Das zweite mal "Heimat im Kochtopf": Wir kochen russisch, von Piroschki bis Borschtsch

Die internationale Kochgruppe Heimat im Kochtopf hat sich am vergangenen Mittwoch wieder im Mehrgenerationenhaus in Weimar (West) getroffen. So wie beim letzten Treffen verabredet, haben wir uns dieses mal der russischen Küche gewidmet.

Piroschki und Borschtsch

Borschtsch

Mit Elvira und Natalja  standen zwei sehr versierte Köchinnen am Herd und haben für uns Piroschki zubereitet. Piroggen kennen viele von uns und Elvira erklärt auch gleich den Unterschied: Piroggen sind große, gefüllte Hefeteig Gebäcke, die nach dem backen für jeden Esser in Scheiben geschnitten werden. Piroschki ist die Verkleinerungsform und so sind diese auch in handlicher Größe gefertige Teilchen, die gleich von der Hand in den Mund wandern können.

Für uns alle war einiges am anderen Umgang mit dem Hefeteig neu. Ich kannte es so, dass zum ausrollen und verarbeiten auf Mehl bestäubtem Untergrund gearbeitet wird, damit nichts klebt. Unsere beiden Hausfrauen verarbeiten Hefeteig mit Öl und so ist er geschmeidig, lässt sich super formen und zusammen drücken.

Da beide aus anderen Gegenden ihrer Heimat kamen, war auch die Herstellung des Grundteiges anders. Ich würde dazu raten, dass jeder der das nach backen möchte, sein eigenen Rezept für einen Hefeteig zu Grund legt. Bei mir geht er so:


200 ml Milch
125 g Butter
500 g Weizenmehl
1 Würfel Frische Hefe
1 Prise Salz
2 Eier (Größe M)

Vorbereiten: Milch erwärmen und Butter darin zerlassen
Mehl in eine Rührschüssel geben. Hefe daraufbröckeln. Übrige Zutaten und die Milch-Fett-Mischung hinzufügen und alles mit einem Mixer (Knethaken) kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stufe in etwa 5 Min. zu einem glatten Teig verarbeiten, oder eben von Hand kneten. 

Teig zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat. Das dauert etwa 2 Stunden.


In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Wir hatten zwei verschiedene Varianten. Kraut wurde mit etwas Öl in der Pfanne schön braun gebraten, dazu kam etwas Paprika Pulver. Für die zweite Füllung wurden geschnittene Frühlingszwiebeln in Butter glasig gedünstet und darunter kamen, nach dem abkühlen klein gehackte, hart gekochte Eier, etwa Verhältnis 1:1.

Die Weiterverarbeitung zu den Piroschki geht wie folgt. Kleine, gleich große Teig-Kugeln formen, dass geht mit den geölten Händen sehr gut. Die Kugeln flach drücken (die Dicke sollte nicht mehr als 1cm betragen) , reichlich mit der Füllung belegen und nach oben schließen (sh.Fotos)


kleine Piroggen

Die Piroschki mit dem Schluß nach unten, oder oben (das haben Beide auch wieder unterschiedlich gemacht) auf ein mit Papier belegtes Backblech legen und die Teilchen nochmals etwa 40 Minuten gehen lassen.

Backofen vorheizen.  Ober-/Unterhitze: etwa 200°C Heißluft: etwa 180°C 

Piroschki mit Eigelb bestreichen und etwa 20 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Wenn sie noch heiß aus den Ofen kommen, mit flüssiger Butter bestreichen.


Piroschki, russische Teigtaschen


Das war so ein Genuss, noch lauwarm die Piroschki zu verspeisen. Die kann ich also jedem nur empfehlen.

Als zweites Essen gab es einen Borschtsch, den ich zubereiten durfte. Unter den fachkundigen Augen der beiden Russinnen und da war ich schon ein bisschen aufgeregt ;) Das salomonische Urteil lautete: Er war gut gelungen, anders als in der Ukraine, aber sehr schmackhaft. Damit konnte ich leben. Wie ich meinen Borschtsch zubereite, findet ihr hier und diesmal hatten wir auch eine frische Rote Bete, dass war sehr gut.


ukrainischer Borschtsch


Zum Borschtsch dazu hat Elvira noch kleine Reste vom Teig mit gebacken und diese in einer recht ansehnlichen Menge geriebenem Knoblauch gewendet. Mit der dicken sauren Sahne oben auf der Suppe und den kleinen Teilchen dazu..... ich sage nichts weiter !

Nach dem gemeinsamen Essen haben wir uns viel über Bräuche , Zubereitungsarten und regionale Unterschiede bei Essen unterhalten. Ein sehr interessantes Gespräch. Und wir haben einen Plan geschmiedet: Unser nächstes Treffen findet am 23.März, wie immer um 17.00 Uhr statt. Da werden wir uns der afghanischen Küche widmen, sogar für die passende musikalische Untermalung wird gesorgt werden. Wir freuen und darauf und natürlich wieder auf Jeden, der noch Lust zum gemeinsamen kochen mit uns hat.


Kommentare

  1. Liebe Petra,
    ich freue mich immer über Gerichte aus meiner Kindheit und ehemaligen Heimat zu sehen. Vor allem ist es sehr interessant, dass jeder diese Gerichte anders zubereitet.

    liebe grüße :)

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen