Samstag, 2. Februar 2013

Das alte Lied

Freitags gibt es Fisch. Das ist auch bei uns Heidenkindern ein ehernes Gesetz. Eben so übernommen und weil wir uns da geschmacklich nicht verbiegen müssen, ist es so geblieben. Genau wie der Grundgedanke, am Samstag einen Eintopf zu kochen und am Sonntag den Braten. Gut, ja, ich geben zu, letzteres ist nicht mehr so. Früher gab es ja auch nur einmal wöchentlich Fleisch und das war eben der Sonntag. Der, an dem die ganze Familie sich Mittags am Tisch versammeln konnte. Denn Samstags wurde ja noch gearbeitet. Richtig hört  lest ihr da. Samstags die Kinder in die Schule und Papa und Mama (wenn sie denn gearbeitet hat) auf Arbeit, meist auch nur bis Mittag. Jetzt bin ich am überlegen, wie lang das so ging. Gefühlt, sag ich mal, so bis in die 70er Jahre.
Mit der zu verspeisenden Fleischmenge versuchen wir uns wieder in die Richtung zu bewegen. Einmal wöchentlich und dafür von richtig guter Qualität.Gelingt auch noch nicht immer. In Zeiten des Low Carb greift man dann doch schnell mal zu was fleischigem. Aber wir arbeiten dran.

Den Eintopf gibt es immer noch einmal pro Woche. Das kann bei eintretendem Appetit auch Sonntags eine Linsensuppe sein. Da sind wir relativ flexibel.


Die Sache mit dem Freitagsfisch hab ich mal nachgelesen und für die, die es noch nicht getan haben, kann ich dann hier mal ein bisschen schlaumeiern:
Nach der traditionellen kirchlichen Fastenordnung, die heute doch weitgehend gelockert ist, war jeder Freitag, weil der Todestag Jesu, ein Fastentag und demnach der Genuss von Fleisch verboten.
Fisch galt nach alter Klassifizierung nicht als Fleisch und war deshalb auch in der vorösterlichen Fastenzeit und in der Karwoche, ein willkommener Ersatz.
Im Finden von Hintertürchen war man aber damals schon sehr innovativ und der liebe Gott hat es ihnen ja auch durchgehen lassen. 
So machte man auch den Biber zur Fastenspeise, sein Schwanz sei ja fischähnlich....;)
Und als "Fleisch" galt auch nur das Fleisch warmblütiger Tiere. Wasserhühner, Enten und Gänse waren aber wohl erlaubt, sicher weil sie sich im Wasser tummeln ;) 

Gut, solche Sorgen haben wir nicht. Dennoch denke ich für dieses Jahr mal über eine Zeit nach, in der ich mich (uns) ohne Fleisch ernähren möchte. Es wird sicher hier auch ein Thema werden. Anlass dafür ein gesundheitlicher Aspekt und das Thema Umwelt, zu dem ich dann noch ein paar Überlegungen habe.


Der freitägliche Fisch in dieser Woche ist ein Zander. Ich habe ihn von der Haut befreit und in schöne Portionen geschnitten. Gesalzen, gepfeffert, mit Zitrone beträufelt und noch etwas Zitronenabrieb darauf gegeben. Die Filetstücke habe ich vakuumiert. Obwohl ich derzeit ziemlich fettarm koche, hat sich doch ein Butterflöckchen in jedes Päckchen geschlichen. Dann den Fisch etwas im Kühlschrank ruhen lassen. 
Die Haut habe ich völlig vom Fischrest befreit , in schöne Stücke geschnitten und etwas getrocknet. Sie wurde mit wenig Fett langsam kross gebraten - am Anfang habe ich sie unter einem Pergamentpaper ein bisschen beschwert, damit sie sich nicht rollt. Etwas salzen und warm stellen. Diese tolle Idee habe ich zuerst bei Bushcooks Kitchen gesehen.
Einen Spitzkohl habe ich in Streifen geschnitten und in der Pfanne mit etwas Zwiebel und magerem Speck gedünstet. So, das er gerade zusammenfällt und noch schön knackig ist. Salz, Pfeffer, ein Prise Muskat - fertig.
Den Zander in 80 Grad Wasserbad eine halbe Stunde ziehen lassen. Alles nett anrichten.
Der Versuch aus einem fettarm gekochten Zitronensöß`chen ein Schäum`chen zu zaubern, ist grandios gescheitert. Geht einfach nicht und wird also auf fettreicherer Zeiten verschoben.

Ich deck dann mal den Tisch. Setzt euch und lasst es euch schmecken.................