Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt !

Das hat meine Oma immer gesagt. Martha, ihr kennt sie ja schon aus vielen Geschichten. Sie war die mit dem strengen, aber gerechten Regime und eine Oma, die wir alle sehr geliebt haben.

Später, im eigenen Haushalt, war das ja keine Frage mehr. Da hat man eben nur das gekocht, was man gerade mochte und so auch immer gern gegessen. Und nicht immer war das richtig zubereitet, eben einfach die Zeit des Entdeckens und Probierens. Aber daran denke ich gern zurück. Mit viel Freude vor allem an solche Geschichten, wie wir z.B. eines Tages ein Kaninchen bekamen, noch im Fell. Also, das war schon tot, so richtig eins zum essen. Und wir haben es abgezogen und haben es zerteilt und waren so stolz auf uns. Es wurde gebraten und es war das beste Kaninchen meines Lebens.

Als dann die Zeit des eigenen Kindes kam, war die Welle der antiauthoritären Erziehung gerade auf ihrem Höhepunkt und natürlich gehörte da auch dazu, dass das Kind sein Essen verweigern durfte. Es durfte sich sogar, als es dann in der Lage war, mit anderem Essbaren versorgen wann und was es mochte. 
Ach waren das schöne Zeiten, die junge Mutter und der junge Vater und das antiauthoritäre Kind. Was für ein Spaß. Besonders wenn es außer Haus ging und das Kind vor den Augen der unverständlichen Umwelt einfach das tat, was es wollte. Und es wurde auch nicht ermahnt, solange keiner zu Schaden dabei kommen konnte. Was bin ich heilfroh, dass aus dem Kind ein anständiger Mann geworden ist, der seinen Sohn gar nicht in dem Sinn erzogen hat. Also über letzteres bin ich ein bisschen erstaunt und eben dann jetzt die antiauthoritäre Oma ;)



Wie ich da jetzt die Kurve bekomme zum Thema. Essen was auf den Tisch kommt. Also bei uns heute auch noch und wieder und zwar konsequent. Allerdings hat es eine andere Bedeutung. Es gibt das, was die Jahreszeit uns beschert, also quasi auftischt. Ich hasse Erdbeeren im Januar, die wie Kohlrabi schmecken (also Kohlrabi mag ich sehr, nicht das mir da Missverständnisse aufkommen) und ich muss auch nicht das ganze Jahr grüne Gurken und Tomaten essen. Also back to the roots und das essen, was gerade in der freien Natur wächst. Und das eben ist nun gerade der Holunder ....uff,geschafft ;) 

Der große Dessert Zubereiter bin ich nicht, aber ab und an kann es schon mal ein Eis sein, auch mal so zwischendurch. Und um das Beides zusammen zu bringen, habe ich mich an eine Anregung  von Heike erinnert, damals ein Zitronensorbet.

Ich habe gelernt, dass die Cremigkeit von Eis nicht nur vom Fettgehalt kommt, sondern von der Eigenschaft der Zutaten sich luftig schlagen zu lassen. Analog dem Schlagen von Eiweiß zu Eischnee. Diese Eigenschaft wird hier also ausgenutzt und der Flüssigkeit geschlagenes Eiweiß zugesetzt.
Hier habe ich 200 ml Holundersirup  
Speed Anleitung ;) : 1 kg Zucker auf ein Liter Wasser, 2-3 Zitronen, 30 schöne Blüten abgewaschen und 2 Tage darin ziehen lassen, kurz aufkochen in Flaschen füllen 
den Saft einer Zitrone und 200 ml Prosecco der übrig in der Flasche auf ein Ende wartete,mit 1 geschlagenen Eiweiß versetzt , in die Eismaschine gegeben und 50 Minuten rühren und frieren lassen. Die Masse wird nicht so direkt fest, aber ist von einer Cremigkeit und einem Aroma, welches wunderbar ist.


Um das ganze noch etwas zu pimpen habe ich ein paar Holunderblüten in einer leichten Teigmasse ( so wie bei Eierkuchen, aber das wisst ihr ja wie das geht) getaucht und in Butter gebraten.
Und voilà, da waren auch das antiauthoritäre Kind und sein Sohn zum Essen bereit :) Letztgenannter bekam seine Portion aber aus der zweiten Charge, ohne Alkohol.

Kommentare

  1. Wunderbar!
    Nicht nur, weil ich Holunderblüten liebe und weil ich Sorbets liebe - vor allem, weil ich es auch sehr mag, deine Geschichten zu lesen!

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  2. Prima Idee, den Holunderblütensirup dazu zu benutzen (auch wenn ich ihn nicht mag ;) ).
    Sobald meine Tochter die Eismaschine wieder frei gibt, mach ich auch mal wieder mein heissgeliebtes Eischnee-Eis. Obwohl auch sehr cremig, ist es sehr viel erfrischender als Sahneeis, gell?

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  3. @Danke liebe Cora, mir machen die Geschichten auch immer viel Spaß beim schreiben ;)
    @Heike - der Sirup wird schön leicht und frisch durch die Zitrone und das Eischnee Eis gibt`s bei uns im Sommer oft :)

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