Freitag, 7. April 2017

Schafe, Lust am Landleben und gesundes Fleisch auf dem Teller

Ich bin mit Frank Müller verabredet. Die Schafzucht war ihm nicht in die Wiege gelegt, aber die Liebe zum Landleben und der Umgang mit Tieren. Mit vielen Tieren in der Landwirtschaft ist er aufgewachsen und so kam es, dass der Gedanke eigenes Vieh zu haben, ihn immer begleitet hat. Und das trotz Leben in der Stadt. Von anfänglichen Versuchen auch  mit Huhn und Kaninchen, sind am Ende die Schafe geblieben.


Frank Müller ist Eigentümer der beiden Weimarer Traditionslokale "Erbenhof" und "Alt Weimar". Die hat er übernommen, obwohl die Gastronomie damals Neuland für ihn war. Aber er weiß, wie man sich als Gast fühlen möchte und was wie schmecken soll. Für alles andere ist sein geschultes Personal zuständig, dem er in Sachen Kulinarik weitestgehend freie Hand lässt. 

Zurück zu den Schafen. Ich darf heute die tägliche Runde mit ihm drehen, da zur Frühlingszeit die Tiere auf mehreren Stationen verteilt sind. Einige der ganzjährig auf der Weide gehaltenen Schafe sind für kurze Zeit im Stall, nämlich die Muttertiere mit den kleinen Lämmchen. Da geht einem das Herz auf, wenn man die springlebendigen Tiere sieht. Das Flaschenkind wird besonders herzlich begrüßt und der Rest der Herde ist ein bisschen misstrauisch, weil ich da so zwischendrin herumwusele und ihnen so nahe komme.



Noch ein paar Tage, dann dürfen sie auch alle wieder auf ihre Weide, die eine ganz besondere ist. Mehr Bio geht nicht, möchte man sagen. Denn sie grasen da, wo keine Landwirtschaft mit Düngemitteln oder Pflanzenschutz jeglicher Art betrieben wird, nämlich auf einem Gelände mit Photovoltaik Anlagen. Dieses betreut Müller mit seinen Tieren und hat so beste Voraussetzungen, seine Tiere gesund aufzuziehen.



Die Tiere die auf der Weide geblieben sind, sind die jüngeren Schafe die noch gedeckt werden sollen. Ganzjährige Weidehaltung von Schafen ist in Thüringen ein großes Thema. Sind alle Voraussetzungen, wie z. B. ein Unterstand und Wasserversorgung geschaffen, passen sich Schafe den unterschiedlichen klimatischen Gegebenheiten sehr gut an. Die Wolle schützt vor Kälte und Hitze, die frische Luft und die viele Bewegung fördern die Gesundheit.


Als Wiederkäuer sind Schafe auf die Verwertung von Futter mit hohem Rohfasergehalt angewiesen. Während das Schaf früher hauptsächlich zur Wollproduktion genutzt wurde, steht heute die Erzeugung von Lammfleisch im Vordergrund. Mit steigender Produktivität und hohen Anforderungen an die Fleischqualität gehört die dem Schaf häufig nachgesagte Anspruchslosigkeit jedoch der Vergangenheit an. 

Frank Müller kümmerst sich um seine Tiere in Eigenverantwortung, in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt. Die Herde ist sein ganzer Stolz und ihr widmet er die meiste Zeit des Tages. Man merkt seinen Schilderungen an das da einer am Werk ist, der weiß was er tut.


Die Wolle seiner rassereinen Merino Langwollschafe, aus der notwendigen jährlichen Schur, nutzt er für die Füllung von Bettdecken. Ein gesunder Nebeneffekt seiner Tierhaltung. 
Nach dem Besuch der Weide mit den weiblichen Tieren fahren wir noch zu denen, die den Fortbestand seiner Herde sichern. Geballte Kompetenz in Sachen Lämmernachwuchs. Denen nähere ich mich respektvoll, denn der männliche Übermut soll schon mal zu Übergriffen führen.


Der Gesamtertrag an Fleisch geht ausschließlich in den Erbenhof. Auch wenn Müller Appetit auf Lamm hat, lässt er es sich dort zubereiten. Und wir als Gäste können davon profitieren. Ein Fleisch von hoher Qualität, kurze Schlachtwege und fachgerechte Verarbeitung. Davon konnte ich mich beim Lammragout im Erbenhof überzeugen. Chefkoch Schmidt hat es klassisch, mit Thymian, Rosmarin und sehr gut gewürzt zubereitet. Ich glaube, dass wird mein Favorit für das bevorstehende Osterfest.



Anmerkung: Dieser Beitrag enthält Werbung. Die Produkte und Bücher und Firmen, die es in einen Blogbeitrag bei Obers trifft Sahne schaffen, enthalten meine eindeutige Empfehlung (oder auch nicht 😉) und spiegeln meine persönliche Meinung wider.







1 Kommentar:

  1. Was für ein toller Beitrag! Ich bin mit Schafen aufgewachsen, da meine Eltern immer ein paar davon in einem großen Garten am Dorfrand gehalten haben. Lämmer mit der Flasche aufziehen, ihnen an Weihnachten etwas besonders in den Trog stopfen, das Fleisch zu genießen, weil man weiß, dass nur Gutes gefüttert wurde und die Schafe ein gutes Leben hatten... All das mag ich so an Lamm und meinen Erinnerungen daran. Danke für diesen kleinen Trip in meine Kindheit und die wunderschönen Fotos!

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