Fettig, aber leider geil : Schmalzgebäck zur Fastnacht



Krawatte, Schürzgebäck, Kameruner

Auf diesem Foto seht ihr das Einzige, was für mich an der Fachings-Fatsnachts-Karneval-Zeit überhaupt erwähnenswert ist. Hartnäckig halten sich seit Jahren die Gerüchte, dass ich ein Faschings-Muffel bin. Das war nicht immer so, wie hier weiter unten auch bewiesen wird, aber irgendwann ist mir der Spaß an der Freude auf Knopfdruck abhanden gekommen. Seht es mir nach, ihr Rheinländer und Rheinhessen, ihr Franken und Bayern - oder wo auch immer ihr dem Vergnügen nachgeht, euch zu kostümieren und das ausgelassen zu feiern. Mir fehlt da einfach ein Gen. Was nicht bedeutet, dass ich nicht fröhlich sein kann. Ich bin das sogar sehr oft und eigentlich das ganze Jahr über.

Ich, vorn in der Mitte ;)

Schunkelt und feiert also weiter fröhlich und ich verspeise inzwischen meine wunderbar knusprigen Kameruner. Unter dem Namen kenne ich sie und schon meine Großmutter hat sie gebacken. Da viele Namen heute berechtigterweise auf dem Prüfstand stehen, habe ich mich mal umgeschaut.

Krawatte, Schürzgebäck, Kameruner


In Kamerun kennt keiner das Gebäck. Die Geschichte mit der Wegzehrung für die das Land besetzenden deutschen Soldaten, scheint mir sehr an den Haaren herbei gezogen.
In Berlin erzählt man sich die Geschichte von einem Laubenpieperverein namens "Kamerun". Anlässlich eines Gartenfestes sollen demnach ideenreiche Hausfrauen das Gebäck kreiert haben. Aber auch in ganz anderen Regionen findet man das gleiche Rezept und die eigentümliche Form der Krapfen. Nur heißen sie anderenorts zum Beispiel Krawatte wegen der vergleichbaren Knotenform oder auch Schürzkuchen, weil sich die Mädchen oft einen Schürzenzipfel zum Bund hochzogen. 

Fettgebäck


Egal woher, in Thüringen kennt man das Fettgebäck schon sehr lange und ich habe mich an das Rezept meiner Großmutter erinnert. Das ist nicht überliefert, aber ich weiß noch, dass sie zweierlei Teig angesetzt hat. Zwillingsteig hat sie es immer genannt. Meine Suche landete auf der Internetseite von  Backfreaks und da habe ich zu meiner Freude genau das Rezept gefunden. Eine Kombination aus Hefeteig und Mürbeteig. 

Der kleine Mahraufwand lohnt sich. Böse Zungen behaupten das sie so köstlich sind, weil der Mürbeteig noch ein bisschen mehr Fett aufnimmt beim ausbacken. Sei es drum. Sie schmecken großartig, egal wie sie heißen, sind locker  wie Watte und knusprig zugleich. Und das ist ein Fastnachtsgebäck, welches den Körper auf die nahende Fastenzeit vorbereiten kann, dass könnt ihr mir glauben. Je nach verspeister Menge ist es eine große oder kleine Sünde, die man da begeht, aber in meinem Fall immer ohne Reue.

Schmalzgebäck

Fettgebäck zur Fastnacht: Krawatte, Schürzgebäck oder Kameruner

Zutaten
für ca. 30 Stück
   
Hefeteig 
320 g Weizenmehl Type 550
145 g Milch
30 g Butter
50 g Vollei (1 Ei)
15 g Hefe
1 Prise Salz
   Zitronenabrieb
   
   
Mürbeteig
240 g Mehl Type 405
160 g Butter
80 g Zucker
1 Prise Salz

Anleitung
Die Zutaten für den Hefeteig verkneten und ca. 30 Minuten gehen lassen. Während der Hefeteig geht, den Mürbeteig herstellen und ruhen lassen, bis der Hefeteig gegangen ist. 
Den gut gegangenen Hefeteig mit dem Mürbeteig verkneten und 30 Minuten ruhen lassen. 

Anschließend wird der Teig auf etwa  0,7cm Dicke ausgerollt und in Rechtecke von ca. 7x 5 cm geschnitten. In die Mitte der Rechtecke wird ein Schnitt gemacht . Durch diesen Schnitt wird 1 Seite des Rechtecks gesteckt. Wenn alle Teiglinge geformt sind, wird das Backfett auf 170°C aufgeheizt . Die Kameruner werden in ca. 5 Minuten schön braun gebacken und noch heiß in aromatisiertem (mit Vanille oder Zitronenschale) Zucker gewälzt.

Krawatte, Schürzgebäck, Kameruner