Sonntag, 26. Februar 2017

Teigtaschen mit Pastinake, beinahe vegetarisch

Teigtaschenbastelstunde am Sonntag Nachmittag. Nachdem es gestern Rouladen gab und die Fleischportion fürs Wochenende damit erschöpft ist,  sollte es heute etwas vegetarisches werden. Beinahe hätte das auch geklappt.

Ich habe Wurzelgemüse als Beiwerk geplant und in die Teigtaschen sollte eine Füllung aus Pastinake, mit Zwiebeln und Knoblauch. Das Gemüse habe ich mit einem Schuß Sahne nochmals kurz aufgekocht. Irgendwie hat ein Kick gefehlt und da kam mir ein Stück Mangalitza Speck ganz Recht. Den habe ich ausgelassen und die Grieben mit einem Löffel Majoran gewürzt. Das war genau die richtige Entscheidung. Nun also nicht mehr vegetarisch, aber richtig gut.


Teigtaschen mit Pastinaken Füllung und Wurzelgmüse


Teigtaschen, Wurzelgemüse

Zutaten für 4 Personen

200 gr. Mehl (ich nehme ganz normales Typ 405)
2 Eier
1 Eigelb
1 Löffel Olivenöl

1 Bund Suppengemüse
2 Pastinaken, mittlere Größe
1 Zwiebel
1Knoblauchzehe
Olivenöl
etwas Zitrone
100 ml Sahne
Salz, Pfeffer

optional: Fetter Speck oder magerer Speck
1 TL Majoran, gerebbelt


Mehl, Eier und das Olivenöl zu einem glatten Teig verkneten und mindestens eine Stunde eingepackt im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig in drei Portionen teilen und durch die Maschine bis zur Stufe 6 drehen. Die Arbeitsfläche bemehlen und 8 cm große Kreise ausstechen. Ich nehme dafür den Anrichtering.

In einer Pfanne mit etwas Olivenöl die klein geschnittene Zwiebel und die Knoblauchzehe anschwitzen. Zwei Pastinaken putzen und fein reiben. dazu geben, mit Salz und Pfeffer würzen und garen lassen. Eventuell etwas Flüssigkeit dazu geben, diese aber wieder verkochen lassen. Die Füllung abkühlen lassen.

Das Wurzelgemüse klein schneiden und in etwas Olivenöl dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit der Sahne kurz aufkochen lassen. Mit einem Spritzer Zitrone abrunden.

Die Teigstücke mit einem Teelöffel Füllung belegen, die Ränder mit etwas Wasser einstreichen, die Luft heraus drücken und wie hier rändeln, oder mit der Gabel andrücken. Im leicht simmernden Salzwasser 10 Minuten garen lassen. Auf einem Küchenkrepp etwas abtrocknen lassen.

Teigtaschen

Den Speck in kleine Würfel schneiden und auslassen. Die Hitze wegnehmen und einen TL Majoran einrühren. Gemüse und die Teigtaschen anrichten, mit den Majoran-Grieben übergießen.


Und weil es bei Zorra , im Kochtopf, gerade ein Blog Event zum Thema Teigtaschen gibt, nehme ich mit diesem Beitrag daran teil. Veranstaltet wird es von Elena, vom Blog Heute gibt es.

Blog-Event CXXVIII - Gefuellte Pasta (Einsendeschluss 15. Maerz 2017)

Dienstag, 21. Februar 2017

Pizza, oder Spinat und Ei ?

Das war die gestern gestellte Frage. Von mir.  Und die zu verpflegenden Münder schwiegen still. Oder sagten, es wäre egal. Das ist eine Antwort, die bringt mich ja immer so ein bisschen auf die Palme. Also, was mache ich nun mit der unbeantworteten Frage. Da bin ich einfach ganz locker herangegangen und habe eine Pizza gebacken, auf der Spinat und Ei drauf waren !  Und das Problem war gelöst.


So ein richtiges Problem war es ja auch nicht. Auch der kurz gefasst Entschluss bringt mich in Sachen Pizza nicht mehr ins Schwitzen. Normalerweise machen wir den Teig mit wenig Hefe und mit einer langen Teigruhe im Kühlschrank. Für den passenden Teig gibt es aber auch eine Blitz-Variante und auch für diese brauchst du wenig Hefe und er wird trotzdem locker und luftig. 

