Sonntag, 2. Dezember 2012

Seamless - die Nahtlosen

Nahtlos waren früher nur Perlonstrümpfe. Später abgelöst durch Nylons. Viele lange Jahre galt es als besonders chic, bis vor ein paar Jahren die gute alte Verbindungsnaht wieder zu Ehren kam und damit das Produkt auch erstaunlicherweise wieder verteuerte. Inzwischen leben wir in einer nahtlosen Zeit, von der Unterwäsche über die Socken zum Pullover. Alles in einem Stück. Nahtlos und Drucklos fügt und schmiegt es sich an uns. Sehr schön.

Und vor ein paar Tagen habe ich durch Zufall ein tolle Idee bei Robert von lamiacucina gelesen. Die hat mich begeistert und da ich der italienischen Küche stark zugeneigt bin, habe ich die Umsetzung für heute geplant. Auch Nahtlos, ein Mund- und Augenschmeichler. Gnocchi.

Das Wochenende ist bei uns speiseplantechnisch ein geteiltes. Herr Pe., Anhänger der gut bürgerlichen, möglichst Thüringer Küche, macht Vorschläge die ich nicht oft aufgreifen möchte. Vom Sauerbraten zur Roulade, vom Eisbein zum saftigen Schweinebraten. Deshalb hat es sich so ergeben, dass wir einen Tag am Wochenende den Vorschlag des Hausherrn kochen und einen zweiten meine Idee, meist Leichtes und Mediterranes, oder auch mal Experimentelles.
Also war heute mein Tag und die Gnocchi mit dem Ricotta Kern waren für mich in der Ausführung total neu.


Eine Packung Ricotta reicht als Mahlzeit für zwei Personen. Ricotta wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und mit einem Spritzer Zitronensaft und etwas Zitronenabrieb abgerundet. Mit sehr feinem Hartweizengries (hier Semola, welches ich immer aus Italien mitbringe) wird ein Gefäß mit Deckel gefüllt. Vom Ricotta habe ich mit einem Kaffeelöffel kleine Mengen abgestochen, kurz im Semola gewälzt und dann kleine runde Kugeln geformt. Nach und nach kommen in das Gefäß die kleinen Gnocchi und werden mit dem Hartweizengries abgedeckt. 

Das Gefäß steht tagsüber in Reichweite und wird immer mal geschüttelt, damit die Ricottakugeln sich im Gries drehen. Das macht man 2 Tage. Vor dem kochen werden die Gnocchi in ein Haarsieb gegeben und darin etwas geschüttelt, damit der überschüssige Gries sich löst.

In einem Topf wird reichlich Salzwasser zum kochen gebracht, die Gnocchi hineingegeben und die Temperatur reduziert. Die Gnocchi sind gut, wenn sie oben schwimmen.
In einem Topf habe ich dann Salbeiblätter in Butter gebraten und herausgenommen. Die Gnocchi abgetropft werden in der Salbeibutter gewendet und dann die Blätter auf dem Teller mit angerichtet. Dazu gab es einen Tomatensalat. 


Kommentare:

  1. Petra! Die sehen lecker aus, mein lieber Scholli!

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  2. ...und die haben eine "geling-garantie" ;)

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  3. Pe, da läuft mir das Wasser im Mund zusammen.... Aquaplaning wie Annemarie zu sagen pflegt. Werde ich wohl versuchen müssen ;-) !

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  4. @Weanerin, du wirst begeistert sein ;)

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