Montag, 6. Februar 2017

Das geht unter die Haut: Rosmarinbutter für das Maishuhn und eine kleine Warenkunde

Huhn. Schon wieder Huhn, oder endlich mal wieder Huhn. Bei uns immer wieder gern und deshalb Variante zwei. Da ich deshalb so ziemlich alles zum Thema Huhn, dem gesunden Genuss, unseren Vorlieben und unseren bisherigen Rezepte geschrieben habe, langweile ich euch heute mal mit ein paar Sätzen zu den Qualitätsstufen die man kaufen kann, kaufen sollte oder nicht kaufen sollte.

Brathuhn mit Rosmarin und Salzzitronen

Im Groben unterscheidet man in Deutschland in Qualitätstsufe A oder B. Die dafür in Anrechnung gebrachten Parameter haben aber nur mir Aussehen und Frische zu tun. Was man also unter Qualität A kaufen kann, hat zwar eine bestimmte Farbe , die Haut ist unversehrt und es riecht gut, aber ob es ein Huhn ist welches schnell gemästet wurde, eventuell noch mit Antibiotika "gepflegt" wurde, geht aus der Klassifizierung für A oder B nicht hervor. Man merke sich: Huhn und anderes Geflügel beim Discounter ist meist preiswert und ist demzufolge auch so produziert.

Beginnende Ausnahme sind Geflügelprodukte, die mit "Fair Mast" Siegeln verkauft werden, obwohl ich deren Hintergründen nicht so recht traue. Sie sind meist doppelt bis 3fach teurer, schmecken für mich auch recht gut (Selbstversuch !) aber es gibt keine Richtlinien an denen man sich orientieren kann. d.h. diese Siegel sind nicht belegt.

Bio Geflügel hat seinen Preis und seinen hervorragenden Geschmack. Also lieber einmal weniger und dafür ein mit Sorgfalt und Zeit aufgezogenes Geflügel. Sicher ist es eine Entscheidung, ob ich ein Huhn für 2,89 € auf den Tisch bringe, oder eines für 22,00 €. Sogar eine gravierende. Aber in erster Linie solltest du dich für gesunde Ernährung entschieden und das eindeutig bessere Produkt wählen. Du nimmst dir ja auch Zeit und Muse um das Huhn zuzubereiten. Und ein wässriges, fades Produkt macht alle Bemühungen schmackhaft zu kochen, von Anfang an zunichte. * siehe Tabelle am Ende des Beitrages: Gegenüberstellung der Herstellung von Bio und konventionellem Geflügel

Huhn vom Geflügelhändler "deines Vertrauens" klingt immer abgedroschen, ist aber ein Gütesiegel welches dir keiner nehmen kann. Das ist regional, du kennst den Bauern und seine Tierhaltung bzw. Schlachtung und vertraust ihm. Das ist nahezu unbezahlbar und sollte immer die erste Wahl sein.

Nicht zu vergessen das auch in Deutschland verfügbare Geflügel aus Frankreich. Von der Qualitäts Philosophie unserer Nachbarn können wir uns eine Scheibe abschneiden.

"Frankreich - ein Land, das für kulinarische Vielfalt und höchste Qualität steht. Wer das Besondere liebt, findet in allen Regionen Frankreichs eine passende Spezialität, denn wahre Genießer achten auf Geschmack und Qualität. Auch im Geflügelbereich betreibt Frankreich seit rund 40 Jahren eine konsequente Qualitätspolitik.
Durch die Einführung des Label Rouge-Gütesiegels und seinen notwendigen Kontrollmechanismen bieten unsere europäischen Nachbarn hochwertiges Geflügelfleisch an, bei dessen Erzeugung die Tradition im Mittelpunkt steht. Label Rouge ist das französische Gütesiegel für Geflügel aus bäuerlicher Aufzucht und überzeugt jeden Verbraucher hinsichtlich seiner Qualität und Erzeugung.
Label Rouge entspricht artgerechter Haltung Nur ausgewählte Rassen kommen in Frage! Als genetische Grundlage dienen deshalb nur ausgesuchte Geflügelrassen ländlicher Herkunft. Eines der wichtigsten Merkmale der Ausgangsrassen ist langsames, aber dafür kontinuierliches Wachstum. Denn nur mit genügend Zeit und einer extensiven Mast, kann sich die Fleischqualität von Label Rouge optimal entfalten.
Label Rouge-Geflügel wird artgerecht auf kleinen Bauernhöfen gehalten. Die Tiere leben in luftigen Stallungen mit reichlich Tageslicht. Ihnen steht doppelt soviel Stallfläche zur Verfügung wie ihren unter herkömmlichen Bedingungen gemästeten Artgenossen. Die robuste Konstitution der traditionellen Rassen erlaubt die Haltung im Freien."

Diese Fakten habe ich bei meiner Recherche zum Thema Geflügel gefunden und sie sind noch wesentlich umfangreicher. Wenn du dich tiefer in die Materie einlesen möchtest, empfehle ich dir diesen Artikel - Klick ! -

Und da mein Text als Vorrede heute etwas länger und ein bisschen trocken war, kommt hier das Rezept, welches übersichtlich ist und du damit schneller in der Genuss des schmackhaften Geflügels kommst. Es war bei mir übrigens ein französisches Maishähnchen. Label rouge, versteht sich.

Brathuhn mit Rosmarin und Salzzitronen


Brathuhn mit Rosmarin und Salzzitronen

Für ein Huhn von etwa 1,5 kg benötigst du 2 Zweige frischen Rosmarin und 1/2 Salzzitrone ( von der du nur die Schale verwendest) sowie 80 g Butter und eine Knoblauchzehe. Die Butter lässt du weich werden, der Rosmarin und der Knoblauch werden sehr fein geschnitten, bzw. gehackt und die Salzzitronen sehr fein geschnitten. Grobes Salz aus der Mühle und frischer Pfeffer kommen dazu und alles wird vermengt.


Mit der Hand fährst du dem Huhn unter die Haut und löst sie über die Brust bis über die Schenkel ab. Das geht relativ leicht. Jetzt nimmst du etwas von der Füllung und schiebst es unter die Haut, Das machst du so lange, bis die Masse aufgebraucht ist. Jetzt bekommt das Huhn eine langsame Massage, bis sich die gewürzte Butter schön verteilt hat. Jetzt nimmst du noch etwas Butter und massierst das Huhn von außen. Danach wird es gesalzen und gepfeffert.

In einen Bräter gibst du das Huhn, ein paar Kartoffeln (wenn du möchtest) noch ein bisschen Rosmarin und frische Zitrone. Das Huhn wird jetzt im Ofen bei 200 Grad gebacken (Umluft). Nach etwa 45 Minuten schaltest du den Grill dazu und lässt es noch etwa 15 Minuten bräunen. Und dann einfach nur noch eine Flasche Wein öffnen und einen schönen Salat dazu reichen und dein Glück ist perfekt. Oder nicht ?


Und wenn du vierbeinige Mitbewohner hast, lass dein Huhn keinen Moment aus den Augen. Hier seht ihr ein Unheil nahen ! Als ich nur schnell noch den Fotoapparat holen wollte, war schon ein Interessent auf dem Tisch. Aber ich konnte dem Ungeheuer das Geflügel schnell noch entreißen. Natürlich hat sie dann ein bisschen davon bekommen. Von dem zarten Brustfleisch, dass mag sie am liebsten, unsere Maxi 😀


* SPIEGEL online: Gegenüberstellung der Geflügelhaltung konventionell und Bio



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