Da ich die komplette Teigmenge zubereitet habe, mich aber dann doch für das kleiner Blech entschied, ist der Teig etwas dicker als sonst. Aber das tat dem Geschmack keinen Abbruch, da er so locker war.



Pizza mit Blitz-Teig und Spinat und Ei


Zutaten für ein Blech

250 g Mehl
150 ml Wasser
1 EL Olivenöl
2 g frische Hefe
1 TL Salz
200 gr. Käse zum gratinieren, hier Bergkäse

300 g frischen Blattspinat
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe
etwas Öl, Salz, Pfeffer, Muskat
12 Wachteleier
etwas Tomatensaft und Tomatenmark
Pimenton de la Vera




Das Wasser etwas erwärmen und die Hefe darin auflösen. In die Küchenmaschine geben und alle anderen Zutaten dazu. Wenn du genug Power und keine Maschine hast, knetest du mit der Hand. Etwa 10 Minuten braucht der Teig, bis er sich vom Schüsselrand löst.

Dann lässt du ihn 30 Minuten stehen. Nach dem ausrollen und etwas ausziehen, kannst du ihn schon belegen.

Ich habe etwas vom eingekochten Vorrat an Tomatensoße mit etwas Tomatenmark zu einer tomatigen, dicken Soße zum bestreichen des Teiges angerührt. Diese mit Salz und Pfeffer gewürzt. Der Spinat wurde gewaschen und mit der geschnittenen Zwiebel und dem Knoblauch durfte er in der Pfanne ein bisschen zusammenfallen. Gewürzt wurde mit S+P sowie Muskat. Den Spinat abkühlen lassen.

Auf dem Teig verteilen und großzügig  mit dem geraspelten Käse bestreuen.

Im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad etwa 25 Minuten backen. Temperatur abstellen. Die Wachteleier vorsichtig öffnen und auf einen Teller gleiten lassen. Die Eier mit dem Löffel auf die Pizza schieben und im geschlossenen Ofen 3 Minuten gar ziehen lassen. Das Eiweiß sollte weiß und das Eigelb noch weich sein. Mit Salz, Pfeffer und etwas Pimenton de la Vera  (geräuchertes Paprikapulver) bestreuen.





Sonntag, 19. Februar 2017

Kleine Wochenend-Reise und zum Abend cremige Blumenkohlsuppe...

Zurück von einem kleinen Wochenende-Trip ins sehr schöne Weltkulturerbe-Städtchen Quedlinburg. Dort gefällt es uns immer wieder sehr gut und die Vielzahl an Fachwerkhäusern, zum Teil sehr aufwendig und immer mit Fingerspitzengefühl saniert, lässt uns staunen. 

Blumenkohlsuppe mit Einlage


Text Quedlinburg Museen: " Der überragende Wert der Stadt Quedlinburg an mittelalterlicher Bausubstanz führte zur Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der UNESCO. In einer noch mittelalterlich anmutenden, weitgehend geschlossenen Stadtanlage am Fuße des geschichtsträchtigen Schlossberges sind trotz erheblicher Verluste in den zurückliegenden Jahrzehnten noch gut 1300 Fachwerkhäuser vorhanden. Quedlinburg gilt als größte Fachwerkstadt Deutschlands. Das in seiner Art bisher einzige Fachwerkmuseum ist in einem Hochständerbau aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts untergebracht."

Wer noch nicht dort war, sollte es sich für einen Besuch vormerken. Großartig auch immer die Veranstaltungen in der Adventszeit. Zum Advent in den Höfen verwandelt sich die historische Alt- und Neustadt sozusagen in einen begehbaren Weihnachtskalender. Hier habe ich schon einmal darüber geschrieben: Advent in den Höfen, Quedlinburg.  Aber zu den Anlässen ist es echt voll und wer die Stadt in ihrer Beschaulichkeit erkunden will, ist zu einer anderen Zeit dort besser aufgehoben.

Sonntag Nachmittag sind wir wieder zu Hause und so habe ich für den Abend ein Essen schon vorbereitet, dass weder aufwendig noch üppig ist. Man hat sich schließlich auch was gegönnt in der Fremde 😉

Blumenkohlsuppe

Von der Torte ist noch etwas Blumenkohl übrig geblieben und der wurde Bestandteil einer Suppe. Einen Teller habe ich für euch vorbereitet für ein schönes Foto und das andere wird jetzt fertig gestellt. Dann einen schönen Sonntag Abend und morgen einen guten Wochenstart. Ein paar schöne Bilder aus Quedlinburg findet ihr am Ende des Beitrages.


