Donnerstag, 9. April 2015

#jedentageinbuch: Mahlzeit ! Berühmte Thüringer bitten zu Tisch

Dies ist ein Sponsored Post. Der Verlag Bussert&Stadeler hat mir nicht nur ein Exemplar für diese Buchbesprechung zur Verfügung gestellt, sondern dankenswerter Weise auch noch ein paar mehr,  als Gewinn für den Cookingpokal - Vielen Dank !
Diese Tatsache hat, wie ihr wisst, keinen Einfluss auf meine Meinung zu diesem Buch.



Verlag Bussert&Stadeler ISBN 978-3-942115-98-8


Barbara Kösling, 1947 in Kahla geboren, und Christian Hill, 1979 in Suhl geboren, haben getreu ihrem Motto " Eine gute Freundschaft und ein gutes Gericht kocht man nicht auf Sparflamme", mit diesem Titel ihr zweites gemeinsames Buch vorgelegt.
Die freundliche Einleitung der Thüringer Vorzeigesportlerin Kati Wilhelm, macht neugierig auf eine Sammlung von Anekdoten, verknüpft mit Thüringer traditionellen Gerichten.

Zum Einstieg in die Küche unseres Landes lesen wir vom  Leben des großen Reformators Martin Luther, der über lange Zeit in Thüringern lebte und wirkte und dem man nachsagt, dass er kein Kostverächter war. Auf seinem Speiseplan standen unbedingt Brunnenkressesuppe, Martinsgans und Reformationsbrötchen, sicher damals noch unter anderem Namen. Immer mit seiner Gesundheit kämpfend, empfahl Luther gebratenen Hering mit Erbsen als seine Leibspeise und als Essen aus "Gottes Apotheke", sollte dieses ihn von Nierensteinen befreit haben.

Weiter geht es mit dem Begründer der Kirchenmusik, dem Kantor Walter aus Kahla. Und um seine Geschichte herum erfahren wir zum Beispiel, dass ein Braukessel früher üblicherweise zur Mitgift der Frau gehörte und das ursprünglich mit der Würze (Grut) aus Kräutern gebraut wurde, die anfänglich noch gar keinen Hopfen enthielt. Und wir lesen das Kahla, seine Heimatstadt, schon immer für üppiges Essen bekannt war und hier auch der "Kloßfresskönig" ermittelt wird.
Auch das Rezept vom Holundermus hat mir gut gefallen und das wird sicher mal probiert.

"...dem Holunder wird seit Jahrhunderten Wirkungen auf Leben, Liebe, Krankheit und Tod nachgesagt. Vorm Haus gepflanzt hält er böse Geister und Blitzschlag ab. Heimlich in die Tasche des Mannes gesteckt, verhindert er ehebrecherische Gelüste.....die besten Hexenbesen werden aus Holunder gemacht..." 



Blick ins Buch

Bei Werner Rohlfink, dem Medizinprofessor, lesen wir von knusprigen Margeriten-Blüten, Wurzelsuppe, gebackenen Bierzwieblein und einem tollem Brennesselbrot ! Spätestens hier war ich angetan von den abwechslungsreichen Ideen, die hier wieder ans Licht geholt wurden. Denn davon verdient einiges die Umsetzung und ich denke, auch auf unserem heutigen Speiseplan kann das alles bestehen.

Neben Ernst dem frommen von Sachsen-Gotha-Altenburg, erfahren wir amüsantes und bisher Unbekanntes aus dem Leben von Johann Friedrich Böttger, der in Schleiz geboren wurde. Umrahmung für diese beiden Größen sind z.B. ein Rindfleischragout und eine Karpfensuppe, gefüllte Gans und Hefestriezel.

Die Herrin der Weimarer Tafelrunde, Anna-Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach holte sich als persönlichen Mundkoch und Küchenmeister den Franzosen Francois le Goullon nach Weimar. Er verstand die Back-und Kochkunst als "eine ganz eigene Wissenschaft, gar mit der Alchemie vergleichbar". Wer schon mal hilfesuchend an einem Topf oder Ofen  gestanden hat, dessen Inhalt sich nicht nach Plan entwickelte, kann das sicher unterschreiben.

Wen treffen wir noch in diesem Buch. Eine illustre Schar von Friedrich Schiller, über GuthsMuths, den Pionier des Volkssportes, den Herrn Meyer mit dem Lexikon der ja aus Gotha stammt, Johann August Röbling aus Mühlhausen, Erbauer der Brooklyn Bridge, Alfred Brehm aus Kirchdorf den sein "Tierleben" bekannt machte, Ernst Abbe, der große in Eisenach geborene Wissenschaftler (Linsen extra scharf ! ) und den in Gera geborenen Otto Dix.

Damit habe ich nicht alle von den 20 Thüringern aufgezählt und auch nicht alles ausgeplaudert. Ich möchte dazu anregen, dieses wirklich kurzweilige Buch zu lesen. Locker durch die Geschichte springend, mit Anekdötchen verknüpft und mit wirklich zum Teil sehr interessanten Rezepten, von denen ich bestimmt einige ausprobieren werde. Nette Illustrationen von Julia Tripke runden das Büchlein ab.



Barbara Kösling und Christian Hill

Der bei uns geprägte Spruch "Ein Sonntag ohne Klöße verlöre viel von seiner Größe !" befasst sich mit einer unserer Traditionen , die ich wirklich nur bestätigen kann. Sonntag gab es Klöße und da gab es auch keine Diskussion. In diesem Buch lesen wir von einigen anderen, zum Teil fast vergessenen Traditionen auf dem Teller. Versuchen wir mal einige davon wieder mit Leben zu erfüllen.

Meine zwei in die Tat umgesetzten Rezepte kommen in den nächsten Beiträgen. 
Mönch und Nonne liegen in Italien auf dem Dach, aber hier schön geschichtet und süß auf dem Teller - ein Rezept aus Luthers Zeiten. Und dann zeige ich euch auch noch das Brennnessel Brot - also bleibt schön neugierig ;)

Und hier gehts zum Buch:


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