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Die Reise nach Salzburg. Teil 3: Restaurant Goldgasse

Hier nun also mein letzter Teil der Salzburg Trilogie ;) - endlich gibt es etwas zu essen...

Nach der Rückkehr von der Landpartie und einer kleinen Verschnaufpause, machte ich mich erneut auf den Weg in die Altstadt, bei schönstem Sonnenschein. Mein Vorhaben für den Abend ist mit wenigen Worten schnell umrissen. Ich wollte gut essen gehen, unter der Überschrift Österreichische Küche. Aber bitte nicht zu traditionell, ihr wisst schon.



Nach einem kurzen Abstecher in das Restaurant Goldgasse, während unseres von Claudia geführten Instawalks, hatte ich schon einen sehr guten Eindruck von dort gewonnen und sagen wir mal, es stand ziemlich oben auf der Liste. Aber ich wollte mich erst einmal treiben lassen und ganz nach Gefühl auswählen.

Ein kleiner Einspänner stärkte mich für das Unterfangen. Den gab es im romantischen Café im Innenhof des Mozart Wohnhauses. Gemütlich durch die Gassen schlendernd, hat meine Vorabinformation auf den ausgehängten Speisekarten eigentlich ziemlich schnell eine Entscheidung gebracht. Zu düster, zu altmodisch, zu teuer, zu voll, zu viele Touristen..... keines der angesteuerten Lokalitäten fand meine Zustimmung und wie von selbst fand ich mich in der Goldgasse wieder. Eine Entscheidung die ich nicht bereut habe.



Traditionsküche, modern u n d  klassisch. Sehr wohlschmeckend, von einem unaufdringlichen freundlichen Service serviert. Ein sehr nettes Gespräch mit dem Küchenchef Philippe Sommersperger über seine Vorstellungen von guter österreichischer Küche, Schwierigkeiten in einer solchen Touristenstadt und dem festen Willen, dieser Traditionsgaststätte, zu der auch ein schönes modernisiertes Hotel gehört, zum Erfolg zu verhelfen. 

Die Informationen über Herkunft der Rohstoffe kann man teilweise der Speisekarte entnehmen und man wird zusätzlich ausreichend vom Service informiert. Besonderer Blickfang in der Gaststube ist hinter Glas das alte Kochbuch von Conrad Hager: Neues Saltzburgisches Koch-Buch, Ausgabe Augsburg, 1719. 
Die Küche, wie in den meisten Restaurants viel zu klein. Besonderer Blickfang die schönen Kupfertöpfe, in denen auch serviert wird. 

Auf was fiel denn nun meine Wahl zum Abendessen. Als Aperitif wollte ich etwas alkoholfreies und bekam eine sehr gute Empfehlung. Verjus vom Grünen Veltliner, gespritzt, mit etwas Holunder. Sehr erfrischend und von angenehmer Säure.



Als Vorspeise wählte ich eine Suppe mit der Einlage, die ich selbst viel zu selten mache:
Im Kupfertopf servierte Rindssuppe mit Leberknödeln. Gut gewürzt, mit Gemüseeinlage.




Der Hauptgang: Gekochtes vom Simmertaler Weiderind - Schulterscherzl und Hüferschwanzl nach "Tafelspitzart", Rösterdäpfel, Cremespinat, Schnittlauchsoße, Apfelcren, Mark. Schon beim lesen der Speise lief mir das Wasser im Mund zusammen ;)
Das Fleisch zerging auf der Zunge und mit den Beilagen ein perfektes Mahl. Ich habe es genossen. Empfehlung dazu natürlich klassisch ein grüner Veltliner, der hier vom Weingut Frischauf kam, aus dem Weinviertel und sehr gut harmonierte.





Das Dessert: Was sonst habt ihr erwartet, als dass es Salzburger Nockerln gab. Etwas anderes habe ich gar nicht in Erwägung gezogen. In Salzburg traditionell essen gehen und k e i n e Nockerln essen wäre ein no go. Leider sind die Portionen immer für zwei berechnet. Und auch wenn die entgegenkommende Küchencrew versucht hat, ein etwas kleineres zuzubereiten, ich habe es nicht ganz geschafft. Dazu gab es Himbeerobers und und Vanille Eis.  Traurig denke ich an den Rest zurück, denn den hätte ich jetzt gern ;)


Durch eine Empfehlung der sachkundigen Service Dame hatte ich zum Dessert einen Spitzenwein. Da ich ja kein Weinkenner, sondern nur "Genuss"Trinker bin, war mir der Begriff Ausbruch* völlig neu und wurde mir charmant erklärt. Das Tröpfchen, welches ich dann im Glas hatte, war so ziemlich der beste Dessertwein den ich jemals getrunken habe.



Ein perfekter Abschied von Salzburg mit der Erkenntnis, bald mal wieder zu kommen. Nicht erst zur Salt in the City im nächsten Jahr. Und wie im Werbeslogan eines großen Optikers würde ich sagen: Ich würde alles wieder genauso machen, bloß........ schöneres Wetter würde ich bestellen ;)


*Ausbruch: Quelle Wikipedia

Ausbruch (Wein)

Fortgeschrittenes Stadium der Botrytis cinerea: Je Stärker die natürliche Schrumpfung ist, desto konzentrierter sind die nichtwässrigen Inhaltsstoffe der Beeren. Grundlage für Ausbruchweine mit hohen Mostgewichten.
Der Ausbruch ist ein hochwertiger Süßwein aus Österreich (→ Weinbau in Österreich). Der Begriff bezeichnet nach dem österreichischen Weingesetz einen Prädikatswein, der aus ausschließlich edelfaulen Beeren stammt (d. h. aus ausgebrochenen, überreifen, teils aufgeplatzten Beeren) und dessen Most mindestens ein Mostgewicht von 138° Oechsle – das sind 27° KMW – aufweist.
Der Ausbruch ist häufig im Burgenland vertreten. Bekannt ist zum Beispiel der Ruster Ausbruch, der vom Cercle Ruster Ausbruch für seine Mitglieder mit einem Mindestmostgewicht von 30° KMW festgelegt wurde.[1] Für den Ausbruch werden meist die Rebsorten WelschrieslingChardonnayWeißburgunder und Traminer verwendet
Auch in benachbarten Regionen in Ungarn ist der Ausbruch als Qualitätsstufe häufig anzutreffen, zum Beispiel der Kompolter Ausbruch. Auch Tokajer wie Tokaji AszúTokaji Aszueszencia und Tokaji Eszencia sind Ausbruchweine.




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