Blumenkohlsuppe gepimpt


Blumenkohlcremsuppe, mit gebratenem Blumenkohl, Haselnüssen und Petersilienöl

Zutaten für 4 Personen

500 g Blumenkohl
2 mittelgroße Kartoffeln
500 ml Gemüsebrühe
100 ml süße Sahne
100 g Haselnüsse geschält
1/2 Bund Petersilie
100 ml Traubenkernöl
Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat
1 Bio Zitrone

Den Blumenkohl in Röschen teilen. Reichlich 100 g  zur Seite legen. Die Kartoffeln schälen und mit dem Blumenkohl in der Gemüsebrühe weich kochen und anschließend pürieren. Durch ein Sieb streichen und mit der Sahne etwas aufmixen. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Muskat abschmecken. Die Zitrone waschen und etwas Abrieb zur Suppe geben, ebenso einen Spritzer vom Saft.

Die anderen Blumenkohlröschen sehr klein zupfen und in etwas Öl garen und bräunen. Die Haselnüsse nur ganz grob hacken und am Ende dazu geben. Etwas salzen.

Die Petersilie zupfen und mit dem Traubenöl pürieren. Durch ein Sieb ablaufen lassen.

Die Suppe nochmals erhitzen, einen großen Löffel gerösteten Blumenkohl mit Nüssen dazu geben und auf dem Teller mit dem Petersilienöl übergießen.


Blumenkohlsuppe


Und hier geht es noch ein bisschen nach Quedlinburg ---->











Freitag, 17. Februar 2017

Das ist nicht das, wonach es aussieht: Die Blumenkohltorte

Ich muss gestehen, dass ich mir bei dem derzeit angebotenen prächtigen Blumenkohl gar keine Gedanken gemacht und einfach zugegriffen habe. Bei näherer Betrachtung muss ich aber gestehen, er hat jetzt nicht unbedingt Saison. Im Freiland geerntet wird er den ganzen Sommer über, im Angebot ist er eigentlich durchweg durch das ganze Jahr. Woher er jetzt kommt konnte ich nicht ergründen freue mich also vielleicht auf eine Antwort von euch, die mich hoffentlich in Sachen CO2 - Bilanz nicht allzusehr erröten lässt.

Blumenkohl gebacken

Also Blumenkohl. Den gab es am 14.2., dem allseits beliebten Valentinstag. Da der in der Geschichte unserer Ehe sonst wirklich keinerlei Rolle spielt, dachte ich statt Blumen geht auch Blumenkohl und in Form einer Torte ist das dem Tag ja auch angemessen. Herzchen verweigere ich und habe ansonsten die Meinung, dass Liebe und Aufmerksamkeiten das ganze Jahr wesentlich besser sind.

Ich hoffe euch gefällt die Idee, bringt sie doch ein bisschen Abwechslung in das klassische Verarbeitungsspektrum von Blumenkohl. Immer nur Holländische Soße oder paniert und gebraten, da sucht man auch andere Wege. Die Verwendung als Boden bei der Low Carb Zubereitung einer Pizza ist auch ganz nett.


Blumenkohltorte



Blumenkohl

Zutaten
für eine Tortenform von etwa 20 cm 
ausreichend für 4 Personen

350 gr. Hackfleisch, Halb und Halb
1 Ei, 1 Zwiebel, Salz, Pfeffer, Knoblauch

1 Becher Sahne 200 g
200 g Kartoffeln
3 Eier
750 g Blumenkohl
eine Handvoll Erbsen, 1/2 Karotte
Salz, Pfeffer, Muskat
80 g Parmesan

6 EL Semmelbrösel
20 g Parmesan
etwas Butter

Blumenkohltorte

Blumenkohl putzen und in möglichst kleine Röschen teilen. In Salzwasser, mit einem Spritzer Essig, etwa 3 Minuten sprudelnd kochen. Abgießen und abkühlen lassen. Die Kartoffel schälen, die Karotte schälen und beides raspeln. Eine Handvoll TK Erbsen und die Gemüse in eine Schüssel geben.

