Montag, 19. Dezember 2016

Bücher für den Weihnachtsmann: Das "Wild Kitchen Projekt"

Von urban gardening zum urban Grill, der moderene Mensch sehnt sich nach dem echten, unverfälschten Lebensgefühl. So ein bisschen zwischen Überlebenstraining und dem sich stellen einer großen Herausforderung. Bin ich, angepasster, von allen angenehmen Erscheinungen der Zivilisation verwöhnter, ein bisschen verweichlichter Mensch noch in der Lage, mein Leben autark zu erhalten ? Das ist ein Gedanke, dem sich harte Männer gern stellen, aber im Zuge der Emanzipation natürlich auch Frauen. So kommt es, dass das  Wild Kitchen Project  ein geschlechterübergreifendes Outdoorerlebnis ist.

Eckhaus Verlag Weimar, ISBN 978-3-945294-13-0

Vier Teams aus Deutschland schildern ihre Kocherlebnisse und deren Ergebnisse der Wildfleisch Zubereitung, from Nose to Tail. Gekocht wird ausschließlich in schöner Natur, auf dem Grill oder im Dutchoven. Und wie man erfährt, hat die "Romantik von Flamme und Rost alle schwer erwischt". 

Die Protagonisten:
Bonsai`s Wild BBQ ---> Stephan "Bonsai" und seine Frau Bianca aus Wipperfürth im Bergischen Land
Grillflämmkes --> vertreten durch Luca und Christian aus Korschbroich; das Team wurde 2016 Deutscher Amateugrillmeister
Waterkant BBQ --> Uli und Marcus aus Hamburg
Ugah Dopf Team --> Jana aus Weimar und ihr Mann Michael aus Niederbayern

Und so jagen wir mit ihnen durch das jetzt erschienene Buch zum Projekt, vom Wildschwein ( Rippchen, über Burger bis zum Flammkuchen ), zum Damwild ( Ragout, über Cannelloni bis zur Wurst ), zum Hirsch ( gefüllte Hirschkeule, gezupften Rothirsch und Ossobuco vom Hirsch), weiter zum Wildhasen ( wie von der Oma, über WOK bis zur Hasentajine - nose to tail total !). Es fehlt auch nicht das Reh (als Herzragout, Roulade oder klassische Keule). Die genannten Rezepte sind nur einige aus vielen.


Fotos : Wild Kitchen Project

Und die Jagd geht noch weiter und versetzt uns jetzt in Erstaunen, was man alles so jagen und auch verspeisen kann könnte. Muffelwild, Wildente, Waschbär, Elster, Fischreiher, Krähe, Emu, Nutria, Fuchs und Dachs. Trotz exotischer Namen sehen wir durchaus nachvollziehbare Rezepte und wie weit man gehen möchte, entscheidet man letztendlich selbst. Obwohl die Sache mit der Elster schon überlegenswert wäre, vertreibt sie doch im Frühling immer alle Singvögel aus unserem Garten.

Auch die "Wilden Flossen" füllen ein paar Seiten und wer hat nicht schon versucht, neben dem klassischen Fleischstück, auch einmal Fisch auf den Grill zu bringen. Hier gibt es also abwechslungsreiche Rezepte und Tipps zum verarbeiten vom Krabbe, Stör und Forelle.

Es geht ja das Gerücht, dass Frauen dafür gesorgt haben, das irgendwann auch einmal etwas Süßes als Dessert auf dem Grill zubereitet wurde. Ich halte das wirklich für eines, denn Männer können einem süßen Abschluss des Essens ebenfalls nicht widerstehen. So rundet damit das abschließende Kapitel das Buch ab, mit Rezepten zu Dips, Buns, Brot und Crumble zum Dessert.

Mit dem von Jana Rogge sehr schön gestalteten Buch, mit seinen über 60 Rezepten, dem auch ganz klassisch des rote Bändchen als Platzhalter nicht fehlt, wird es nicht langweilig. Viele zusätzliche  Erklärungen, zum Zerlegen von Wild, Hinweise zu Gesetzesvorschriften beim Jagen und Verarbeiten und zu den verwendeten Zutaten und Gerätschaften, runden das theoretische Outdoorerlebnis ab. 



                                  Eckhaus Verlag Weimar, ISBN 978-3-945294-13-0


Beim Lesen auf der Couch kommt schon mal Lust auf, in der nahenden Saison einiges davon auszuprobieren. Das wird den hartgesottenen Teams vom Wild Kitchen Project sicher schon mal ein müdes Lächeln entlocken, denn ich kann mir gut vorstellen, dass hier bei Wind und Wetter und Eis und Schnee gegrillt und gekocht wird.

Ich warte also auf ein laueres Lüftchen, schicke dann mal den Jäger meines Vertrauens in den Wald und beschränke mich auf die gängigen Fleischsorten. Wild ist ja eigentlich das einzig wirkliche Bio Fleisch und so steht es bei uns oft auf dem Speiseplan. Einige der Rezepte haben mir schon mal Mut gemacht, noch ein bisschen etwas anderes auszuprobieren, da ich ja ziemlich neugierig und experimentierfreudig bin.


Fotos: Wild Kitchen Project

Jana Rogge, die Verlegerin des Eckhaus Verlages in Weimar, ist mit Stephan Berghaus  Herausgeberin und auch Autorin des Buches zum  "Wild Kitchen Projekt". Bei Facebook bin ich ihr virtuell begegnet und dann haben wir uns persönlich kennen gelernt. So habe ich schon früh vom Projekt erfahren, welches Jana und ihre Mitstreiter nicht mehr los lässt. Ich bedanke mich für die Möglichkeit dieses Buch aus meiner Sicht zu beschreiben und würde gern einmal bei einer der Sessions im tiefen Wald dabei sein. Aber ich denke, darüber lässt sich reden.

Übrigens kann man sich auch über das Buch hinaus mit aktuellen Neuigkeiten zum Projekt versorgen. Unter www.wild-kitchen-project.de findet man das lesenswerte Blog dazu.


Anmerkung: Dieser Beitrag enthält Werbung. Die Produkte und Bücher und Firmen, die es in einen Blogbeitrag bei Obers trifft Sahne schaffen, enthalten meine eindeutige Empfehlung (oder auch nicht 😉) und spiegeln meine persönliche Meinung wider.


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