Samstag, 26. März 2016

Das dritte mal Heimat im Kochtopf: Marzia und Sabiullah kochen ein afghanisches Hochzeitsessen mit uns

Das Treffen der Weimarer Gruppe "Heimat im Kochtopf"  war ein turbulentes. Eine solche Menge an kochinteressierten Menschen hatte die Küche im Mehrgenerationenhaus in Weimar (West) noch nicht gesehen. Das haben wir in erster Linie Sabine zu verdanken. Sie betreut und begleitet Familie Rasuli seit sie vor 5 Monaten in Weimar angekommen sind. Unseren Wunsch nach einem gemeinsamen kochen ist dort mit Freuden aufgenommen worden und die ganze Familie, inklusive Cousins und Bekannten kam zu unserem Treffen. #heimatimkochtopf

#heimatimkochtopf

Wenn man sieht, in welchen Dimensionen ein Hochzeitsessen gekocht wird, möchte man sich fast ein bisschen schämen wenn man an den Überfluss und den Überschwang bei uns denkt. In der Einfachheit und in der bewussten Zubereitung, in kleinen Gesten und Aufmerksamkeiten liegt hier die Bedeutung. Das war wunderbar es mit anzusehen und mit dabei zu sein beim kochen.

Dank Sabines Übersetzung unserer 1000 Fragen ins Persische und der Verständigung mit Händen und Füßen, oder besser gesagt mit Schmecken und Riechen, war alles zu verstehen und nachzuvollziehen. Schon allein wie der Reis zubereitet wurde, ist für manchen von uns eine ganz andere Welt. Aber das Ergebnis brachte uns alle zu der Erkenntnis, dass ein Umdenken sich da durchaus lohnt, denn der Geschmack und die Konsistenz ist nicht mit unserer Zubereitung zu vergleichen. Aber dazu später hier im Beitrag.

Die erste Amtshandlung bei der Ankunft und nach der Begrüßung und Vorstellung alle Beteiligten war, sich erst einmal um die Kinder zu kümmern. Das Spielzimmer war noch geöffnet und die Kids begrüßten uns schon mit dem lauten Ruf.... wann können wir kochen kommen ? ... Das hat uns gefreut und wir hatten ja auch etwas vorbereitet. Auch Mustafa und Susan, die beiden Kleinen der Familie Rasuli wurden mit einbezogen und für alle hieß es Obst zerteilen und einen Obstsalat zubereiten, der dann mit viel Gelächter und Herumalbern verspeist wurde.

#heimatimkochtopf

Derweil ging es in der Küche schon hoch her. Küchenchef und Chefin waren Marzia und ihr Mann Sabiullah und alle anderen durften putzen, schnippeln und vorbereiten. Man sah, dass der Rest der afghanischen Familie, vor allem die großen Jungs, durchaus mit den Hilfsarbeiten vertraut waren. 

Es gab an dem Abend Kofta korma (Hackfleisch,Klopse), Berendj (Reis) mit Sardak (Karotte), Bangjan sija (Aubergine), Palak (Spinat), Bamia (Okra) mit Tomate.

#heimatimkochtopf
Es gibt viel Gemüse......

Auberginen werden frittiert und mit Tomate und Chlischoten in einem Topf mit dem Öl geschichtet und anschließend gedämpft. Angerichtet werden sie in Schichten mit 
Joghurt, der mit getrockneter Minze und Knoblauch gewürzt wurde.





Die Kofta: Hackfleisch vom Rind, gewürzt mit Curry und Chili, mit viel Zwiebeln und Knoblauch. Sie werden gegart in Tomatensoße und am Ende kommen als Bindung Kichererbsen hinzu.

Der Spinat wird gebraten mit viel Zwiebeln und Knoblauch

#heimatimkochtopf
Der gewaschene Reis (Basmati,Langkorn) wird in kochendes Salzwasser gegeben, nicht ganz weich gekocht und abgegossen. Dann kommt er zurück in den Topf, alle Zutaten (hier nochmals Salz, in Öl gebratene Karotten, Mandelstifte, in dem Öl gebratene Rosinen, in den Öl karamellisierter Zucker - es soll zweifarbig werden!) kamen hinzu. Der Reis wird zu einem Berg geformt und mit der Schöpfkelle werden Löcher für den Dampf gemacht, um den Deckel kommt ein Geschirrtuch und auf ganz kleiner Flamme dampft der Reis aus, bis alle Restflüssigkeit verdampft ist. Der Reis ist sehr locker und körnig. Die wertvollen Zutaten wie die Karotten, Rosinen und Mandelstifte werden obenauf verteilt.
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Nach der Zubereitung wurde schon mal der Tisch geeckt und für die 24 Personen war der Platz gerade so ausreichend. Und bei Tee und Original Musik, für die Nicole gesorgt hatte, haben wir gemeinsam das gekochte Mahl verspeist. Es hat wunderbar geschmeckt und beim Essen, wie auch bei der Zubereitung haben wir gesehen, dass es auch eine Menge Parallelen in unserer Art zu kochen gibt. Das liegt einfach daran, dass wir als Deutsche auch schon ein ganzes Stück weit über den Tellerrand schauen und nicht mehr ganz so kochen, wie noch unsere Großeltern.

Nach dem gemeinsamen Essen folgte natürlich auch das gemeinsame Aufräumen und Abwaschen. Ich für meinen Teil war sehr erfreut zu sehen, dass die Eltern sitzen bleiben konnten und die ganzen Kinder das übernommen haben. Eine wirklich sympathische Familie, der dieser Abend auch viel Freude gemacht hat. Zur Erinnerung daran durften wir uns alle noch zu einem gemeinsamen Foto versammeln, eine gute Idee.

#heimatimkochtopf

Das nächste Treffen findet wieder am letzten Mittwoch im April, dem 27.4. statt. Um 17.00 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Weimar (West). Alle die dieses mal dabei waren werden wieder kommen und wir werden Deutsches für Familie Rasuli und für uns kochen. Lasst euch überraschen !

1 Kommentar:

  1. Was für eine tolle Idee. Ihr habt sicher viel Spaß gehabt. Das gemeinsame Kochen in Familie finde ich klasse. Ich hätte gerne auch wieder eine Wohnküche, wo alle zusammen sind und schöne Gespräche beim Kochen entstehen. So etwas finde ich schön. Gruß Katrin

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