Die Eier mit der Sahne, den Gewürzen und dem geriebenen Parmesan gut vermischen. Kräftig abschmecken. Die Mischung unter das Gemüse geben.

Das Hackfleisch würzen, mit einem Ei verkneten und in der Tortenform auf dem Boden fest andrücken. An den Seiten etwas nach oben drücken. Das Gemüse in die Form geben und fest andrücken. Die in der Schüssel evtl. verbleibende Sahne bis zum oberen Rand der Tortenform ausfüllen. Ofen auf 190 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.

Die Semmelbrösel mit dem verbleibenden geriebenen Parmesan vermischen und oben auf der Torte verteilen. Mit Butterflöckchen belegen und die Torte 1 Stunde backen. Nach dem backen den Rand lösen und in der Form noch etwas auskühlen bzw. stocken lassen.

Geplant war noch Petersilie ins Gemüse zu mischen. das habe ich vergessen, führe es also im Rezept nicht mit auf. Aber ich denke, es ist ein gute Tipp 😉

Blumenkohl aus dem Ofen



Mittwoch, 15. Februar 2017

Snacktime mit der Giftigenblonden und einer Jause nach Opa Franz

Guten Morgen in die weite Welt hinaus!

Wir stecken ja mitten im Fasching und deshalb hab ich euch heute was Passendes mitgebracht. Die Idee dazu, die ist schon über 40 Jahre alt. Wie das kommt? Ich erzähle es euch!

Salat aus geräuchertem Schweinefleisch

Mein Opa, der Papa meiner Mama, war um einiges älter als seine Frau und deshalb schon länger vor ihr im Ruhestand. Das war insofern praktisch, weil meine Mama arbeiten ging und drei Kinder alleine daheim lassen, das war schon vor 40 Jahren keine gute Idee. Irgendein Unfug wäre uns schon eingefallen.

Also packte sie uns in den Ferienzeiten zusammen und wir durften zu Oma und Opa tageweise, Oma war arbeiten und der Opa war für uns zuständig.

Und eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen ist die Jause, die er am Vormittag einnahm, wenn wir da waren, gabs das für uns auch.
Oma hat das vorbereitet, es bestand aus Geselchtem Fleisch (bevorzugt was eher durchzogenes) Zwiebel, Knoblauch, Salz und Pfeffer und dazu gabs ein frisches Bauernbrot, damals haben die Bäcker alle noch ohne Fertigmischungen mit anständigem Sauerteig gebacken.

Als ich dann dieses Stück Kaiserfleisch (Bauch vom Schwein, geräuchert) vor mir hatte, fielen mir zwei Dinge dazu ein, einen Strudel damit zu füllen und mit dem Rest für meinen Mann und mich diese Kindheitserinnerung aufleben lassen.

Ich weiß gar nicht, warum ich mir das nicht öfter mache, das schmeckt sooo gut, für uns hab ich es noch etwas modernisiert und nicht einfach auf einem Teller serviert.

Vielleicht wollt ihr das auch mal ausprobieren?

Dann nur zu, hier ist das Rezept:

Jause nach Opa Franz : Geselchtes als Salat auf Brot 


Zutaten für 2 Personen:

150 g Geselchtes Fleisch ( heißgeräuchertes Schweinefleisch,  Kaiserfleisch oder anderes durchzogenes)
1 Zwiebel,  eine eingelegte Pfefferoni, scharf, grün
Salz und Pfeffer

2 Scheiben Brot, etwas Butter
gehackte, gekochte Eier, Pfefferoni
Chiliflocken zur Deko


Ein großer oder zwei kleine Dessertringe, mit ein bissal flüssiger Butter bepinselt

Das Räucherfleisch in kleine Würfelchen schneiden, ebenso die Zwiebel und die Pfefferoni.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken, für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, damit das etwas anzieht und die Aromen sich gut vermischen.

Mit dem Dessertring (ringen) aus dem Brot runde Scheiben ausstechen und mit ganz wenig Butter bestreichen. Diese dann in einer Pfanne leicht anrösten.

Eine dieser Scheiben legt ihr auf einen Teller, stülpt den Dessertrin darüber und füllt nun die Fleischmasse in den Ring. Obendrauf kommt die zweite geröstete Brotscheibe. Jetzt den Ring entfernen und das Werk bewundern!

