Freitag, 20. Dezember 2013

Spätzlegeschichten

Anno 1911 war es, da gründete die Firma Daimler aus Stuttgart eine Niederlassung in Weimar. Und da für dort auch geschultes Personal von Nöten war, schickte man  1916 den jungen Automechaniker August S. ins schöne Thüringen. Der sicher schüchterne August hatte lange Zeit Probleme mit der Eingewöhnung in der Fremde. 

Hätte er nur auf seine Mutter gehört und auf seinen Vater. Der war ja eh nicht so gut auf ihn zu sprechen, da er gehofft hatte, sein Sohn wird die Firma übernehmen und in Schwäbisch Gmünd wie er als Etuischreiner tätig sein. Aber nein, August entdeckt früh seine Liebe zur Technik und insbesondere zu den Automobilen. Und so kam es, dass er in die Fremde ziehen musste.



Und eines Tages kam es unverhofft. Wo auch immer, vielleicht bei einem Ausflug ins Grüne mit Kollegen, traf er die schöne Martha. Und sie entschwand nicht, sondern verliebte sich umgehend in den stattlichen Schwaben. 1919 gingen sie zum Traualtar. 



Seine Martha war eine wunderbare Köchin und tat alles, um ihn jegliches Heimweh vergessen zu lassen. Und mit seiner Hilfe und der Hilfe ihrer Schwiegermutter aus den Schwabenland, kamen in unsere familiäre Traditionsküche die schönen schmackhaften Gerichte wie Spätzle, Maultschen, Lebeknödel und Co.

Sie hatten zwei Kinder und später Enkel und Urenkel. Sie lebten glücklich und zufrieden, bis das der Tod sie schied. Meinen Opa August habe ich nicht mehr kennengelernt. Geblieben sind Fotos und die schönen Geschichten, die die Oma Martha beim kochen erzählen konnte. Und sicher hat sie dabei immer an ihre große Liebe August gedacht.


Eingedenk meiner schwäbischen Wurzeln habe ich für euch also heute Spätzle gemacht, Käsespätzle ganz genau. Die Tage vor dem Weihnachtsfest traditionell relativ fleischfrei, bevor es dann etwas ausschweifend wird.



Spätzle selbst machen ist fast kein Problem. Lege dir die Zutaten bereit. Für zwei reichliche Portionen benötigst du 250 gr. gutes Mehl (Spätzlemehl gibt es in unseren Breiten leider nicht), 3 Eier, 1/2 Tasse Selterwasser - mit Gas ;) - 1 Prise Salz. In einer reichlich großen Schüssel zu einem glatten Teig vermengen und diesen solange bearbeiten, bis er beim "schlagen" Blasen wirft. Macht Spaß und hält fit. Eine geeignete Schüssel hälst du im Ofen warm. Dann schneidest du 3 große Zwiebeln in Würfel und lässt sie in einer Pfanne mit etwas Butter goldgelb werden.
200 gr. Käse reiben. Ich nehme immer einen sehr würzigen Bergkäse aus dem Allgäu oder Tirol.
Einen Topf mit Salzwasser aufsetzen und dann kann es losgehen. In das kochende Wasser 1/4 des Teiges vom einem glatten, feuchten Brett schaben, oder die Spätzlepresse bemühen. Wenn sie oben schwimmen, dann abschöpfen,  gut abtropfen lassen und in die Schüssel geben. Darauf 1/4 der Käsemenge und auch der Zwiebeln. Die Schüssel warm stellen, nächste Portion Spätzle kochen und wieder einschichten wie oben.
Am Ende ein paar Zwiebeln drauf und beim servieren vermengen. Bei uns gibt es dazu traditionell -das ist eine Erfindung von mir- Tomatensalat.




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