Donnerstag, 8. September 2016

Wohin mit der Taube ? Auf`s Dach oder auf den Teller

Der Spatz in der Hand ist mir lieber, als die Taube auf dem Dach. Der Spruch hat schon einen mächtigen Bart und was er bedeuten soll, weiß wohl jeder. Die Taube nicht auf dem Dach, sondern auf dem Teller, habe ich so als Relikt der 80er in Erinnerung. Bei uns kam sie noch im Federkleid ins Haus und so habe ich von meiner Mutter gelernt, wie man Geflügel rupft und auch ausnimmt. Denn auch die Hühner brachte mein Vater vom Bauern mit. Sie waren meist Lohn für kleine Gefälligkeiten und einen Hofladen, in dem es Frisches vom Bauern gab, gab es damals noch nirgendwo.


Das Erlernte konnte ich schon immer gut anwenden und so ein bisschen was zupackendes hatte das ja auch an sich. Es ist in keinem Fall unangenehm oder ekelig, wie manche wohl denken mögen. Es ist eine der natürlichsten Sachen von der Welt und früher konnte das jede Hausfrau. Heute gibt es selten Gelegenheit  dazu und überhaupt stehen Tauben sehr selten auf den Speiseplan.

Die, die man heute kaufen kann, stammen auch Zuchtbetrieben. Sie züchten ihre Tauben ausschließlich für den Verzehr und mit der "Ratte der Lüfte" hat das rein gar nichts mehr zu tun. 


Die Firma Hainich Taube* aus Blankenburg hat ein Qualitätsprodukt, welches ich empfehlen kann. Für unseren Wettbewerb Cookingpokal - Wir suchen Thüringens kreativsten Hobbykoch - hatten wir in diesen Jahr im Warenkorb zum Halbfinale Tauben dieser Firma. Ich sage mal, zum Erstaunen aller Kandidaten. Nach dem Wettbewerb und schon bei der Zubereitung waren alle Kandidaten der einhelligen Meinung, dass Taube eine Bereicherung des Speiseplanes ist und ein wirklich vielseitiges, sehr wohlschmeckendes Produkt.

Da ich als Organisatorin des Wettbewerbes zum Zuschauen verurteilt bin, habe ich mir eines der Täubchen für zu Hause reserviert und meine Auffassung des Warenkorbes gekocht. Neben der Taube gab es als Zutaten, die verarbeitet werden mussten: Kohlrabi, Brötchen vom Vortag, Blutwurst, Kartoffeln und Weißwein. Als ich fertig war stand bei uns auf dem Tisch:

Gebratene Taube in Lavendel Sabayone, Kohlrabi-Ravioli mit Blutwurst

Zutaten für 2 Personen

1 Täubchen, ca. 600 gr.
Salz, Pfeffer
150 g Butter
frische Lavendel Blüten
4 Eier (benötigt wird das Eigelb)
200 ml. Weißwein
1 großer Kohlrabi
100 g Blutwurst (Thüringer)
1 altes Brötchen
1 Schalotte
1 große Kartoffel
etwas süße Sahne
etwas Senf
1 Handvoll Nüsse (hier Haselnüsse)


Die Taube innen und außen waschen und trocken tupfen. Brüste und Keulchen ausbeinen und mit Salz und weißem Pfeffer einreiben. Die Karkasse gibt noch eine wunderbare Brühe für den nächsten Tag. Die Kartoffel schälen, mit einem Spiralschneider ** Spaghetti schneiden und die Brust der Taube damit einwickeln.

Den Kohlrabi schälen und mit dem Allesschneider 3 mm dünne große Scheiben schneiden. Die Scheiben einsalzen und stehen lassen, bis sie weich geworden sein. Das Salz abtupfen und mit einem Ausstecher 8 cm Kreise ausstechen.
Das Brötchen in etwas Sahne einweichen. Die Schalotte schneiden und in Butter glasig werden lassen. Die Blutwurst in Würfel schneiden und braten. Das eingeweichte Brötchen ausdrücken und mit einem TL Senf unter die Blutwurstmasse geben und alles erkalten lassen. Einen TL Füllung auf eine Kohlrabi Scheibe geben, mit einer anderen bedecken und die Ränder zusammen drücken. Sie halten zusammen. Die entstandenen Ravioli auf einen großen Teller legen, mit etwas flüssiger Butter bestreichen  und im Ofen bei 80 Grad erwärmen und warm halten.

In einer Pfanne Nussbutter erhitzen, ein paar Zweige Lavendel dazu geben und die Teile der Taube scharf anbraten. Langsam zu Ende garen, so dass sie innen noch leicht rosa sind. In einer weiteren kleinen Pfanne gehackte Haselnüsse etwas anrösten. Etwas Lavendel zupfen zum garnieren.

Den Weißwein mit 6-8 Lavendel Blüten langsam erwärmen und ziehen lassen, am besten über Nacht. Die 4 Eigelb verrühren, mit wenig Salz und Pfeffer und einer Brise Zucker abschmecken, den Wein zugeben und das ganz auf dem Wasserbad schaumig rühren.

Auf der Sabayone die gebratenen Taubenteile anrichten, die Ravioli vorsichtig auf den Teller legen und mit Lavendelblüten und den Nüssen betreuen.




Auf einer Seite des Zuchbetriebes ist zu lesen : "Die Alttauben, auch Elterntiere genannt, werden im Schwarm gehalten. In einem Schlagabteil befinden sich 20 bis 30 Paare. Eine auf der Südseite angebrachte Ausflugvoliere ermöglicht den Tieren die Freiluft und Sonne zu nutzen und dient auch als Badeplatz. 

Jedem Zuchtpaar stehen 2 Nestplätze zur Verfügung in dem die Tiere mit dem angebotenen Stroh selbstständig ihre Nester bauen. Pro Brut werden von der Täubin in der Regel 2 Eier gelegt und abwechselnd vom Tauber und der Täubin bebrütet. Nach einer Brutdauer von 18 Tagen schlüpfen die Jungtäubchen."

Die Jungtiere werden bis zum 30. Tag von den Eltern gefüttert. Ab dem 5. Tag bekommen die Tauben durch die Elterntiere Mais, Weizen und Mineralfutter zugefüttert. "Der angebotene Mais und Weizen wird auf den Feldern der Agrargenossenschaft e.G. Kirchheilingen produziert, das Mineral- und Eiweißfutter wird von der Firma „SÜGEMI“ hergestellt. Um den hohen Calciumbedarf beim Wachstum der Jungtiere und bei der Schalenbildung zu gewährleisten werden den Tieren zusätzlich gebrochene Austernschalen angeboten.  

Sowohl das Futter als auch frisches Wasser stehen den Tieren in ausreichender Menge ständig zur Verfügung ( Cafeteria –Fütterung) 

** Dieser Blog Beitrag ist eine Kooperation mit der hier verlinkten Firma. Alle Firmen und Produkte finden bei Obers trifft Sahne nur Erwähnung, wenn ich Leistungen und Erzeugnisse vorbehaltlos empfehlen kann.

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