Bissal Deko auf den Teller und schon kann serviert werden, diese große Portion hat für meinen Mann und mich gereicht. Und ich verrat euch was, es schmeckt nach Kindheit!

Übrigens hat mir mein Opa auch die Liebe zu gaaaaaaaaaaanz scharfen Zuckerl übertragen, die hat er immer gelutscht und ich tu das heute auch noch.
Verstorben ist er, da war ich so 12 Jahre,..

Habt ihr auch solche Erinnerungen, die hin und wieder nach Jahrzehnten hochschwappen?


Montag, 13. Februar 2017

Paella a la Chef(in)

Paella ist ja so ein Urlaubs-dingens. Immer in Spanien esse ich sie so oft es geht. Mit Fisch und Meeresfrüchten und mein Mann bevorzugt mit Fleisch. Ist beides dran ist das hier auch kein Problem, denn man kann sie in den meisten Lokalen sowieso immer erst ab zwei Personen bestellen.


Paella mit Kaninchen,Hühnchen, Lamm und Muscheln

So ein bisschen Urlaubssehnsucht war mal wieder daran Schuld, dass ich mir diese Woche in den Kopf gesetzt habe, sie endlich einmal selbst zuzubereiten. Und da ich meinem Mann auch eine Freude damit machen wollte, habe ich mal ein bisschen mehr Fleisch als sonst hinein getan, denn die letzten Tage waren wir da recht abstinent. Außer dem üblichen Hühnchen kamen noch Kaninchen und Lamm zum Einsatz.

Ja, sicher heben jetzt die Verfechter von Original Rezepten alle Hände, aber wie ihr oben lesen könnt, die Variante a la Chefin lässt mir doch alle Freiheiten 😉

Nicht ganz zufrieden war ich mit dem Reis. Als Ausgangsprodukt hatte ich Oryza Reis für Paella und Risotto. Nach dem Garen hatte ich einen sehr wohlschmeckenden Reis, aber er ähnelte doch mehr einem etwas trockenen Risotto, als dem körnigen Reis der Paella, wie ich ihn so mag. Man sollte nicht so oft rühren steht im Rezept als Anweisung. Das habe ich ebenfalls beherzigt, aber ohne den gewünschten Erfolgt.

Ob das an der Sorte lag kann ich nicht sagen. Im Rezept empfohlen wurde  weißer Calasparra-Reis , der in der Region Murcia in Spanien angebaut wird. Die Temperaturen sind dort hoch, die Luftfeuchtigkeit ist niedrig. So trocknet der Reis am Ende der Reifung stark und die Körner werden besonders hart. Sie können so mehr Flüssigkeit absorbieren, stärker aufquellen und kleben nicht zusammen. Calasparra-Reis bekommt man in Bio-Märkten und Reformhäusern. Für meinen nächsten Versuch werde ich den dann besorgen.

Also, geschmeckt hat es wunderbar. Alle Teller waren ratz-fatz leer.


Paella a la Chef(in)


Paella mit Fleisch und Venusmuscheln


Zutaten für 4Portionen
4 Drumsticks, (Hähnchenunterschenkel)                                                                               
2 Lammkoteletts                                                                                                                       
2 Kaninchenbeine  (Vorderläufe)                                                                                                               
1 Tl Paprikapulver, edelsüß
Salz ,Pfeffer, Knoblauch
200 g Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
500 g Erbsenschoten, (ersatzweise 150 g TK-Erbsen) 
4 Stiele Petersilie
900 ml Geflügelfond
1 Döschen Safranfäden, (0,1 g)
8 El Olivenöl
250 g Paella-Reis
1 Zimtstange, klein
1/2 Tl Pimentón, (geräuchertes Paprikapulver)
1 Chilischote, getrocknet
80 ml Weißwein
2 Zweige Rosmarin
300 g Venusmuscheln
1 Bio-Zitrone

