Sonntag, 18. September 2016

Sommer, Sonne, Kräuterkraft: Der Tee aus dem Garten 2016

Heute ist ein Wechseltag. An die Garderobe werden wieder Jacken gehängt, im Schuhregal stehen die festeren Schuhe und die Sandalen werden verdrängt. So ein Übergang, der früher sogar einem speziellen Jäckchen seinen Namen gab. Kein Sommer mehr, aber auch noch nicht richtig Herbst. Langsam umstellen auf die neue Jahreszeit ist angesagt. Die Kochgewohnheiten ändern sich, da man ein bisschen Wärme aus dem Backofen, durch einen Schmorbraten, nicht mehr als ganz so unangenehm empfindet. 

selbst hergestellter Kräutertee

In diese Zeit hinein gehört für mich auch ein alljährliches Ritual, nämlich das mischen und verarbeiten der getrockneten Kräuter für den Kräutertee. Seit dem Frühjahr hat mich der Gedanke begleitet und angefangen bei Waldmeister, Holunder und Kornblumen, über Rosen, Minze, Lindenblüten und Melisse, habe ich die sonnenverwöhnten Pflanzen eingesammelt und getrocknet.

Bis ich mir bei einem Glas frisch gekochten Tee die Decke über die Füße ziehe und mich an die warme Heizung kuschle, vergeht hoffentlich noch etwas Zeit. Aber schmecken tut er jetzt schon und sollte die Sonne nochmal richtig aufdrehen, ist er gekühlt auch ein Genuss.

selbst hergestellter Kräutertee

Wie du deinen Tee mischt, bleibt dir selbst überlassen. Mische Wildkräuter mit hinein, nimm mehr Minze oder mehr Lindenblüten. Du kannst es selbst bestimmen. Diese Mischung hier ist jene, die sich bei mir als "Lieblingscuvée" herausgestellt hat. Einen Gut Rat gebe ich dazu, oder besser zwei. Zum  ersten, versuche es einmal, denn was im Sommer üppig sprießt kann meist nicht komplett verarbeitet werden und es ist ein schönes Gefühl, etwas selbst hergestellt zu haben. Und zum zweiten, schreib dir immer auf was du sammelst und wieviel in deine Mischung wandert. Denn wenn du den richtigen Geschmack gefunden hast, möchtest du ihn sicher beibehalten.


Selbst hergestellter Kräutertee


Kräutertee aus dem eigenen Garten

Die Kräuter sollten sauber und frei von Schädlingen sein. Wenn du sie pflückst schaue sie sorgfältig an und entferne braune oder unansehnliche Blätter. Pflüge sie am besten Vormittags an einem sonnigen Tag und kurz bevor sie zu blühen beginnen, denn da haben die Pflanzen die meiste Kraft.

Zum Trocknen lege ich sie auf ein mit Backpapier ausgefegtes Blech und sie kommen auf unsere Heizung im Keller. Die produziert auch im Sommer genügend Wärme bei der Wasseraufbereitung, so dass die Pflanzen in 2-3 Tagen trocken sind. Bietet sich die Heizung nicht an, tut es auch ein Schrank auf dem sie Zeit haben zu trocknen.

Danach kommen alle Kräuter getrennt erst einmal, so wie sie sind, in große Einmachgläser und dürfen auf den großen Tag warten. Zum Mischen nehme ich jede Sorte der Reihe nach und die Blätter werden "gerebelt". Das bedeute nichts anderes, als sie zwischen den trockenen und sauberen Händen zu zerreiben. Kleine Stiele werden mit der Schere geschnitten. Der Hibiskus lässt sich schlecht rebbeln, den rupfe ich in kleine Stücke.

Zu allen Aromaten die enthalten sind, braucht der Tee auch eine Basis. Dazu eignen sich zum Beispiel Blätter von Erdbeeren, Himbeeren oder auch Johannisbeeren, die du nach der Ernte pflücken kannst. Ich mag einen aromatischen Tee und verwende die Blätter der schwarzen Johannisbeere. Also viel Spaß beim nachmachen. Leider musst du damit nun fast ein Jahr warten, aber ich werde dich daran erinnern wenn das große Sammeln losgeht. Versprochen !

Die Mengenangaben hier beziehen sich auf die getrocknete Menge. Der fertige Tee sind etwa 100 Gramm. Bei einem Bedarf von 3 TL für eine Kanne Tee, die man etwa 10 Minuten ziehen lässt, reicht das eine ganze Weile. Du kannst deinen Bedarf natürlich selbst bestimmen.



Waldmeister (10 Gramm) : Enthält Cumarin, welches leicht beschwingt und gegen Kopfschmerzen und Migräne hilft.


Kornblume und Ringelblume (5 Gramm): Hilft gegen Verdauungsbeschwerden und "Frauenleiden" 


Holunder (5 Gramm): Stärken das Immunsystem und haben harntreibende und blutreinigende Wirkung. 
Rosenblätter (von duftenden Rosen) (5 Gramm) : Die Rose kann gegen Heuschnupfen helfen, gegen leichte Herzbeschwerden und Schwindel 
 Pfefferminze (deutsche) (10 Gramm): Wirkt antibakteriell, beruhigend und entzündungshemmend. Da sie eine starke Heilpflanze ist, sollte man die Verträglichkeit testen.
Zitronenmelisse (10 Gramm): Beruhigung des Nervensystems und damit gegen Reizbarkeit, Unruhe, nervöse Herzbeschwerden und Schlaflosigkeit
Lindenblüten (10 Gramm): Heilmittel gegen Fieber und Grippe 
Hibiskus (5 Gramm): Entzündungshemmende Wirkung














 relativ neutrale Blätter (40 Gramm):

(hier schwarze Johannisbeere- gegen Blasenleiden, Durchfall und Erkältungen)





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