pe: Tunk das nicht immer ein !

EIN BLOGEVENT VON ZORRA UND HEIKE


...tunk das nicht immer ein! hat die Oma gesagt.

Sie hat uns versorgt, wenn wir von der Schule kamen. Meine beiden Cousinen und mich. Meine Mutter war auf Arbeit und die Oma, Köchin alter Schule, machte täglich für uns ein Mittagessen. Die einfach einfachen Sachen standen auf dem Speiseplan: Kartoffelbrei und gebratene Zwiebeln oder gebratene  Blutwurst, Makkaroni mit warmem Pflaumenkompott oder oft die guten Suppen.Wir hatten immer viel Spaß beim Essen, die Oma weniger. Vor Kichern und Lachen kamen uns manchmal die Suppennudeln aus Mund und Nase und es gab gehörig Ärger.

Wir also am Tisch, die Oma im Sessel daneben und wir standen unter Beobachtung.Sie hat ein strenges Regiment geführt und war trotzdem eine gute Oma - nur beim Essen verstand sie keinen Spaß. Weil Essen ja eine ernsthafte Sache ist und man es würdigen sollte, dass täglich etwas Gutes auf den Tisch kam. 

Und was gut war oder nicht, darüber hatten wir schon geteilte Meinungen.Ich war nicht dazu zu bewegen Kuddeln zu mir zu nehmen, eine meiner Cousinen hasste Möhrensuppe und die andere schüttelte sich bei Milchreis.Wenn also eine nicht essen wollte, kam von der Oma kein weiterer Kommentar, aber eine späte Rache am Nachmittag.

Nach den Schulaufgaben gab es oft eine gemeinsame Kaffeestunde. Für die Oma Kaffee, für uns Tee und manchmal ein Stück Kuchen. Für den Essensverweigerer gab es das Mittagessen nochmals gewärmt. Als das Jeder ein paarmal durch hatte, wurde gegessen was auf den Tisch kam!

An guten Tagen gab es einen schönen Kakao und wer noch Hunger hatte bekam ein frisches Brötchen mit Butter dazu. Mit der richtigen fetten Butter, ohne gesunde Rapsölzugabe, ganz gelb war die. Und das habe ich zu meiner größten Wonne in den heißen Kakao getunkt, bis die Butter zerlaufen ist und es ganz warm in den Mund kam. Das habe ich geliebt, aber das Eintunken konnte die Oma nicht ab....tunk das nicht immer so ein !

Meinem Enkel habe ich davon schon oft erzählt. Ich freue mich, dass er gern Geschichten aus meiner Kindheit hört. Er darf mitreden wann, was und wieviel er essen möchte. Er lernt auch den bewußten Umgang mit Lebensmitteln, aber auf andere Art. Für ihn ist es selbstverständlich, dass ein übrig gebliebenes Schulbrot am Abend mit gegessen wird und das nur so viel auf den Teller kommt, wie man auch schaffen kann. Und auch ein Apfel mit einem leichten Druckfleck ist für ihn noch voll in Ordnung.

Und den Kakao mit dem Butterbrötchen bekommt er gern und tunken und kleckern darf er dabei auch. 


Tipp zur Zubereitung


Für die Kinder wird der Kakao immer traditionell mit gekochter Milch, Kakaopulver und Zucker zubereitet. So kann man den Kakaogehalt am besten beeinflussen. Werden wir Erwachsene mal schwach, dann wird eine Tafel Schokolade (mind.75% Kakao) im Wasserbad bei 35 Grad geschmolzen. Die Masse wird aufgerührt mit etwas warmer Milch und eingerührt in einen Liter Milch. Dazu kommen Gewürze je nach Lust und Laune. Kardamon, Zimmt, Chili oder etwas gekochter Espresso - nicht alle Gewürze auf einmal verwenden.