Heimat im Kochtopf: Es gab Suppe und Mantu, afghanische Teigtaschen

Treffpunkt wieder im Mehrgenerationenhaus in Weimar West und nach und nach wird die Kochgruppe zu einem Anlaufpunkt für genussvolles Essen, fröhliches kennen lernen und erzählen. Man begrüsst sich schon wie man alte Bekannte begrüsst. Ich glaube, da wächst eine richtig gute Gruppe heran. Die Deutschkenntnisse der Kinder sind schon beachtlich und die Erwachsenen unterhalten sich mit Gestik und Mimik und mit Hilfe von Sabine. Sie ist unser unverzichtbarer Mittler zwischen den Sprachen und Kulturen, da sie persisch spricht.  Ich möchte mal hiermit ein "offizielles" Danke ! sagen. Ohne dich wäre es schwieriger ;)


Mantu

Da wir versuchen im Wechsel zwischen den Nationalitäten zu kochen, hat sich Familie R. bereit erklärt, afghanische Teigtaschen für uns zuzubereiten. Die Teigtasche ist ja so ein Bindeglied quer durch alle Küchen der Welt. Es gibt sie eigentlich überall. Ein großes Sammelsurium an Beispielrezepten haben einmal meine Blogger-Kolleginnen Susanne  und Zorra gesammelt. Sie haben aufgerufen, die verschiedensten Teigtaschen zuzubereiten und - hier ! - kann man sehen welche große und interessante Sammlung das geworden ist.

Hätte ich damals Mantu schon gekannt, hätte ich sie gemacht ! Das war wirklich ein großartiges Essen. Danke an Familie R. , die wieder mit Mann und Kindern am Herd stand und wir durften ein bisschen assistieren.
Wie auch zu den letzten Treffen werde ich versuchen das Rezept zu rekonstruieren. Mengenangaben sind relativ schwierig, da wir wieder 30 Personen waren.

Heimat im Kochtopf

Die Suppe war als kleiner Sattmacher vorweg gedacht, da die Produktion der Teigtaschen sonst wahrscheinlich die zur Verfügung stehende Zeit gesprengt hätte. Sie wurde angesetzt mit geraspelten Möhren, die in Öl gebraten wurden und mit Wasser aufgegossen. Dazu kamen Gemüsebrühwürfel (... hier sehe ich da mal ausnahmsweise darüber hinweg ;) ) und gewürzt wurde mit Paprika, Pfeffer und Curry. Parallel dazu wurde Hühnerbrust in sehr wenig Salzwassers weich gekocht und diese wurde gezupft und kam zum Suppenansatz. Später rundeten noch Kichererbsen (Dose) die Zutaten ab. Nachdem die Suppe eine Weile aufgekocht war, wurde mit Maisstärke und Eiern legiert. Die Stärke in Wasser gelöst und die Eier untergeschlagen, dann in die Suppe gerührt.


afghanische Hochzeitssuppe

Den Teig für die Mantu hat Frau R. aus 2 kg Mehl (Typ 405) , 2 Eiern, 1 EL Salz, 1 Tüte Trockenhefe und Wasser geknetet. Es war also eine Mischung zwischen Hefeteig und dem Pastateig, den wir kennen. Der Teig wurde abgedeckt und konnte eine Stunde ruhen.

Für die Füllung wurde Rindfleisch weich gekocht und dann auch gezupft. In einem Topf wurden Unmengen von Zwiebeln und Knoblauch in Öl schwimmend glasig gegart. Dazu kam das gezupfte Rindfleisch und gewürzt wurde mit Salz und Pfeffer.



Weimar

In einem Topf wurden getrocknete Kichererbsen (DAL) weich gekocht. Diese kamen dann zu in viel Öl glasig geschmorten Zwiebeln und Tomatenketchup.

Der Teig wurde mit einer Pasta-Maschine durchgedreht und in Bahnen abgelegt. Der Teig war extrem dünn und klebte gut. Aus den Bahnen wurden ca. 8x8 cm Vierecke geschnitten, darauf kam ein knapper Esslöffel von der Füllung und es wurden die kleinen Teugtaschen gefaltet. Erst alle vier Ecken zu Mitte und dann von den vier entstehenden Ecken jeweils die gegenüberliegenden zusammen gedrückt. So entstand ein kleines "Schiffchen". Die Teigtaschen kann in einen Mehretagigen Dämpfer und wurden 25 Minuten gedämpft, dabei wurden die Etagen immer im 5 Minuten Rhythmus umgestapelt.


Mantu - afghanische Teigtaschen mit Rindfleisch

Zum anrichten kam auf die Platten eine Schicht angerührter Quark. Der wurde mit Wasser dünn gerührt und mit Salz und etwas Knoblauch gewürzt. Darauf kamen die fertigen Teigtaschen. Darauf jetzt die gekochten Kichererbsen mit Tomate und besonders sorgfältig wurde das abgesetzte Öl auf die Teigtaschen verteilt. Jetzt eine ganze Menge geschnittener Koriander und Minze und drauf nochmals etwas Joghurt und von den tomatigen Kichererbsen. Und darauf nochmals als Krönung in einem extra Topf erhitztes Öl.
Wir geizen halt nicht mit Butter, wenn wir besonders "gut" kochen wollen und hier ist es das Öl (Rapsöl). Gesünder ist das allemal.


Weimar Heimat im Kochtopf

Geschmeckt hat es wunderbar und ratz ratz wäre die Platten leer. Auch die Kinder haben gut zugelangt. Ein schöner Abend war das wieder, alle haben geholfen vom zubereiten bis zum Tisch decken und zum Abwasch.


Mantu - afghanische Teigtaschen

Heimat im Kochtopf macht jetzt erst einmal 2 Monate Sommerpause. Im nächsten Monat ist Ramadan und im Juli sind Ferien. Ende August gehen die Türen zur Küche wieder auf und da gibt es deutsche Hausmannskost, ich verrate aber noch nicht was.


Kommentare

  1. Ich finde super, was ihr da macht. Bin hier noch nicht so recht persönlich mit Flüchtlingen in Kontakt gekommen, lag aber auch an der privaten Tragödie, die hier passierte. Ich muss mal bei dir zuück lesen, wie es zu diesen Koch-treffen kam und wie ihr die Räumlichlkeiten dafür gefunden habt. Obwohl unsere NUK eine große Küche hat, darf sie nicht privat / ehrenamtlich genutzt werden.

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  2. Hallo, ich hoffe das dich meine Berichte von unseren Treffen ermuntern, so eine Gruppe auch ins Leben zu rufen. Das macht Freude, nicht nur dir, sondern auch denen die mit kochen. Und am Kochtopf gibt es keine Sprachbarrieren, da klärt sich alles schnell.

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