Mittwoch, 30. März 2016

Ostermontag: Täubchen mit Kartoffelsotto, Rote Bete und Mairübchen und zum Dessert Faust II.

Der Ostermontag sollte auch noch ein kultureller werden. Faut II stand auf dem Speiseplan und das war keine leichte Kost. Dazu etwas später. Beginnen wir erst einmal mit dem Mittagessen. Da stand Täubchen auf dem Plan und ich war noch recht unentschlossen, wie ich es zubereiten möchte.

Kartoffelsotto mit Rote Bete

Entschieden habe ich mich für eine knusprige Zubereitung im Ofen, mit einer Füllung. Diese habe ich aus Lamm-Brät gemacht, unter das 1/2 eingeweichtes Brötchen, 1 Ei, Petersilie und viel frischer Thymian kam. Die Täubchen, die wirklich gut fleischig waren, wurden ein bisschen verputzt, die Flügespitzen entfernt und das überschüssige Fett aus dem Bauch. Das habe ich sie innen etwas gesalzen und sie gefüllt, die Öffnung wurde mit einen Holzstäbchen verschlossen. Dann habe ich etwa 1 EL weiche Butter mit Salz, Pfeffer und edelsüßem Paprika verknetet und die beiden Tierchen damit massiert. Sie kamen auf den Rost im Backofen bei 180 Grad für 40 Minuten und wurden dann kurz unter dem Grill noch gebräunt.

Die Beilage war ein Kartoffelsotto. Den Namen habe ich ihm so verpasst, denn es besteht aus kleinen Kartoffelwürfeln, die aber wie Risotto zubereitet werden. Allerdings kam hier kein Parmesan am Ende dazu, sondern 2 EL Frischkäse mit gut Chili gewürzt und etwasAbrieb von der Zitrone. Das Verhältniss Rote Bete zu Kartoffeln war etwa 1:3.
Die Mairübchchen wurden nur in Butter geschwenkt und mit Persilie angerichtet.

Ein gelungenes Experiment, welches  eines Feiertages würdig war. Dazu gab es einen Rotwein und ich habe spontan beschlossen, dass diese Kartoffel-Rote Bete Varianten bald wieder auf dem Speiseplan steht.

Tauben, Mairübchen, Kartoffel, Rote Bete

Kommen wir zum Dessert. Da gab es zu Hause ein ganz kleines Unspektakuläres. Vanilleeis, Apfelkompott, Eierlikör .... das kennt ihr alle als Schweden-Becher.

*

Das wahre Dessert aber, war mein schon angekündigter zweiter Theater Abend im Deutschen Nationaltheater zum Faust II.

Goethe beendete den zweiten Teil der Tragödie 1832 kurz vor seinem Tod. Er verschloss die Dichtung in einem versiegelten ­Umschlag und wollte diese dichterische Hinterlassenschaft als Vermächtnis der nachfolgenden Generation überlassen. Insgesamt hatte er  30 Jahre an dem Textwerk gearbeitet. 

Dieser zweite Teil des  Schauspiels,  welches die beiden Protagonisten jetzt durch  Vergangenheit und Zukunft jagt,  Faust in großem Maßstab zum Verbrecher werden und zum Schluss, blind für seinen eigenen Untergang, die Vision einer immer in Bewegung seienden künftigen Welt formulieren lässt , ist eine Herausforderung für das Theater – und für sein Publikum.

Ein Weltbild wird darin ausgebreitet, vom  Lebensstandpunkt Goethes aus, welches den Sprung in das moderne bürgerliche Zeitalter aus eigener Erfahrung zeigt.

Das ungleiche Paar treibt rastlos durch Zeitabläufe und Systeme und Faust sucht immer noch nach der Spur, die nicht in Äonen untergehen darf.

In der Regie von Generalintendant Hasko Weber, folgt man atemlos den beiden Protagonisten. Die einzelnen Stationen, die man sich vor Besuch des Stückes lieber noch einmal in Erinnerung rufen sollte, spare ich mir hier zu schildern. Der Zusammenschnitt der Odyssee ist aus meiner Sicht sehr gelungen, die Mittel derer man sich bedient, durchaus unterhaltsam ( z.B. das singen des Originaltextes zur Gitarre nach Lationo -Art …) und manchmal drastisch aber angebracht, wenn man zeigt, wie die weltliche Regierung die Kirche fickt, oder umgekehrt….

Nahuel Häfliger als Faust, ist im zweiten Teil seinem Gegenspieler Mephisto  ( Sebastian Kowski) durchaus ebenbürtig und glaubwürdig. Das rastlose Suchen nach Befriedigung jeglicher Art, ob sexuell oder materiell, wird vom Mephisto gewährt. Die Besetzung wieder mit sparsamen Ensemble, insgesamt 10 Schauspieler in auch oft wechselnden Rollen, mit einigen Höhepunkten. Zu diesen zählen vor allem auch wieder die großartigen Video Installationen von Bahad Hamdemir.


Für mich ein Abend der Superlative. Die Essenz aus beiden Abenden: Man sollte sie sich öfter gönnen, so eine kulturelle Herausforderung.  Faust I sollte nie mehr ohne Faust II gespielt werden. Ohne den zweite Teil ist der erste nicht von einer solchen Spannung, nicht so großartig und nicht komplett.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen