Samstag, 11. Februar 2017

Von Foodblogger Überraschungspaketen, kandierter Bergamotte und Pomeranzenmarmelade

Susi aus Wien konnte das Gejammer nicht mehr ertragen und hat sich ein Herz, einen Karton und ein paar Mark gefasst, Bergamotte, Sanguinella(Blutorange) und Pomeranzen dazu gelegt und an mich, die arme Unterversorgte ein Päckchen aus Wien geschickt. Ein Überraschungspäckchen. Ich war neben überrascht auch mächtig gerührt, dass könnt ihr euch ja denken. Also ein offizieller und extrem herzlicher Dank an dich, liebe Susi, du Turbohausfrau, ebenfalls Bloggerin und aus Wien.



Beim späteren sozialmedialen Austausch stellte sich dann aber heraus, dass ich nicht die Einzige war, die solche inzwischen sehr selten gewordenen Früchte noch nie besessen und zubereitet hat. Sehr Schade, wie in so vielen anderen Fällen, entspricht etwas nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeschmack und verschwindet nach und nach aus unserer Genußwelt.

Und weil auch einige Fragen kamen, was den Bergamotte und Pomeranzen eigentlich seien, ein paar Sätze dazu.

Quelle: Wikipedia
"Als Bergamotte bezeichnet man eine Gruppe aus der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus), die als Hybride aus Süßer Limette (Citrus lametta) und Bitterorange (Citrus × aurantium) oder aus Zitronatzitrone (Citrus medica) und Bitterorange entstanden sein könnten.
Beschrieben wurde die Pflanze erstmals in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Die Frucht wird nicht als Obst verwendet, sondern hauptsächlich wegen der enthaltenen ätherischen Öle angebaut, die in der Bergamotteschale enthalten sind. Das auch als grünes Gold bezeichnete Bergamottöl spielt vor allem in der Parfümindustrie eine Rolle, wird aber auch zum Parfümieren von Tees verwendet."

Zum Thema Pomeranze schweigt Wikipedia weitestgehend und ich konnte recherchieren, dass die Pomeranze eine Bitterorange ist, die ein Hybrid aus Pampelmuse (Citrus maxima) und Mandarine (Citrus reticulata) darstellt. 


Pomeranzenmarmelade


Nachdem ich mich also auch schlau gemacht hatte, stand nun die Frage der Verwendung. Da meine liebe Sina, die GIftigeblonde, auch von Pomeranzenmarmelade geschwärmt hat, habe ich sie um das Rezept gebeten. Inklusive einiger wichtiger Tipps habe ich es bekommen und auch so die Pomeranzen verarbeitet. Herausgekommen ist eine leicht bittere, bernsteinfarbene und an Honig erinnernde Marmelade, die ganz wunderbar ist. 
(Rezept nochmals, leicht adaptiert, am Ende des Beitrages)



Kandierte Bergamotte

Die Bergamotte wird meist nur als Lieferant von Öl beschrieben und so hoffte ich auf eine Eingebung, bzw. einen guten Tipp, was ich damit anstellen könnte. Der Tipp kam nun unverhofft auch von Susi, die in einem Kaffee über eine sehr leckere, aromatische Süßigkeit "gestolpert" war. Kandierte Bergamotte mit Schokolade überzogen. Das habe ich nachgebastelt und festgestellt, dass er wirklich sehr gut schmeckt. Die kleinen Segmente werden in den nächsten Tagen genüsslich verspeist. Schön langsam und mit Verstand, denn ich weiß nicht, wann ich solche Köstlichkeiten nochmals in meiner Küche zur Verfügung haben werde.





Kandierte Bergamotte (gültig auch für andere Südfrüchte)

1 Bergamotte (Orange, Zitrone) heiß abspülen, in dicke Scheiben schneiden. 375 g Zucker und 375 ml Wasser in einem weiten Topf aufkochen. Die Scheiben einlegen und  mindestens 15 Minuten bei kleiner Hitze darin kochen. Dann zugedeckt 24 Stunden im Sirup stehen lassen.

