Montag, 27. Mai 2013

Ökosozial - das neue, bessere Bio

Sie sind die nächste Generation Bio. Ökosozial. Sie backen, schöpfen, brauen, keltern, brennen, rösten und lassen reifen, sie garen oder geben es uns roh. Nennen sich Foodopisten, entschleunigen, aber geben unheimlich Gas. 
Die Berliner Szene war bis auf wenige Ausnahmen unter sich, auf der Next Organic vergangenes Wochenende in Berlin. Eine abgefahrene Location gab dem ganzen das richtige Flair - die Abflughalle des Flughafens Tempelhof. 


Der Messetext bringt es auf den Punkt: Die NEXT ORGANIC BERLIN ist eine erlebnis- und genussorientierte Plattform für Menschen, die ökosozial zukunfts-weisende Produkte herstellen, vermarkten und verarbeiten sowie für alle, die diese entdecken wollen.
Aus dem Angebot durch das sich viele Interessierte durchkosten dürften, picke ich ein paar für euch raus.

Trotz der Vermutung hier nur junge Wilde zu finden, entdeckte man auch alte Hasen, die sich dem neuen Prinzip Bio verschrieben haben, welches ja gar so neu nicht ist. Da ist der nette Herr von der Bäckerei Demeter aus Wilmersdorf, der mit mit soviel Inbrunst den Werdegang der Brote schildert. Vom Getreide von befreundeten Höfen, vom langsamen mahlen zwischen ganz besonderen Steinen, die dem Brot noch mineralische Spuren mit auf den Weg geben, über den hauseigenen Sauerteig mit Kichererbsenmehl bis zum mehrmaligen Bearbeiten und Ruhen. Die Brote sehen nicht nur anders aus, sondern sie schmecken einfach wunderbar.


Das nächste Geschmackserlebnis bescherte mir Makrönchen, die Manufaktur aus Berlin. Ich habe dies Macaron-Wahn immer für eine Modeerscheinung gehalten und dem "bunten Zeugs" nicht so viel Beachtung geschenkt. Das war ein Fehler. Eine solche Köstlichkeit, auf der Zunge zergehend, am Anfang leicht spröde knisternd und trocken, aber innen saftig und mit einer so cremigen, wohlschmeckenden, kühlenden Füllung. Ich bin begeistert. Ich werde es wie so viele in der nächsten Zeit einmal selbst versuchen, obwohl ich das Fazit schon vorweg nehmen kann: So werde ich das nie hinbekommen. 


Und gleich nebenan noch einen drauf, Macarons mit Ziegenkäse und Walnuss und der absolute Hit, mit rote Bete und Wasabi. 


Dann ein nettes Gespräch mit einer Vertreterin von Montaniola - köstliche Gewürzöle und Balsamico. Leider kein Produkttest. Die gesamte Palette war auf dem Weg nach Berlin einfach verschwunden, wie weggezaubert. Großes Bedauern haben wir ausgesprochen. Das war ein schwacher Trost, aber ein so charmantes Präsentieren eines nicht vorhandenen Produktes habe ich ja echt noch nicht erlebt. 

Der Rundgang brachte ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern und auch ein Zusammentreffen mit Blogger/innen die ich bisher noch nicht kannte. Cathrin Brandes, die Botschafterin der Messe für das Thema "täglich Brot" war und dies für uns organisierte, machte uns noch mit einigen anderen Vertretern des besonderen Verständnisses für inovative Food Produkte bekannt. Dafür auch an diese Stelle nochmals vielen Dank.

Wir trafen im Foodsquare den jungen Somelier Patrick von Vacano, einen Genußhandwerker wie er sich nennt, der so glühend von den ausgesuchten Produkten schwärmte, das dass nur ansteckend sein konnte und die Kostproben sprachen dazu für sich. Wir sahen und schmeckten eine neue Reifemethode für Rindfleisch (mit Rindertalg), erfuhren von dem Sprühsalz (welches mich mit den verschiedensten Aromen nicht so überzeugte) und probierten wunderbaren Wein. Mein  Favorit das Weingut Schreiner aus Gols. Ein wunderbarer Weißwein. 

Probieren durften wir auch beim Aufsteiger des Jahres 2011, einem jungen Winzer von der Ahr. Und dann die in wirklicher Handarbeit gefertigte Schokolade der Manufaktur Edelmond. Ohne Aroma und andere Zusatzstoffe, mit soviel Liebe zum Produkt wie es für alle gilt, die sich auf dieser Messer präsentierten. Abschluss des Rundgangs und als Absacker ein richtig guter Schnaps. Ein Korn, der sich sehen lassen kann und glaubt mir, auch wir Frauen können das einschätzen.



Für den guten Schluss aufgehoben habe ich meinen persönlichen Favoriten bzw. meine Entdeckung des Tages - Hansi Baumgartner aus Südtirol, der sich spektakulär als cheese artist bezeichnet. Und das ist er. Ich war und bin sowas von begeistert. So stimmig, reine Natur, da schmeckt man die Liebe zum Produkt. Wunderbare Dinge wie eine Graukäse mit Holzkohle gereift, einen mit Birnenmehl veredelt, einen traumhaften Hartkäse, einen mit Erdmandeln gefüllten Rotschimmel, einen Edelschimmel mit ein wenig wunderbarer Süße, und, und, und........... Das muss man einfach kosten, genießen und nicht nur so lesen. Für meine nächste Italienreise habe ich mir einen Abstecher auf der Reise vorgeplant. Aber die Hoffnung bleibt, dass ich die köstlichen Käse von Hansi Baumgartner auch vorher schon in Deutschland kaufen kann.



Es war mit reiner Freude zu sehen das sich Menschen damit beschäftigen Nahrungsmittel
herzustellen, die Leib und Seele gut tun. Und damit sind nicht nur wir zufrieden, sondern auch alle die, die daran arbeiten und es zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben.




Kommentare:

  1. Jetzt macht es ich noch trauriger, dass ich nicht kommen konnte. Schon alleine wegen der Käse von degust/Hansi Baumgartner wäre es jede Mühe wert gewesen. Ich liebe seinen "Golden Gel"!
    Und alles andere hätte ich mir nur zu gerne angeschaut. Klasse Bericht!

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  2. @rinaldorinaldini - danke :)
    @Frau Kampi - ja, Schade es war wirklich toll :)

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