etwas Olivenöl
Paprikapulver, Salz und Pfeffer mit etwas Öl verrühren und die Drumsticks scharf anbraten und beiseite legen. Lammkoteletts und Kaninchen mit Knoblauch, Rosmarin und S+P  würzen und ebenfalls scharf anbraten. Im Ofen bei kleiner Temperatur gar ziehen lassen.
Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und Erbsen bereits stellen. Petersilienblätter abzupfen und fein hacken. Geflügelfond in einem Topf mit dem Safran erhitzen. So verteilt sich die gelbe Farbe besonders gut im Fond.
4 El Olivenöl in einer großen Pfanne oder Kasserolle erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Reis zugeben und mit dünsten. Den Reis auf keinen Fall waschen, dann wird er zu weich! Auch sollte man nicht zu häufig rühren, sonst wird zu viel Stärke aus dem Reis frei und die Paella matschig. Zimtstange zum Reis geben, mit Pimentón und Chili würzen.
Mit Weißwein ablöschen und fast vollständig einkochen. Mit heißem Fond auffüllen und kurz aufkochen, dann die Drumsticks und 1 Rosmarinzweig zugeben. Bei mittlerer Hitze 20–25 Minuten garen. Dabei ab und zu vorsichtig umrühren, damit der Reis gleichmäßig gart.
Geöffnete Muscheln vor dem Kochen aussortieren. Geschlossene Muscheln in kaltem Wasser mehrmals gründlich waschen und gut abtropfen lassen. Muscheln und Erbsen nach 10 Minuten zugeben und zugedeckt zu Ende garen. Geschlossene Muscheln nach dem Garen aussortieren.
Nadeln vom restlichen Rosmarin abzupfen, fein hacken und mit der Petersilie mischen. Zitrone in Spalten schneiden.
Die Paella ist fertig, wenn der Reis gar und der Fond fast vollständig aufgesogen ist. Paella mit Salz und Pfeffer würzen, mit der Petersilienmischung bestreuen und auf dem Teller mit Zitronensaft beträufeln. Mit dem Lamm und dem Kaninchen zusammen anrichten.

Paella mit Venusmuscheln






Samstag, 11. Februar 2017

Von Foodblogger Überraschungspaketen, kandierter Bergamotte und Pomeranzenmarmelade

Susi aus Wien konnte das Gejammer nicht mehr ertragen und hat sich ein Herz, einen Karton und ein paar Mark gefasst, Bergamotte, Sanguinella(Blutorange) und Pomeranzen dazu gelegt und an mich, die arme Unterversorgte ein Päckchen aus Wien geschickt. Ein Überraschungspäckchen. Ich war neben überrascht auch mächtig gerührt, dass könnt ihr euch ja denken. Also ein offizieller und extrem herzlicher Dank an dich, liebe Susi, du Turbohausfrau, ebenfalls Bloggerin und aus Wien.



Beim späteren sozialmedialen Austausch stellte sich dann aber heraus, dass ich nicht die Einzige war, die solche inzwischen sehr selten gewordenen Früchte noch nie besessen und zubereitet hat. Sehr Schade, wie in so vielen anderen Fällen, entspricht etwas nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeschmack und verschwindet nach und nach aus unserer Genußwelt.

Und weil auch einige Fragen kamen, was den Bergamotte und Pomeranzen eigentlich seien, ein paar Sätze dazu.

Quelle: Wikipedia
"Als Bergamotte bezeichnet man eine Gruppe aus der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus), die als Hybride aus Süßer Limette (Citrus lametta) und Bitterorange (Citrus × aurantium) oder aus Zitronatzitrone (Citrus medica) und Bitterorange entstanden sein könnten.
Beschrieben wurde die Pflanze erstmals in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Die Frucht wird nicht als Obst verwendet, sondern hauptsächlich wegen der enthaltenen ätherischen Öle angebaut, die in der Bergamotteschale enthalten sind. Das auch als grünes Gold bezeichnete Bergamottöl spielt vor allem in der Parfümindustrie eine Rolle, wird aber auch zum Parfümieren von Tees verwendet."

Zum Thema Pomeranze schweigt Wikipedia weitestgehend und ich konnte recherchieren, dass die Pomeranze eine Bitterorange ist, die ein Hybrid aus Pampelmuse (Citrus maxima) und Mandarine (Citrus reticulata) darstellt. 


