Es gibt mal wieder ein Likörchen: Limoncello hausgemacht !

Ob pur, oder im Secco,  ein guter Limoncello ist für mich  immer ein Highlight. Für Freunde der italienischen Küche fast ein Muss, den zu Hause zu haben. Bei meiner ersten Reise nach Italien, übrigens 1992 nach Florenz, habe ich einige Sachen im Gepäck gehabt, die ich für unverzichtbar für uns hielt. Zum einen eine Pasta Macchina, ein gutes alte Stück welches ich heute noch nutze, eine Flasche Olivenöl und eine Flasche Limoncello. Herrlich gelb und verlockend. Im Italienurlaub hatte er geschmeckt, ihr kennt das sicher auch. Solche Erfahrungen gibt es nicht nur bei Getränken, im Urlaub Top, zu Haus ein Flop.

Limoncello hausgemacht

Als ich dann stolz im schönen Thüringen das Fläschchen öffnete, bekam ich nur erstaunte Minen. SO WAS schmeckt dir ? Herr pe. gleich ganz drastisch, dass schmeckt doch wie Klostein (sorry !) Aber irgendwie hatte er Recht.  Und seit dem, ich gebe zu eine sehr lange Zeit, muss ich mein Versprechen einlösen und einen Limoncello servieren, der schmeckt. Ich wusste wie er schmecken musste, nach den schönen italienischen Zitronen, die man auch im Urlaub so direkt vor dem Haus pflücken konnte.

Lange Jahre sind also vergangen und inzwischen habe ich virtuell Ariane kennen gelernt. Aus Deutschland stammend lebt sie in Italien, genau genommen in Rom, und schreibt den schönen Blog Tra dolce et amoro. Bei ihr lese ich so gern und stille ab und an meine Italien Sehnsucht. Lange schon habe ich gewartet, bis es endlich das versprochene Rezept für Limoncello gab und noch ein bisschen Zeit musste vergehen, bis ich hier im verschlafenen Thüringen die passenden Zitronen hatte.

Limoncello nach Originalrezeptur

Aber dann gab es kein halten mehr und ich habe nach ihrer Anleitung meinen ersten Limoncello gemacht, " fatto in casa" wie sie schreibt, auf deutsch "hausgemacht". Wunderbar ! Ich verschwende keine  weiteren hochtrabenden Worte, da man den sowieso nicht beschreiben kann. Ich sage nur eins: Zitronen besorgen, deren Schale "essbar" ist und los gehts. Ihr werdet mich verstehen.

Das Einzige, was ihr dann noch braucht, ist ein bisschen Geduld. Für uns war die heute zu Ende, besser gesagt die der Monate waren herum.

Limoncello nach Original Rezeptur

Zutaten

500 ml Alkohol, 96 % - hier nur Primasprit 69,5%
300 g Zucker
7-8 Zitronen, unbehandelt, wenn möglich aus Amalfi
600 ml stilles Mineralwasser
Filtertuch


Die Zitronen heiß abwaschen und trockentupfen. Mit einem Zestenreißer oder Sparschäler die Schale dünn abschälen. Darauf achten, dass die weiße Haut nicht mit abgeschält wird. Sie macht den Likör bitter.

Die Zitronenschalen mit 200 ml Wasser und 200 ml Alkohol in ein hermetisch abschließbares Gefäß geben und den Ansatz an einem dunklen, kühlen Ort eine Woche ziehen lassen.

Limoncello nach Originalrezeptur

Nach dieser Ruhezeit in einem zweiten, etwas größeren gut verschließbaren Gefäß den Zucker in 400 ml Wasser auflösen und den restlichen Alkohol (300 ml) sowie den Ansatz dazugeben. Das Gefäß kräftig schütteln und für eine weitere Woche kühl und dunkel aufbewahren. Dabei täglich das Gefäß gut durchschütteln. Nach dieser Zeit das Gemisch zweimal durch ein mit doppelter Gaze ausgelegtes Sieb filtern; die Gaze dabei nach dem ersten Filtern erneuern.

Den Limoncello in Flaschen abfüllen und für drei Monate an einem kühlen und dunklen Ort ruhen lassen.

Limoncello nach Originalrezeptur


Rezeptquelle: Maddalena Tomalini, Ricette segrete per fare i liquori in casa, Giovanni de Vecchi Editore, Milano 1999

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