Sonntag, 21. Mai 2017

Klingt gesund und schmeckt (trotzdem) : Wildkräuterbutter und Dinkelhörnchen

Ein klein wenig provokant soll sie ja sein, meine Überschrift über diesem Beitrag. Nicht alles was so furchtbar gesund daherkommt, kann man auch als Leckerbissen bezeichnen. Obwohl es ja in den meisten Fällen nur eine Frage der Zubereitung ist, oder besser der Möglichkeit, Gesundes in Schmackhaftes zu wandeln oder mit ihm zu kombinieren. Nehmen wir mal die Verabreichung von Gemüse an Kinder, oder an Männer, nicht immer ganz einfach. Nimm Möhre, Kohlrabi, Spinat und Konsorten, mische sie mit Ei, etwas eingeweichtem Brot und würze sie gut, brate sei als Klopse und du hast den Beifall aller Fleischesser. Die merken oft nicht, dass es gar keins ist. Ich schwöre !

Dinkel Kornspitz mit Wildkräuterbutter


Wie immer schweife ich total ab, denn ich wollte ja was über die einfache und unkomplizierte Verwendung von Wildkräutern schreiben. Ich meine, egal wozu du Kräuter benutzt, ob am Quark, am Frischkäse, am Gemüse, am Salat, überall kannst du sie durch Wildkräuter ersetzen. Und das ist völlig einfach, denn man nimmt immer das was gerade wächst. Damit tust du dir und deinen Lieben wirklich etwas Gutes, denn die Inhaltsstoffe der frischen Kräuter sind unbezahlbar. Frühlingskraft eben, die man aus vollen Händen schöpfen kann.

Nach und nach lernst du die Pflanzen kennen, die du am liebsten verwendest. Bei mir sind es Knoblauchsrauke, Wegerich, Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Gänseblümchen, Blutampfer oder Sauerampfer, Brunnenkresse, Waldmeister, Kornblume, Vogelmiere, Wiesenklee, Scharbockskraut, Veilchen, Lindenblätter und Knospen. Den größten Teil der hier aufgezählten finde ich in unserem Garten. Zu Unrecht als Unkraut deklariert, auch wenn sie in Überzahl schon manchmal nerven.

Dinkel Kornspitz mit Wildkräuterbutter


Man kann sich so nach Herzenslust durch die Natur futtern. Aber ACHTUNG ! Hier gilt die gleiche Regel wie beim sammeln von Pilzen: Iss nur das, was du zu 100 % bestimmen kannst ! Im Zweifelsfall Finger weg und lieber nochmals mit jemanden darüber sprechen, der dir Hinweise geben kann. Es gibt nicht viele Pflanzen die wirklich giftig sind, aber von Schierling, Eisenhut, Maiglöckchen und Hundspetersilie hast du sicher schon einmal gehört.
Die Ankündigung zu einem Wildkräuterlehrgang mit dem Thema "Giftige Pflanzen am Geschmack erkennen" , hat wirklich einen bitteren Beigeschmack. Und das ist kein Spaß, so stand es im Internet zu lesen ! Also nochmals: Nichts essen, was du nicht kennst !

Willst du dich aber so nach und  nach in die Materie einlesen, empfehle ich ein kleines Nachschlagewerk, mit dem du die Wiesen durchstreifen kannst. Sowohl das bestimmen der Pflanzen und auch das spätere Essen, macht schon wirklich Spaß.

Wildkräuterbutter


Für heute habe ich euch eine Wildkräuterbutter mitgebracht. Hier habe ich verwendet: Gänseblümchen (Blüten und Blätter), Giersch,  Löwenzahn (Blüten und Blätter), Blutampfer, Brunnenkresse, Vogelmiere, Wegerich und Wiesenklee (Blätter; Blüten waren noch nicht da) und zarte Blätter der Kornblume. Gut waschen, verlesen was sich so reingemogelt hat von der Wiese 😉 trocken tupfen und sehr fein hacken. Du bekommst eine sehr würzige Kräuterbutter.

Dinkel Kornspitz mit Wildkräuterbutter




Kornspitz mit Dinkelmehl 


Den Teig aus

500 g Dinkelvollkorn
1 Ei
1 TL Salz
1/2 Würfel Hefe
80 g Butter
250 ml Milch

zubereiten, gehen lassen und zu Hörnchen aufrollen. Mit etwas Wasser bestreichen und je nach Lust mit unterschiedlichen Sachen bestreuen, wie Kümmel, Salz, Mohn oder Sesam.  Nach 15 Minuten Gare auf dem Blech, bei 210 Grad Ober/Unterhitze ca. 35 Minuten backen.

Lasst es euch schmecken und nutzt den Frühling, nicht nur in der Küche !


Dinkel Kornspitz mit Wildkräuterbutter



Hier geht es zu einem passenden Buch:





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