Pomeranzenmarmelade


Nachdem ich mich also auch schlau gemacht hatte, stand nun die Frage der Verwendung. Da meine liebe Sina, die GIftigeblonde, auch von Pomeranzenmarmelade geschwärmt hat, habe ich sie um das Rezept gebeten. Inklusive einiger wichtiger Tipps habe ich es bekommen und auch so die Pomeranzen verarbeitet. Herausgekommen ist eine leicht bittere, bernsteinfarbene und an Honig erinnernde Marmelade, die ganz wunderbar ist. 
(Rezept nochmals, leicht adaptiert, am Ende des Beitrages)



Kandierte Bergamotte

Die Bergamotte wird meist nur als Lieferant von Öl beschrieben und so hoffte ich auf eine Eingebung, bzw. einen guten Tipp, was ich damit anstellen könnte. Der Tipp kam nun unverhofft auch von Susi, die in einem Kaffee über eine sehr leckere, aromatische Süßigkeit "gestolpert" war. Kandierte Bergamotte mit Schokolade überzogen. Das habe ich nachgebastelt und festgestellt, dass er wirklich sehr gut schmeckt. Die kleinen Segmente werden in den nächsten Tagen genüsslich verspeist. Schön langsam und mit Verstand, denn ich weiß nicht, wann ich solche Köstlichkeiten nochmals in meiner Küche zur Verfügung haben werde.





Kandierte Bergamotte (gültig auch für andere Südfrüchte)

1 Bergamotte (Orange, Zitrone) heiß abspülen, in dicke Scheiben schneiden. 375 g Zucker und 375 ml Wasser in einem weiten Topf aufkochen. Die Scheiben einlegen und  mindestens 15 Minuten bei kleiner Hitze darin kochen. Dann zugedeckt 24 Stunden im Sirup stehen lassen.

Die Bergamottte - Scheiben aus dem Sirup nehmen und sehr gut abtropfen lassen. Auf einem Gitter zum Trocknen (mindestens 2 Tage) an einen warmen Ort legen. Danach sollten sie hart und trocken sein. Wenn nicht, dann die Scheiben im Backofen noch mal bei etwa 60 Grad nachtrocknen. 

Die Scheiben der Bergamotte vierteln. 100 gr. Kuvertüre, dunkel, im Wasserbad erhitzen und die Segmente der Zitrusfrucht nicht ganz bis zum Rand, aber komplett rundherum bestreichen. Trocknen lassen, luftig aufbewahren, oder wie hier, fast im Handumdrehen wegnaschen, weil dann doch jeder mal kosten wollte. Bitter ist eben das neue scharf :)


Übrigens die Zuckerlösung vom kandieren habe ich anschließend zur Hälfte eingekocht. Der aromatische, bernsteinfarbene Sirup dient uns jetzt zum süßen von Tee.


Pomeranzenmarmelade  nach Giftigeblonde 


500 g Pomeranzen
1 Zitrone ( bei mir eine Blutorange, weil mit im Paket von Susi)
0,6 normaler Haushaltszucker
1,25 L Wasser
1 Paket Gelierzucker, Bio

Die Pomeranzen gut waschen und mit einem Sparschäler die Schale abscghälen, das Weiße direkt unter der Schale soll so weit wie möglich nicht mit runterkommen.

Die Bitterorangen und die Zitrone (Blutorange) entsaften, und den Saft durch ein feines Sieb gießen.

Alle Reste der Pomeranzen, auch die vielen Kerne und das Lorbeerblatt, sowie die Zitronenschalen kommen in eine Stoffwindel (bei mir in ein Küchentuch), die gut zugeknotet wird.

Einen großen Topf auf den Herd stellen, das Wasser, den Saft der Zitrusfrüchte, sowie das Paket mit den ganzen Schalen kommen nun da hinein und das Ganze darf auf kleiner Flamme 2-3 Stunden köcheln.

Die Schalen der Pomeranzen  in feine Streifen schneiden und ebenfalls in den Topf geben. Der Ansatz soll sich um etwa die Hälfte reduziert haben.

Das Stoffpaket mit den Schalen muss nun kräftig ausgedrückt werden.  Am besten mit einen festen Gegenstand in einem stabilen Sieb. Zum Schluß kommt nur noch dicker Glibber, das reine Pektin, welches wir ja auch zum gelieren brauchen.  Diese ausgepresste Flüssigkeit kommt natürlich auch noch  in den Topf zum Ansatz. Ich hatte jetzt  knapp einen Liter Flüssigkeit und habe diesen mit 1 Paket Gelierzucker ( Bio, ohne Palmfett !) nach Anleitung aufgekocht.

Das Ergebnis ist bernsteinfarben, leicht bitter und etwas dickflüssiger als Honig. Und das also auf dem Brioche gegessen, ein großer Genuss.