So geht sächsisch: Von unerschrockenen Winzerinnen, smarten Winzern, wundervollem Wein, sehr gutem Essen und einem wunderschönen, traditionellen Handwerk





Die erste Frau, die wir bei unserem Besuch im schönen Freistaat Sachsen kennen lernen, ist Anja Fritz. Eine kleine zierliche Frau, Steillagen Winzerin, mit einer solchen Power, die man für diese Art Broterwerb auch unbedingt braucht. 



In der Kulisse eines grandiosen Sonnenuntergangs besteigen wir ihren Mariabergbesser gesagt, wir erfühlen ihn im Dämmerlicht und hören gespannt den Erklärungen von Anja zu. Wie oft man einen Weinstock umrunden muss, bevor man lesen kann und wieviel kräftezehrende Arbeit übers Jahr nötig ist, bis man einen guten Tropfen in die Flasche füllen kann. Und wie sie immer wieder, jedes Jahr, dieses Hochgefühl hat wenn sie die Flaschen in die Palette stapelt. Sie spricht von ihren Weinen wie von Kindern, die man erziehen muss und auf die man stolz sein kann. Und der Traminer ist eine Diva, sagt sie, pompös, die dreht und wendet sich und machmal ist sie recht zickig. Dann schenkt Anja uns einen guten Schluck ins Glas , wir prosten ihr im Dämmerlicht zu und nicken und sagen, ja, Recht hat sie.




Wir, das sind 7 Foodbloggerinnen aus ganz Deutschland, die Sachsen erkunden, erschmecken und erfühlen wollen und sehr gespannt sind, auf Lukullisches und Menschliches. Anja vom Blog Schönes + Leben  hat die Tour organisiert und ich nehme einmal vorweg, dass sie das großartig gemacht hat. Grund der Einladung war die Kampagne So geht sächsisch. Wir schlafen direkt im Weinberg, in einer der schönen Ferienwohnungen bei Anja Fritz. Das Wetter dieses Wochenendes wird in die Geschichte eingehen - Goldener Herbst vom Feinsten



Nach dem Mariaberg im Sonnenuntergang geht es in den Keller, den jedes Weingut hat und dort erfahren wir, wie Anja nach Meißen und zum Wein kam. Nach einem facettenreichen Leben hat es sie irgendwann dorthin verschlagen und beim Kauf eines Hauses war eben auch ein Weinberg dabei, wie so oft in dieser Gegend. Und dann hat sie begonnen sich damit zu beschäftigen, alle gut gemeinten Ratschläge der Nachbarschaft umgesetzt und immer wieder weiter gedacht. Und inzwischen ist sie eine der jungen Winzerinnen, war Weinprinzessin und steht für diesen Landstrich und gegen den Rechtsruck im Land. Zwei Syrer arbeiten mit ihr und zum Dank dafür, widmet sie diesen Menschen einen „Friedenswein“, aus Trauben des 2017er Jahrgangs.



Im Keller trinken wir einen guten Grauburgunder, sowie den sachsentypischen Goldriesling und einen fruchtigen Rotwein. Auf dem Teller liegt ein Sortiment an Wurst und Schinken der Fleischerei Stolle, Coppa di Stolli, Kaminwurzen und Rotweinschinken sowie Rotweinkäse. 



Der zweite Tag beginnt mit einer straffen Wanderung durch die Weinberge und mit viel Wissenswerten zum Thema Meißner Wein, Steillagen und Erhaltung dieser Anbauart. Von teuren Mauern, die in Handarbeit errichtet werden müssen, um die Hänge zu stützen. Und an den schönsten Aussichtspunkten machen wir Rast und beschäftigen uns weiter mit Wein, theoretisch und praktisch. 



Und zum Mittag fallen wir müde und erschöpft auf die Stühle im Hof des Weingutes Schuh.




Katharina Pollmer und Matthias Schuh, das Geschwisterpaar, hat das Weingut von seinen Eltern übernommen und lässt viel frischen Wind durch die Reben des Meißner Klausenberges blasen. Die Rebflächen werden konsequent nachhaltig bewirtschaftet, auf Herbizide wird verzichtet und ausschließlich organischer Dünger verwendet. Die neuen Etiketten sind dem Persiodensytem der Elemente entlehnt und mir gefällt diese Gestaltung besonders gut. Ebenso gut, wie die verkosteteten Weine und der willkommene Mittagsimbiss an diesem Tag. Eine sehr gute Idee ist die Flaschengröße des Schieler Seccos, so als das kleine Fläschen für den Abend mit der besten Freundin.




Matthias Schuh besuchen wir bei der Arbeit im Keller und erfahren eine ganze Menge über Most, Wein und den Jahrgang 2017. Besonders über den Rotwein, der im Bottich auf die Weiterverarbeitung wartet, da das Rot der Trauben noch den Most färben soll.

Unsere nächste Station an diesem Tag ist das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth, welches viele nur vom gleichnamigen Sekt kennen könnten. Aber auch dort kann man mit einigen guten Weinen aufwarten, wie wir uns nach der ausführlichen Führung durch Martin Junge überzeugen konnten. 



Schloss Wackerbarth wirbt als Erlebnisweingut um Besucher und hat augenscheinlich Einiges zu bieten. Umfangreiche Gastronomie, schöne Plätze zum Verweilen und eine sehr interessante Führung durch die Anlage der Schaureben (nicht Scheureben - das wäre eine Traubensorte), bis zum Keller mit den imposanten Stahltanks. Etwas weiter, dort wo täglich der Sekt zur Flaschengärung gerüttelt wird, endete die Tour mit einer Weinprobe, bei der sich für mich wieder einmal mehr der Traminer als Favorit herausstellte.