Die Bergamottte - Scheiben aus dem Sirup nehmen und sehr gut abtropfen lassen. Auf einem Gitter zum Trocknen (mindestens 2 Tage) an einen warmen Ort legen. Danach sollten sie hart und trocken sein. Wenn nicht, dann die Scheiben im Backofen noch mal bei etwa 60 Grad nachtrocknen. 

Die Scheiben der Bergamotte vierteln. 100 gr. Kuvertüre, dunkel, im Wasserbad erhitzen und die Segmente der Zitrusfrucht nicht ganz bis zum Rand, aber komplett rundherum bestreichen. Trocknen lassen, luftig aufbewahren, oder wie hier, fast im Handumdrehen wegnaschen, weil dann doch jeder mal kosten wollte. Bitter ist eben das neue scharf :)


Übrigens die Zuckerlösung vom kandieren habe ich anschließend zur Hälfte eingekocht. Der aromatische, bernsteinfarbene Sirup dient uns jetzt zum süßen von Tee.


Pomeranzenmarmelade  nach Giftigeblonde 


500 g Pomeranzen
1 Zitrone ( bei mir eine Blutorange, weil mit im Paket von Susi)
0,6 normaler Haushaltszucker
1,25 L Wasser
1 Paket Gelierzucker, Bio

Die Pomeranzen gut waschen und mit einem Sparschäler die Schale abscghälen, das Weiße direkt unter der Schale soll so weit wie möglich nicht mit runterkommen.

Die Bitterorangen und die Zitrone (Blutorange) entsaften, und den Saft durch ein feines Sieb gießen.

Alle Reste der Pomeranzen, auch die vielen Kerne und das Lorbeerblatt, sowie die Zitronenschalen kommen in eine Stoffwindel (bei mir in ein Küchentuch), die gut zugeknotet wird.

Einen großen Topf auf den Herd stellen, das Wasser, den Saft der Zitrusfrüchte, sowie das Paket mit den ganzen Schalen kommen nun da hinein und das Ganze darf auf kleiner Flamme 2-3 Stunden köcheln.

Die Schalen der Pomeranzen  in feine Streifen schneiden und ebenfalls in den Topf geben. Der Ansatz soll sich um etwa die Hälfte reduziert haben.

Das Stoffpaket mit den Schalen muss nun kräftig ausgedrückt werden.  Am besten mit einen festen Gegenstand in einem stabilen Sieb. Zum Schluß kommt nur noch dicker Glibber, das reine Pektin, welches wir ja auch zum gelieren brauchen.  Diese ausgepresste Flüssigkeit kommt natürlich auch noch  in den Topf zum Ansatz. Ich hatte jetzt  knapp einen Liter Flüssigkeit und habe diesen mit 1 Paket Gelierzucker ( Bio, ohne Palmfett !) nach Anleitung aufgekocht.

Das Ergebnis ist bernsteinfarben, leicht bitter und etwas dickflüssiger als Honig. Und das also auf dem Brioche gegessen, ein großer Genuss.






Kommentare:

  1. Wunderbar schaut die aus liebe Petera!
    Und ich bin froh, dass sie dir genauso gut schmeckt wie uns, sonst hättest mich entfreundet,..immerhin sind die Pomeranzen eine Rarität.
    Deine kandierten Bergamotten tät ich ja zuuu gern verkosten!

    lg. Sina

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  2. Beides wunderbar!

    Zitrusfrüchte bastardieren ja fleißig darauf los, so dass immer wieder neue Sorten entstehen. Dabei vergisst man gerne die alten und ich habe weder Pomeranzen noch Bergamotten je in Deutschland gesehen. Bergamotte kenne ich echt nur vom Earl Grey Tee...

    In China gibt's noch ganz andere Sorten, von denen ich natürlich keinen deutschen Namen kenne; die haben in Richtung Mandarinen eine große Auswahl. Manche trauen sich nicht ran, weil einige außen grün sind, die sind aber reif, das ist nur die Farbe. Auch sehr aromatisch.

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