Sonntag, 31. Januar 2016

Das Venerius in Eckolstädt - eine Perle im Weimarer Land

Petra allein zu Haus.  Alles abgearbeitet und das neue Buch gerade fertig gelesen. Die Freundin hat auch keine Zeit für Unternehmungen irgendwelcher Art. Was mache ich also ? Ich beschließe mir selbst etwas Gutes zu tun und so richtig schön essen zu gehen. Allein. Petra allein unterwegs. 

Um ein Ziel dafür war ich nicht verlegen, denn schon seit einiger Zeit hatte ich eine Lokalität im Auge, die ich noch nicht kannte und die sehr verlockend aussah. Felix Thomas, der Küchenchef des Venerius hatte Einiges bei Facebook gepostet, dass mich nach Eckolstädt lockte.


Mitten auf dem flachen Weimarer Land, ein Stück hinter Apolda inmitten von industriell anmutenden Flachbauten, befindet sich eine Großküche die viele Menschen täglich satt macht. Wolfgang Thomas führt sie seit 23 Jahren mit stetig wachsendem Erfolg. Sein Sohn Felix legte mit einer Lehre als Koch erst einmal den Grundstein für eine familiäre Nachfolge, aber es sollte anders kommen. Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung trieb es den jungen Felix zunächst erst einmal in die Welt. Seinen und seinen kochtechnischen Horizont erweiterte er in nahmhaften Häusern , unter anderem im Ritz Carlton Berlin und im renommierten Berlin Capital Club. Bei einem Teil der Weiterbildung lernte er auch seine Frau Beatrice kennen - der Klassiker.

Gemeinsam nach Eckolstädt zurück gekehrt, wollten beide ihre Ideen in einem eigenen Restaurant verwirklichen und hatten den Mut, dies in ihrem kleinen Heimatort zu tun. Der ehemalige Verpflegungssaal der NVA wurde einer anderen Verwendung zugeführt und mit schickem Licht- und Farbdesign enstand das Vernerius - was so viel bedeutet, wie mit allen Sinnen genießen.

Was Felix Thomas und seine junge 4-köpfige Küchencrew in der schwarz-roten Küche, hinter der Glastür für alle ersichtlich auf die Teller bringt, ist wirklich sehens- und schmeckenswert. Eine abwechslungsreiche, ambitionierte Karte, die im sportlichen 4-Wochen-Rhytmus komplett wechselt, macht die Auswahl schwer. Von Fisch bis Wild, natürlich weitgehend regional und unbedingt saisonal finden sich 3-Gang Menü Bestandteile, die eine Kombination für jeden Geschmack ermöglichen, aber natürlich auch Solo eine gute Wahl sind. Eine Weinkarte, mit Betonung auf dem quasi vor der Haustür liegenden, regionalen Saale Unstrut Anbaugebiet, rundet das Angebot ab.

Die Philosophie des Hauses, sich Zeit nehmen für den Gast und ihn auf eine kulinarische Reise durch alle Sinne mitnehmen, wird vom jungen Serviceteam unter Leitung von Beatrice Thomas charmant, freundlich und unaufdringlich umgesetzt.

Nur wenig Chancen hatte man ihm nachgesagt, mit der Eröffnung eines schon für ein Dorf untypischen Lokals, so ein bisschen abseits. Aber inzwischen geben ihm einige Tatsachen Recht. In dem ehemaligen Geheimtipp bekommt man nur noch Platz nach Vorbestellung und dem Gault Millau war die Leistung 2015 eine Auszeichnung mit 13 Hauben wert.

Für mich gab es an dem kleinen Tisch im gemütlichen Lounge Bereich folgendes

Gruß aus der Küche: Belugalinsen Salat und Ziegenkäsepraline in Mandeln

Terrine vom geräucherten Lachs, Forelle und Pumpernickel, geeiste Buttermilch, Estragon,Salatbouquet

Kalbsfilet mit geratenen Garnelen, Brokkoli und Süßkartoffelblinis

Schokoladen-Bananenschnitte, Limettenravioli, Baumkuchen



















Kommentare:

  1. Kommentar auf G+: Voy a la cocina (09:45)

    Danke für den Einblick, Habe auch schon vom Restaurant gehört und dein Post bestärkt mich, nun dort einen Tisch zu reservieren. 

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  2. Wir waren erst gestern dort essen - auch schon lange vorgehabt und nun endlich realisiert. Schade, dass wir es nicht schon früher geschafft haben, dort zu speisen. Es war einfach wunderbar! 5 Sterne +! Nettes Personal, das sich auch wirklich auskennt, die Speisen haben ein Aroma, das man so wirklich selten bekommt (außer man beißt direkt in die reife Mango) und auch preislich gibt es wirklich nichts zu beanstanden!

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    1. Vielen Dank für das positive Feedback. Ich freue mich, dass wir die gleich Erfahrung teilen.

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  3. Also ich hatte nicht so gute Erfahrungen im Venerius. Ich würde es auch nicht weiter empfehlen. Essen War zwar gut aber Service naja :/

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    1. Irgendwie kann ich mir das gar nicht vorstellen und es ist Schade, so einen Kommentar anonym abzugeben, dass hat immer so ein "Gschmäckle" !

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