Nach einer kurzen Verschnaufpause, zehn Minuten Füße hochlegen und Nase pudern, führt uns Anja in die Dresdner Neustadt.  Unser Ziel zum Abendessen war das von Slow Food Deutschland empfohlene Lokal von Daniel Fischer.  Hier serviert man den Jahreszeiten angepasste Speisen, so dass man für die Zubereitung keinerlei Geschmacksunterstützer benötigt. Eine Philosophie, die den Weg zurück zur ursprünglichen Küche beinhaltet. Ein 3Gang Menü, mit regionalen Zutaten und begleitenden Weinen aus der Region, hat den Abend genussvoll ausklingen lassen. Daran ist auch Daniel Fischers Frau nicht ganz unschuldig, die mit Charme und Sachverstand durch das Menü begleitet hat.





Tag zwei unserer Tour beginnt mit einem Frühstück in der Gastronomie bei Meißner Porzellan. Auf  die Besichtigung des Hauses habe ich mich sehr gefreut, denn so oft ich früher schon in Meißen war, dazu war es nie gekommen. Das Museum bietet die Geschichte der Porzellanherstellung in Meißen, anhand unzähliger Exponate. Unheimlich interessant und spannend. Man muss nicht alles schön finden, aber immer schwingt der Respekt vor einer grandiosen handwerklichen Arbeit mit. Und Einiges, auf den ersten Blick leicht kitschig, ist beim zweiten Hinsehen eigentlich sehr schön.





In der Schauwerkstatt kann man von der Arbeit der Formung auf der Scheibe angefangen, bis zur Arbeit an den Figuren und dem Bemalen mit den traditionellen Motiven, Vieles bewundern. Die erstaunlichsten Erkenntnisse waren, dass das traditionelle Zwiebelmuster eigentlich gar keine Zwiebeln abbildet, sondern Granatäpfel. Und wie wenig Zeit für ein Stück eigentlich zur Verfügung steht, wenn nach Zeitnorm gearbeitet wird. Dabei gehört zum Verzieren der Porzellane oft auch kreativer Spielraum dazu, so dass praktisch immer Unikate entstehen.







Die Frage nach einem Erbstück aus dem Hause Meißen, konnte nur eine Bloggerin unserer Gruppe bejahen. Aber nach diesem Besuch kann ab sofort auch unsere Familie für die Zukunft über ein Solches verfügen.

Den letzten Punkt in unserem Programm, war die Fahrt mit dem Oldtimerbus von Katharina Lai und der Besuch in ihrem Wein Reich.Einer der letzten in der DDR gebauten Robur ratterte und schüttelte uns, als Goldriesling-Oldtimerbus, durch die Steillagen und da kam viel Freude auf bei der Fahrt. 





Im Wein Reich in Diesbar-Seußlitz gelandet, durften wir noch einmal zum Abschied schlem men, mit hervorragend zubereiteten Kleinigkeiten. Diese selbstverständlich begleitet von ausgesuchtem Wein. Im ehemaligen Pferdestall des Rittergutes von Schloss Seusslitz, findet man bei Katharina Lai  königliche Weine der 13 Weinhoheiten Deutschlands und dazu passend zubereitetet Speisen. Katharina Lai war 2008 ebenfalls Weinkönigin,ist Steillagen-Winzerin und Sprecherin des Tourismusverbandes der Weinstraße, die sich von Diesbar-Seußlitz bis Pirna an der Elbe entlang schlängelt.



Ein wunderschönes Wochenende ging zu Ende, dass traumhafte Wetter hatte ich schon erwähnt und die Runde der Foodbloggerinnen , die sich hier kennen gelernt oder wieder getroffen hatte, hatte eine Menge Spaß. Danke für die Einladung, es war einfach schön !




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Das dieser Beitrag Werbung enthält, war schon unschwer zu bemerken. Würde ich hier nicht werben, entgingen euch eine Menge schöner Geschichten und viele gute Tipps. Und Werbung für Menschen, die in ihrer Arbeit aufgehen, sie lieben und immer besser machen wollen, und ihre guten Produkte, die mache ich sehr gern. Damit ihr alle ein ebenso schönes Wochenende im schönen Freistaat, genau gesagt in Meißen verbringen könntet, habe ich alle Stationen unserer Reise für euch verlinkt.  Und schreibt mir mal eine Karte aus Meißen. Ich bin gespannt, wie euch der Wein schmeckt.






Kommentare

  1. Liebe Petra,

    dickes Danke für Deinen tollen Post. Ich hab mich sehr gefreut, dass Du dabei warst und freu mich schon auf ein Wiedersehen - vielleicht in Weimar.

    LG Anja

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    1. Ich war sehr gern dabei. Das war ein wirklich schönes u d interessantes Wochenende, welches du dir ausgedacht hast :D

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  2. liebe petra, es war mir eine große freude, dich erleben und kennenlernen zu dürfen! in deinen schönen bericht über unser wochenende in den sächsischen steillagen bin ich regelrecht versunken und freue mich auf ein wiedersehen.

    alles liebe!
    deine tine

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  3. Das gebe ich doch gern zurück und würde mich sehr freuen, wenn sich unsere Wege wieder einmal kreuzen würden.

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