pe: gegrillt und gebraten

Also wenn wir in Thüringen grillen, nennen wir das braten und machen es nicht auf dem Grill, sondern auf dem Rost. Und wenn wir eine Thüringer Wurst darauf braten, sagen wir nicht Rostwurst, das entlarft sofort als nicht-Thüringer. Wir sagen Bratwurst. Und wenn Ihr Euch so durch den Vokabeldschungel gewurstelt habt, dann nehmt zu Eurer Bratwurst auf keinen Fall Ketchup, sondern nur Bornsenf, den guten aus Thüringen. Alles andere ist strafbar ! Ja, man hat es nicht leicht so als Zugereister oder Tourist,  im schönen Thüringen.

Und da wir selbst es nicht ganz so eng sehen mit den ganzen Traditionen, trauen wir uns machmal auch ganz andere "exotische" Speisen auf dem Rost zuzubereiten. Natürlich heimlich, wenn es keiner sieht.
Diesmal war es ein Roastbeef. Es spricht hoffentlich für uns, dass es von einem in Thüringen aufgewachsenem Rind stammt, aus dem Nachbardorf.
Das Roastbeef, hier sind es 1,5 kg für 4 Personen, wird am Abend vorher eingelegt. Dazu nehme ich ein passendes, verschließbares Gefäß und fülle es mit Olivenöl, etwa 150 ml. Dazu kommen 2 Eßlöffel Salz, ein Eßlöffel Zucker, 1 Eßlöffel Weinessig, 1 Teel. Pfeffer, 2 Teel. Paprikapulver ,1 Lorbeerblatt und etwas Rosmarin. Das ganze runde ich ab mit ein bis zwei Knoblauchzehen, grob geschnitten, und einer getrockneten Chilischote, die ich aufbreche. Ein Bund Petersilie wird gehackt und ebenfalls untergemischt. Das Fleisch wende ich mehrmals, verschließe das Gefäß und stelle es in den Kühlschrank. Am nächsten morgen wird es gewendet und etwa 1 Stunde vor dem Kontakt mit dem Thüringer Grillfeuer, nehme ich es aus dem Kühlschrank. Es wird dann abgetrocknet, von anhaftenden Gewürzen befreit und unter ständigem wenden etwa 1 Stunde auf dem Rost langsam auf herunter gebrannter Kohle gebraten.

 
Rundherum schön braun und es riecht so gut. Aber was solls, noch eine Viertelstunde sollte man warten, bevor es angeschnitten wird.
Dazu gibt`s bei uns nix. Fleisch satt, mit etwas Kräuterbutter und einem Salat. Das gönnen wir uns.