Urlaub an der Müritz, Teil2: Der Nationalpark und kulinarische Erkenntnisse

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Was du auf keinen Fall verpassen solltest, ist ein Besuch im Müritz Nationalpark. Es gibt sehr interessante Führungen und Veranstaltungen, über die man sich vorher informieren sollte. Von Wanderungen durch das Moor, zu den Fledermäusen oder den Eisvögeln, bis zu Radtexkursionen, meditative Wanderungen und Pilzsuche. 
Ich habe mich ohne Führung auf Entdeckungstour im UNESCO-Welterbe geschützte Buchen gemacht. Ehrfürchtig stehst du da vor den Riesen, die umgeben sind von Moor, wunderschönen Wildpflanzen und fließenden Bächen. Zwei Stunden Waldbaden allein kosten nichts und sind doch unbezahlbar. Den "Eingang" findest du, wenn du von Krakow nach Serruhn fährst an der alten Wassermühle.





Genussvolles an der Müritz

Meine Fahrten durch die Gegend, mit Fotoapparat und Badezeug, endeten am frühen Abend immer mit einem guten Essen. Nach dem reichhaltigen Frühstück im Hotel brauchte ich lange nichts, Nachmittags manchmal Kaffee und Kuchen und gegen 18.00 Uhr meldete sich den kleine Hunger. Ich hatte fast immer Appetit auf frischen Fisch und das sollte man sich in der Gegend auch ausgiebig gönnen. 


Fangen wir mit einer Nicht Empfehlung an. Kommst du nach Alt Schwerin locken die Schweriner Fischer mit Ladengeschäft und Gastronomie. Ich habe noch nie so eine unfreundliche Antwort auf meine Fragen nach dem angebotenen Fisch bekommen und bin  deshalb umgehend dort verschwunden, um mir nicht den Tag verderben zu lassen.

Aber wichtiger ist natürlich, was ich dir empfehlen kann. In Röbel kannst du hervorragenden selbst gebackenen Kuchen und einen guten Kaffee genießen im Hofcafe in der Straße des Friedens. In Malchow, direkt an der Hub-Brücke, findest du das Rosendomizil. Der Flusskrebssalat, mit Mango,Sellerie und Ingwer war der Beste den ich bisher gegessen habe, ohne schwere Majonnaise, würzig und frisch. 


Eine unverhoffte Entdeckung war das Schloss Klink, auch so im Vorbeifahren gefunden und abgebogen. Auf der wunderschön hoch am See gelegenen Terrasse kann man gut am Nachmittag eine Pause einlegen und die Abendkarte, die Genuss von mediterran bis rustikal verspricht, lässt keine Wünsche offen. Auf meine Bitte bekam ich das vielversprechende Dessert des aktuellen Menüs zum Kaffee: Creme Brulée von Amalfi Zitronen mit Pistazien und Mailänder Marzipan, Zitronensorbet, frische Limoncello-Beeren auf süßem Pesto.




Im schon erwähnten Antik Speicher in Plau kannst du in schönem Ambiente Kaffee trinken und guten, selbst gebackenen Kuchen essen. Und dort gibt es auch ein grandios angerichtetes Frühstück, auch zu später Stunde.


Bei Koch Thorsten Falk habe ich im Lenzer Krug einen sehr guten Fisch bekommen. Kleine Kartoffeln mit einer sehr wohlschmeckenden Senfsoße, grünen Bohnen und Pannfisch (Dorsch). Falk der selbst jagd, ist auch bekannt für die vielseitige Wildküche. In Falks Seehotel kann man gut und bodenständig Essen.  Auch hier gab es Fisch, mit mediterranem Gemüse und Kräuter Kartoffelstampf.


Das Highlight war ein Abendessen im Fackelgarten in Plau. Da kann ich jetzt im Nachhinein noch gewaltig ins Schwärmen kommen. Ein wirklich toller Service, ein exzellentes Essen ganz nach meinem Geschmack. Da waren alle Bestandteile für sich so gut zubereitet, in Gargrad und Würze, frisch gekocht und auch optisch ein Fest, so dass es eine helle Freude war. Wenn du in der Gegend bist, unbedingt hingehen und vorher reservieren, da die Qualität Viele kennen. 

Für mich geb es: 
Sticky Fingers - Schweinebraten meets Asia
sanftgegarter & gerösteter Bauch mit Korianderkraut & creamy Ponzu, 
Knusper Tomahawk vom Landschwein in Panko gebraten, mit Schwenkgemüse & gezupftem Speck-Kartoffelrösti


In den Fackelgarten hat mich meine Recherche gebracht, als ich mich über die Veranstaltung "Plau kocht" informiert habe, die Thorsten Falk ins Leben gerufen hat. Der engagierte Koch schart jedes Jahr sechs Köchinnen und Köche um sich und über ein paar Tage gibt es verschieden Höhepunkte im Ort in den einzelnen Hotels und Gaststätten. Sicher ein genussvolles Verfügen, wenn man zu der Zeit gerade Urlaub dort macht. Auch bei der Veranstaltung dabei also der Fackelgarten und das Parkhotel Klüschenberg. Dieses hatte ich mir für den letzten Abend aufgehoben und war leider enttäuscht.


Lag es am Service durch eine noch etwas unbeholfene junge Dame? Ich glaube nicht, denn dafür habe ich viel Verständnis. Lag es am schalen Glas Sekt, welcher als Aperitif statt des bestellten Prosecco serviert wurde? Am sofort nach dem Amuse abgeräumten Brot, um welches ich zum Lachs der Vorspeise nochmals bitten musste? An der Ziegenkäse-Tarte, die diesen Namen echt nicht verdiente und sich als krümeliges Brot mit einer überbackenen Käseschicht herausstellte? Am völlig versalzenen Lauch, welches es zur Karottenpasta - ein paar Karottenstreifen unter die Pasta gemischt- gab? Oder am trocken gebratenen Wels, allerdings unter einer wohlschmeckenden Brennesselsamen-Kruste? Licht und Schatten liegen eng beieinander, hier war es einmal wieder zu erleben, nicht nur beim Schauspiel am Himmel.



Schwimmen war ich trotz durchwachsenen Wetter jeden Tag, auch wenn es regnete. Es waren schöne Tage und ich kann nur sagen, eine Reise an die Mecklenburger Seenplatte lohnt sich. Zum runter kommen, zum Luft holen und unbedingt auch für kulinarische Erlebnisse. Die letzten Sätze könntet ihr in dieser Flasche finden, sollte ich sie dort hinterlassen haben.