Typisch Juli : Für uns das Leben im Garten

Heike, die überaus sympathische Südtirolerin die ich im Juni in Salzburg zur Salt in the City kennen gelernt habe, möchte von uns wissen, was typisch für den Monat Juli ist. Das kann  ich  in einem Satz zusammenfassen: Wir leben eigentlich im Garten.

Da wir das Glück haben, trotz Stadtgebiet über einen schönen großen Garten am Haus zu verfügen, ist es relativ einfach zu organisieren. Alle Mahlzeiten werden im Korb nach draußen getragen und ein großer Teil direkt im Garten zubereitet. Der Begriff "Außenküche" wäre ein bisschen hochgestapelt, aber mit wenig Aufwand funktioniert alles prima. 



Gebraten und gebacken wir mit dem Kugelgrill, von den obligatorischen Thüringer Bratwürsten bis zum Steak und Roastbeef im ganzen Stück und auch bis zur Pizza und zum kleinen Beilagenbrot. Pizza und Brot kommen natürlich auf den Pizzastein. Für Fisch gibt es eine Holzplanke und einen Salzstein, für ganze Fische die Metallhalter. Auch Gemüse fühlt sich wohl, entweder direkt auf dem Grill oder in der Schale. Ebenfalls Bratkartoffeln im alten Eisenschaffen ("Schaffen" nennt man bei uns die Pfanne).

Für kleinere Brat- bzw. Kochvorhaben gibt es eine Induktionsplatte. Ein Arbeitstisch mit Waschbecken macht die Sache komplett. das Becken ist an den Gartenschlauch angeschlossen, der auch heißes Wasser zum abwaschen liefert, wenn es schön warm ist. Das Ganze neben der Terrasse mitten im Grünen und ein bisschen mit Sichtschutz zu den Nachbarn. Die recken dann schon immer die Nase, was bei uns wohl wieder so gut riecht.



Auch abends brauchen wir im Sommer selten Fernsehen. Bei Lust und Laune reicht das Radio oder einfach nur der Abendgesang der Vögel, wenn wir noch bis es dunkel wird bei einem netten Getränk sitzen. Ich oute mich mal als GinTonic Fan, auch ein leichter kühler Rosé ist willkommen oder ein Hefeweizen, aber das immer alkoholfrei. Alkohol gibt es nicht jeden Abend, das Tonic schmeckt nämlich mit Limette oder grüner Gurke und Eis auch alkohollos.




Bei Regenwetter sitzen wir auch gern draußen unter dem schützenden Dach einer kleinen Laube. Da riecht es immer so schön nach Regen und unsere Tiere, Hund und Katzen, sitzen neben uns im Trockenen und genießen das so wie wir.



Ja, Heike, ich denke bei dir ist es ähnlich oder besser bei jedem, der Natur und Garten liebt und gleich in greifbarerer Nähe hat. Und weil zu deinem Aufruf natürlich auch gehört das ich dir zeige was wir dann typisches essen, gibt es heute etwas vom Grill:


Geschmolzene Tomaten, Portweinschalotten, Wildkräuterbutter, Rosmarinkartoffeln, American Beef Hanging Tender Steak


Ein paar Hinweise zur Zubereitung sind eigentlich schnell gemacht. Die Tomaten werden in einer kleinen flachen Form mit reichlich Olivenöl, reichlich Knoblauch, Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Kräutern einmal quer durch Rosmarin, Thymian und Salbei, auf den Grill gestellt und bleiben bis zum servieren drauf. 

Die Butter ist weich und wird mit allem was die Wildkräuterfraktion im Garten bietet (hier: Brunnenkresse, Löwenzahn, Giersch, Knoblauchsrauke, Wegerich, Brennnessel), etwas Bronzefenchel, Petersilie, Bibernelle und Lakritztaketes - alles schön klein hacken - verknetet, zu einer Rolle geformt und im Kühlschrank aufbewahrt bis sie wieder fest ist.

Die Kartoffeln waschen und auf einem mit Papier ausgelegtem Backblech in Olivenöl wälzen und mit reichlich gehacktem Rosmarin bestreuen. Bei 180 Grad ca. 30 Minuten im Ofen garen. Das musste parallel geschehen, da der Grill offen sein musste für das Fleisch.

Die Portweinschalotten: Schalotten putzen und etwas zerlegen. In einer Pfanne 2 EL braunen Zucker karamellisieren, die Schalotten dazu geben und anziehen lassen. Mit 200 ml. Portwein ablöschen, S+P, 1 Lorbeerblatt, etwas Zitronenschale dazu geben und fast verkochen lassen. Vom Herd nehmen und mit Balsamicoessig mischen. Menge nach Geschmack, ich nehme etwa 4 EL.

Das Fleisch, ein wunderbar mit Fett-Adern gemasertes Stück Hanging Tender Steak, wurde 1 Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank geholt und mit Olivenöl eingerieben. Im Grill wurde die Hälfte mit Holzkohle gefüllt und diese zum glühen gebracht, bzw. zur weißen  Asche abgebrannt. Das Fleisch von allen Seiten auf der heißen Zone anbraten und ständig wenden. Dann etwas zur Seite ziehen und fertig garen lassen. Ich mache das immer mit der "Druck" Probe um zu sehen bzw. zu fühlen, wie durch es ist. Ich esse es gern medium rare, der Herr des Hauses gut medium. Das Fleisch dann vom Grill nehmen und ruhen lassen, bis alle anderen Zutaten auf dem Teller sind. In Tranken schneiden und wie hier z.B. mit einem schwarzen Lava Salz bestreuen.



Dies ist mein Beitrag zum Blog Event auf kebo homing 
mit dem Titel




Kommentare

  1. Liebe Petra,
    erst mal habe ich mich ebenfalls sehr gefreut, Dich in Salzburg zu treffen!!! Und dann hast Du Euer Leben im Garten so schön beschrieben, ja, so liebe ich das auch. Wie gut sich Deine Outdoorküche anhört, wenn man kochen kann braucht man gar nicht viel Gedöns und zaubert trotzdem feines Essen auf den Teller, Deiner hört sich sehr lecker an und ich muss umbedingt mal wieder Portweinschalotten machen, hatte ich lange nicht mehr.
    Danke für Deinen schönen Beitrag und herzliche Grüße,
    Kebo (Heike)

    AntwortenLöschen
  2. Viele Grüße zurück und Danke für Deinen Kommentar :)

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen