nur einen Tag statt. Diese Ideen kommen, wen wundert es, aus England und Amerika.  Im Unterschied zum Supper-Club, der schon einen ziemlich konspirativen Charakter hat und durch den Veranstaltungsort private Wohnstube keinerlei Kontrolle der üblichen Behörden unterliegt, ist das Pop-up-Restaurant zwar auch geheimnisvoll, aber schon reguläre Gastronomie.



Die beiden verantwortlichen Akteure unseres gestrigen Abends waren Jürgen Hoffmann (James Catering) und die in Australien geborene Sam, von der ich leider (noch) nicht viel berichten kann. Ihre Schnittstelle ist nicht nur die Liebe zur guten Küche, sondern sie wohnen als Nachbarn  auch in einem Haus. Was man da an gemeinsamen Abenden so alles aushecken kann ist sicher vielschichtig und eine Aktion wie ein gemeinsames Restaurant, wenn auch nur für kurze Zeit, sicher eine der besseren Ideen. 

Nachdem der Gedanke gereift war, ging es an die Umsetzung bzw. Suche nach einer geeigneten Lokalität, die im besten Fall auch schon eine gewissen Infrastruktur mitbringen sollte. Bei aller Geheimhaltung des Ortes, hatte ich das Rätsel relativ schnell gelöst, denn dort war ich schon einmal. Das große imposante Haus in der Steubenstraße, die ehemalige Bank, hat einiges an Geschichte zu bieten, welches man hier nachlesen kann. Auch die jetzige Nutzung und die noch weitere Renovierung bzw. der Umbau durch die Stiftung Heyge, sind hier beschrieben. Notenbank Steubenstraße Weimar

Unsere zwei, zu Beginn etwas verschlossenen Tischherren, kamen mit uns ins Gespräch und es wurde ein rundum schöner Abend. Nette Menschen kennen lernen, gemeinsam Essen und über Weimar und die Welt plaudern. Das Ambiente des Hauses, wunderschöne live Musik  (leider zu kurz) und das gut ausgestattete Restaurant (feines Porzellan von RAK) rundeten den Abend ab.

Natürlich schreibe ich auch, was es zu essen gab. Ich habe ja oben gewarnt nicht weiter zu lesen, wenn man sich überraschen lassen will.


Aperitif: GinMare-Tonic


Zitronige Linsensuppe mit Koriander und Safran-Ei


Salat von der Pomelo mit Garnelen, Zimt, Anis und Fenchelsamen



Glasierte Entenbrust mit Stern-Anis, Honig und Orangen, gerösteten
Süßkartoffeln, Thai-Spargel mit grünen Chilis und Zitronen-Salsa


Harissa-Lamm mit Granatäpfeln und Kräutern, Cous Cous, Joghurt 
und scharf-sauren Möhren



Ziegenfrischkäsemousse mit Vanille, Orange,
Feige und Honig-Sherry-Sirup


Bleibt mir nur, unseren Nachessern ebenfalls einen guten Appetit und einen schönen Abend zu wünschen. Das zweite Pop-up im Herbst ist schon in Planung und wir werden bestimmt wieder dabei sein. Wie, wo und wann, da hüllt sich Jürgen Hoffmann natürlich noch in Schweigen. Recht so, sonst macht es ja keinen Spaß.